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25.03.2009

Mit dem Rollstuhl durch die Altstadt

Nördlingen (siwa) - Am eigenen Leibe erfuhren 27 Jugendliche des Deutschen Roten Kreuzes Aalen die Probleme, die auf einen Rollstuhlfahrer in einer Altstadt wie Nördlingen zukommen können. Im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres im Rettungsdienst stellten sie die Behindertentauglichkeit Nördlingens auf den Prüfstand. Ausgerüstet mit Rollstühlen vom Sanitätshaus Feix, versetzten sich die Jugendlichen in die Lage eines Behinderten und machten sich, aufgeteilt in vier Gruppen, auf den Weg in die verschiedensten Geschäfte und Ämter. Am Ende des Projektes wurden die Ergebnisse, festgehalten auf Erhebungsbögen, zusammengetragen und ausgewertet.

Ansätze zur Erleichterung

Das Fazit: Insgesamt weise die Stadt Nördlingen Ansätze auf, die Behinderten das Leben erleichtern könnten, allerdings bestehe in vielen Belangen noch Verbesserungspotenzial. "Sitzt man einmal selbst im Rollstuhl, wird das sonst so schöne, vom mittelalterlichen Charme geprägte Nördlingen durch sein Kopfsteinpflaster zu einer abenteuerlichen Herausforderung", sind sich die Projektteilnehmer einig.

Auch die vielen Stufen zum Rathaus hinauf bildeten ein unüberwindbares Hindernis für körperlich eingeschränkte Menschen. Größte Kritikpunkte sind teils nicht vorhandene, teils ins Abseits gestellte Behindertentoiletten und ein mangelhaftes Angebot an Behindertenparkplätzen.

Mit dem Rollstuhl durch die Altstadt

Stellungnahme der Stadt

Pressesprecher der Stadtverwaltung Nördlingen, Rudi Scherer, bezog gegenüber unserer Zeitung Stellung: "Wir bemühen uns selbstverständlich, die Barrierefreiheit Nördlingens Stück für Stück zu optimieren." Allerdings seien die historischen Begebenheiten der Stadt oftmals ein Grund dafür, dass die ein oder andere Behindertentoilette schwer zugänglich und die Anzahl der behindertengerechten Parkplätze zu gering seien. Diese Problematik stelle aber nicht nur eine Benachteiligung von Rollstuhlfahrern dar. Auch andere Bürger hätten es oft nicht leicht, eine Parklücke in der Altstadt zu finden.

Bezüglich des hinderlichen Kopfsteinpflasters sagte Rudi Scherer:

"Natürlich ist es für Rollstuhlfahrer sehr beschwerlich, den Bodenbelag der Innenstadt zu passieren. Doch kann man den Marktplatz nicht einfach teeren."

Ansprechpartner vorhanden

Behinderte, die Erledigungen im Rathaus zu besorgen haben, könnten beruhigt sein, trotz der unbezwingbaren Eingangstreppe ihren gewünschten Ansprechpartner anzutreffen. Die gegenüberliegende Tourist-Information biete den Service, umgehend einen Zuständigen des Rathauses zu der behinderten Person zu bestellen.

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