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Landkreis

28.06.2017

Müller: Bei den Kommunen ansetzen

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) betont die Bedeutung von Hilfsprojekten in der Region.
Bild: Bernd von Jutrczenka, dpa

Entwicklungsminister Gerd Müller im Gespräch über den Sinn lokaler Hilfsprojekte und über die Bereitschaft zur Hilfe.

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) kennt die angedachten Hilfsprojekte aus dem Landkreis rund um Schulbauten und Waisenhäuser in Afrika. Zuletzt war er im Februar dieses Jahres in Wemding zu Gast. Mit ihm sprachen wir am Montag in München über den Sinn der lokalen Projekte – und über kritische Punkte.

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Herr Müller, Projekte wie sie im Kreis Donau-Ries initiiert werden – sind sie nicht doch eher ein Tropfen auf den heißen Stein angesichts der dramatischen Lage in Teilen dieser Welt?

Müller: Es ist absolut wichtig, was hier angepackt wird. Stefan Rößle setzt derzeit Leuchttürme. Wichtig sind die Investitionen in Kinder, in die Jugend, in deren Ausbildung und Arbeitsplätze. Die Kommunen können nun Einzelinitiativen starten. Dabei geht es unter anderem um die Bereiche Schule, Gesundheit, Wasser.

Müller: Bei den Kommunen ansetzen

Weltweit, aber vor allem auch in Entwicklungsländern, grassiert die Korruption. Das schreckt womöglich viele potenziellen Helfer ab ...

Müller: Ja, es gibt Korruption, aber die gibt es vor allem oben in den Staaten. Wir wollen in den Kommunen direkt helfen – wir setzen unten an. Wenn wir beispielsweise mit den Kirchen vor Ort arbeiten, zu denen ja gute Verbindungen bestehen, dann scheidet Korruption aus.

Was soll in der Entwicklungshilfe jetzt anders gemacht werden?

Müller: Wir müssen weg von dem Ausschütten der finanziellen Hilfen mit der Gießkanne, hin zur Unterstützung der konkreten Arbeit in Reformländern. Konkret haben wir (Anm. d. Red.: das Entwicklungsministerium) Länder wie Ruanda, Tunesien und die Elfenbeinküste im Blickpunkt, aber auch Länder wie Ghana sind auf dem Weg.

Wie ist die Bereitschaft zur Hilfe andernorts – steht Deutschland beziehungsweise die hiesigen Landkreise und Regionen, hierbei europaweit wieder alleine da, wie etwa zuletzt in der Asylkrise?

Müller: Die Bereitschaft andernorts in Europa ist unterschiedlich. Es gibt Länder, die wenig oder nichts tun – und es gibt diejenigen, die mehr tun. Dazu zählen auch die ehemaligen Kolonialmächte, die Briten, Franzosen und vor allem auch die Benelux-Staaten.

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