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Polizei

30.01.2020

Mordfall Bögerl: Durchsuchung im Landkreis Donau-Ries

Der Wagen der toten Maria Bögerl war damals im Hof des Klosters Neresheim gefunden worden.
Foto: Dieter Mack (Archiv)

Plus Vor rund zehn Jahren ist die Bankiersfrau tot aufgefunden worden. Eine Geldübergabe war gescheitert.

Im Fall der vor knapp zehn Jahren ermordeten Bankiersfrau Maria Bögerl hat es, wie erst jetzt bekannt wurde, am Mittwoch vergangener Woche Hausdurchsuchungen bei Tatverdächtigen in den Landkreisen Donau-Ries und Schwäbisch Hall gegeben – allerdings ohne Ergebnis. Wo genau im Landkreis Donau-Ries gesucht wurde, dazu wollte sich der Pressesprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Ellwangen, Armin Burger, auf Anfrage der Rieser Nachrichten nicht äußern. Er machte dafür Datenschutzgründe geltend.

Leiche war im Wald gefunden worden

Aber alle Spuren führten nicht zu dem oder denen, die die seinerzeit 54-jährige Maria Bögerl am 12. Mai 2010 aus ihrem Haus in Heidenheim-Schnaitheim entführt hatten. Spaziergänger hatten die Leiche erst einen Monat später in einem Waldstück zwischen Heidenheim-Nietheim und Aalen-Niesitz gefunden.

Das Kapitalverbrechen ist einer der spektakulärsten ungeklärten Kriminalfälle in Deutschland. Warum es jetzt zu den Durchsuchungen gekommen ist, nachdem es lange Zeit ruhig um den Fall gewesen war, dazu wollte sich Burger nicht konkret äußern. Nur so viel: Die Razzien hätten sich aus der aktuellen Bewertung der Beweislage ergeben. Grundlage sei ein richterlicher Beschluss gewesen. Es seien Gegenstände sichergestellt worden, zwei der drei Tatverdächtigen seien DNA-Proben entnommen worden. Eine Übereinstimmung mit der nach dem Mord im Auto von Maria Bögerl gesicherten DNA-Spur habe es jedoch nicht gegeben. Sonst wären die Beschuldigten nicht mehr in Freiheit.

Neben einer Wohnung auch Firmengebäude durchsucht

In einem Fall in Schwäbisch Hall ist die Rede davon, dass neben einer Wohnung auch ein Firmengebäude durchsucht worden sei. Die in den insgesamt drei Objekten beschlagnahmten Gegenstände haben Burger zufolge den Tatverdacht nicht erhärtet. Er sagt aber auch, dass das Ermittlungsverfahren nicht eingestellt ist. Zwar wurde die nach dem Verbrechen gebildete Sonderkommission vor vier Jahren aufgelöst. Aber eine Arbeitsgruppe beim Polizeipräsidium Ulm kümmere sich nach wie vor darum.

Der Mord an Maria Bögerl hat bundesweit Schlagzeilen gemacht. Ihm waren Beiträge in der Fernsehsendung „XY ungelöst...“ gewidmet und er ist sogar Vorlage für einen ARD-„Tatort“ gewesen. Die Bankiersgattin war am Morgen des 12. Mai 2010, einen Tag vor Christi Himmelfahrt, entführt worden. Noch am Morgen dieses Tages erhielt ihr Mann, damals der Chef der Kreissparkasse Heidenheim, einen Anruf und wurde mit der Forderung nach 300.000 Euro Lösegeld konfrontiert. Es sollte nach damaligen Angaben der Polizei „in komplizierter Stückelung“ bereitgestellt werden. Die Geldübergabe an einer Unterquerung der Autobahn 7 bei Heidenheim in Richtung Würzburg scheiterte, weil das Geld nicht rechtzeitig beschafft werden konnte. Zwei Tage später wurde Bögerls Auto im Hof des Klosters Neresheim gefunden.

Pleiten, Pech und Pannen bei Ermittlungen

Die Fahndung nach dem oder den Entführern und mutmaßlichen Mördern war danach vielfach von Pleiten, Pech und Pannen begleitet. Zeitweise wurden der Mann der Toten, der sich zwei Jahre später das Leben nahm, und der Schwiegersohn verdächtigt. Massengentests in Neresheim und Giengen/Brenz blieben ebenso erfolglos wie der Einsatz einer neuen Software, mit der 600000 alte Datensätze ausgewertet wurden. Dabei handelte es sich vor allem um Verbindungsdaten von Mobiltelefonen, die im Zeitraum der Tat in der Nähe des Schauplatzes der Entführung aufgezeichnet worden waren. Vermeintliche Zeugen entpuppten sich als Lügner, die die Polizei etwa mit gefälschten angeblichen Beweise in die Irre führten.

Aber trotz allem: Die Akte Bögerl wird nicht geschlossen, sagt Burger. Dies geschehe erst, wenn der oder die Täter gefasst seien oder es keine Ermittlungsansätze mehr gebe.

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