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Konsum

14.03.2019

Mindestens haltbar bis …

Nicht jedes Lebensmittel muss gleich in die Tonne, rät Ernährungsexpertin Cornelia Zink

Der Joghurt riecht noch gut, der Käse sieht lecker aus, doch beides landet im Müll. Das abgelaufene Mindesthaltbarkeitsdatum könnte schuld daran sein. „Dabei können die meisten Lebensmittel auch über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus eine gewisse Zeit ohne Bedenken gegessen oder getrunken werden“, sagt Cornelia Zink, Ernährungsexpertin bei der AOK in Nördlingen. Wie lange das der Fall sei, ließe sich nicht pauschal beantworten, heißt es in einer Pressemitteilung der Gesundheitskasse. Für Milchprodukte und Eier seien es Tage. Für Mehl, Kaffee, Nudeln und Reis können es auch durchaus Monate sein, vorausgesetzt, sie werden richtig gelagert. Als Faustformel gilt der Expertin zufolge Folgendes: je weniger Flüssigkeit, desto länger haltbar. Das Mindesthaltbarkeitsdatum besage lediglich, bis zu welchem Zeitpunkt ein ungeöffnetes und richtig gelagertes Lebensmittel seine speziellen Eigenschaften unverändert behält. Dazu gehören Geschmack, Geruch, Farbe, Konsistenz und Nährwert. 55 Kilogramm Lebensmittel wirft jeder pro Jahr rein rechnerisch auf den Müll, fast die Hälfte davon wäre vermeidbar, besagt eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).

„Bevor wir Lebensmittel wegwerfen, sollte ihr Zustand mit Nase, Augen und Mund getestet werden“, rät Cornelia Zink. Wie sieht das Produkt aus: Ist Schimmel vorhanden? Riecht das Lebensmittel sonderbar und anders als sonst? Schmeckt es anders als gewohnt? Meist kann man sich dabei auf seinen eigenen „Riecher“ gut verlassen. Offensichtlich verdorbene Produkte gehören in den Müll. Manchmal müssen Lebensmittel auch dann weggeworfen werden, wenn nur einige kleine Stellen betroffen sind, heißt es weiter.

Bei anderen reiche es, betroffene Stellen zu entfernen. Bei Schimmel am Brot, in Getreidepackungen oder im Joghurt müsse das gesamte Produkt in den Müll. Je weniger Flüssigkeit im Produkt ist, desto eher kann es reichen, auch nur einen Teil großflächig abzuschneiden. Das gilt zum Beispiel für Hartkäse oder luftgetrocknete Wurst.

Haben Obst und Gemüse mit viel Flüssigkeit wie Äpfel oder Tomaten faule Stellen, sollten Verbraucher diese wegwerfen. Konserven seien ebenfalls deutlich länger als das Mindesthaltbarkeitsdatum haltbar. Ein gewölbter Deckel ist jedoch ein Hinweis auf verdorbenen Inhalt. „Anders als das Mindesthaltbarkeitsdatum ist das Verbrauchsdatum zu bewerten, das auf der Verpackung mancher Lebensmittel aufgedruckt ist“, sagt Cornelia Zink. Dieses Datum zeigt, bis wann das Lebensmittel wirklich verzehrt sein müsse. Zudem ist meist ein genauer Hinweis auf die Lagerungsbedingungen (Temperaturbereich) angegeben. (pm)

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