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09.07.2010

Mit einem Schlag: Die Meteoritenkrater Ries und Steinheim

Nördlingen Fast genau auf den Tag vor 50 Jahren entdeckte der berühmte Impaktforscher Eugene Shoemaker im Suevitsteinbruch Otting zum ersten Mal Coesit. Jenes Mineral, das als "Fingerabdruck" des kosmischen Geschosses gilt, das vor circa 14,5 Millionen den Rieskrater geschaffen hat. Solche Quarzhochdruckminerale wie Coesit und Stishovit entstehen nur in Impaktkratern durch extreme Druck- und Temperaturverhältnisse beim Einschlag eines kosmischen Körpers.

Neben diesem Jubiläum jährt sich auch das Astronautentraining der Apollo 14 und 17 im Rieskrater zum 40sten Mal. Bei diesem geologischen Feldtraining war erneut der Suevitsteinbruch in Otting im Fokus. Dort lernten die Astronauten das wichtigste Impaktkratergestein, den Suevit kennen und waren somit in der Lage, bei ihren späteren Apollo-Missionen ähnliche Gesteinsformationen auf dem Erdmond zu erkennen. Der im SWR am Samstag, 17. Juli, um 18.15 Uhr zu sehende Film beschäftigt sich unter anderem mit diesem Thema. Gemeinsam mit dem Bürgermeister von Otting, Johann Bernreuther, stellt die Geologin Gisela Pösges, stellvertretende Leiterin des Rieskrater-Museums, den "Astronautensteinbruch" Otting vor.

Spannende Entstehungsgeschichte

Des Weiteren zeigt der Filmbeitrag die spannende Entstehungsgeschichte des Nördlinger Rieses und seines Nachbarkraters Steinheimer Becken. Die Entstehung dieser beiden Krater ist eng aneinander geknüpft. Mittlerweile konnten unter anderen auch die beiden Impaktforscher Elmar Buchner und Martin Schmieder vom Planetologischen Institut der Universität Stuttgart nachweisen, dass vor ca. 14,5 Mio. Jahren ein Doppelasteroid ("Riesasteroid" ca. 1,2 Kilometer im Durchmesser und der "Steinheimasteroid" 120 Meter) die Alblandschaft traf und die beiden einzigen Impaktkrater in Deutschland entstehen ließ.

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Außerdem vermuten die beiden Forscher auch, dass die beiden Asteroiden stofflich unterschiedlich zusammengesetzt waren. Beim Riesasteroiden soll es sich demnach um einen Steinkörper gehandelt haben und beim Steinheimer Becken um einen Eisenkörper.

Im Filmbeitrag werden verschiedene Steinbrüche und Aufschlüsse in den Kratern vorgestellt und natürlich wird auch das größte Bauwerk aus einem Impaktgestein (Suevit) gezeigt, die St. Georgskirche im Zentrum der Altstadt von Nördlingen. Der Filmbeitrag wird später auch im Rieskrater-Museum käuflich zu erwerben sein. (RN)

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