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Oettingen

05.04.2019

Millionen-Förderung: Deshalb wählte die Jury die Oettinger Krone aus

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2 Bilder
Das Hotel Krone in Oettingen liegt stadtprägend direkt neben dem Rathaus.
Bild: Verena Mörzl

Plus Für die Sanierung des Hotels Krone in Oettingen erhält die Stadt fast zehn Millionen Euro Fördergelder. Noch ist das Projekt aber nicht in trockenen Tüchern.

Die Bewerbung ist geglückt: Oettingen gehört zu 35 Städten in Deutschland, die einen Zuschlag im Förderprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ bekommen haben. Für die Krone steht mit 9,76 Millionen Euro sogar der zweithöchste Förderbetrag zur Verfügung – das sind 86,95 Prozent der förderfähigen Kosten.

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Diesmal war es nicht Markus Söder, der die frohe Botschaft verkündete. Er sicherte im Juli 2018 bei der Jakobi-Kirchweih die Finanzierung der Notsicherung der Krone zu, die derzeit baulich umgesetzt wird. Diesmal verkündete Bau- und Innenminister Horst Seehofer in Berlin die gute Nachricht. Bundestagsabgeordneter Ulrich Lange, der das Förderprogramm für die Stadt entdeckt und die Bewerbung Oettingens stark unterstützt hat, sagt: „Es ist geschafft: Die Jury des Bundesprogramms ’Nationale Projekte des Städtebaus’ hat entschieden, die Sanierung des Hotels Krone zu fördern.“

Förderung Krone: Jury schätzt hohen Denkmalwert des Gebäudes

Die interdisziplinär besetzte Jury unter Vorsitz des Parlamentarischen Staatssekretärs Marco Wanderwitz begründet die extrem hohe Förderung für die Krone damit, dass der hohe Denkmalwert des Objekts und die Bedeutung des Gasthofs ihn als Ortsmittelpunkt Oettingens zu einem guten Beispiel der äußerst erhaltenswerten Fachwerkarchitektur der Residenzstadt im Ries machten. Lange sagt außerdem: „Auch wenn es noch etliche Konkurrenzvorhaben gab, die ebenfalls gute Gründe für eine Förderung vorgelegt haben, hat sich das Oettinger Projekt durchgesetzt. Deshalb freue ich mich sehr, dass die zahlreichen Gespräche, die ich mit Vertretern des Innenministeriums, aber auch mit den Jury-Mitgliedern geführt habe, dieses positive Votum zur Folge haben.“ Lange weist außerdem auf die Zusammenarbeit mit Vertretern des Bayerischen Bauministeriums und der Regierung von Schwaben hin, ohne die es nicht möglich gewesen wäre, eine solch hohe Förderung zu erreichen. „Jetzt müssen die Stadt Oettingen und der Stadtrat die Weichen dafür stellen, dass die weiteren entsprechenden Maßnahmen beschlossen werden, damit die Sanierung der Krone beginnen kann und die Gelder auch abfließen können. Der Bund hat seine Hausaufgaben gemacht“, betont Lange.

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Krone Oettingen: Fördermittel nicht für Gebäude-Kauf

Der CSU-Bundestagsabgeordnete erklärt außerdem, dass die Fördermittel nicht für den Kauf der Krone durch die Stadt eingesetzt werden dürfen. Die Zahlungen würden in gewissen Tranchen vom Bund direkt an die Stadt Oettingen als für die Sanierung zuständigen Ansprechpartner fließen.

Noch ist die Krone aber nicht im Besitz der Stadt. Die Eigentumsfrage muss noch geklärt werden. Lange geht davon aus, dass die Stadt Oettingen und der Besitzer sich schnell zu Gesprächen treffen und sich bezüglich des Verkaufs einigen. Hier stehe sowohl die Bürgermeisterin als auch der Besitzer gegenüber der Stadt in der Verantwortung. Für private Spekulationen sei kein Platz, so Lange weiter.

Oettingens Bürgermeisterin Petra Wagner freut sich über die guten Nachrichten aus Berlin und bezeichnet die Aufnahme in das Programm als „einmalige Chance“. „Es ist eine großartige Leistung von allen am Bewerbungsverfahren beteiligten Stellen, dass wir uns im nationalen Vergleich durchsetzen konnten“, sagt Wagner. Die Leistung der Beteiligten sei bemerkenswert. Sie werde sobald wie möglich eine Sondersitzung des Stadtrates einberufen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Insgesamt betrage die bislang veranschlagte Summe für die Sanierung rund 12,5 Millionen Euro. Der Kaufpreis für die Krone ist darin nicht enthalten. Wagner hat Seebauer bereits über die Förderung informiert. Er sagt auf Nachfrage, dass er sich mit der Stadt an einen Tisch setzen werde.

Auf den Projektaufruf „Nationale Projekte des Städtebaus“ sind 118 Anträge aus ganz Deutschland eingegangen. Antragsteller sind – unabhängig vom Träger der Maßnahme – die Kommunen. Die Anträge wurden gesichtet und vorbewertet, Mitte März hat die Expertenjury mit Parlamentsbeteiligung eine Förderempfehlung erarbeitet.

Das Bauministerium teilt mit, dass die Maßnahmen zügig begonnen werden können, sobald die Kommunen die formalen Zuwendungsanträge stellen. 140 Millionen Euro werden insgesamt aus dem Fördertopf verteilt.

Bekanntlich hat die Oettinger Krone im Februar 2017 schließen müssen, weil die Denkmalschutzbehörde den Dachstuhl als nicht mehr sicher ansah. Der Wirt hat eine Nutzungsuntersagung erhalten. Seit wenigen Wochen läuft die Notsicherung des Dachstuhls. Die Stadt wartet auf die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie, die für rund 62000 Euro analysiert, wie das Hotel oder der Kronensaal genutzt werden könnten. mit pm

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Verena Mörzl.

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