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Wallerstein/Alerheim

22.02.2021

Mutter am Tag der Schulöffnung: "Ich habe gedacht, ich kann nicht mehr"

Die Abschlussklasse der Maria-Ward-Realschule in Wallerstein hatte am Montag den ersten Schultag in Präsenz seit einigen Wochen. Die Schüler kommen dort in einer früheren Turnhalle mit ausreichend Abstand unter.
Bild: Jan-Luc Treumann

Plus Seit Montag dürfen weitere Schüler zurück in den Präsenzunterricht kommen. Bei den Eltern ist die Erleichterung groß.

Der erste richtige Schultag seit Wochen ist für die Abschlussklasse vorbei. Die Schüler packen ihre Unterlagen und Mäppchen ein und verlassen die frühere Turnhalle der Maria-Ward-Realschule in Wallerstein. Ein kleines bisschen Normalität nach einer langen Zeit ausschließlichen Fernunterrichts. Was sagen Schüler, aber vor allem die Eltern über den nächsten Schritt zur Rückkehr der Klassen?

Schülerin Alina Stolle ist sehr zufrieden mit dem ersten Präsenztag. „Man kann schneller mal eine Frage stellen. Und beim Englisch-Unterricht versteht man Herrn Geiger auch besser“, sagt sie. Als sie mit anderen Schülern den Raum verlässt, ruft Schulleiter Geiger ihnen noch scherzhaft hinterher: „Kommt morgen bitte wieder, wir haben keinen Wechselunterricht.“

Maria-Ward in Wallerstein: Am Anfang waren die Schüler noch etwas zögerlich

Auch Geiger ist sehr froh über den Wiederbeginn an den Schulen. Den schrittweisen Wiederbeginn. Denn seit Montag dürfen – wenn der Mindestabstand eingehalten werden kann – Schüler an Grundschulen wieder zurück in den Unterricht vor Ort. Das gilt ebenso für die Abschlussklassen der weiterführenden und beruflichen Schulen. So auch in Wallerstein. „Ich habe heute zum ersten Mal nach vielen Wochen wieder Englisch in Präsenz unterrichtet. Am Anfang waren die Schüler schon noch etwas zögerlich“, schildert Geiger, das habe sich dann aber schnell gelegt.

Zwar sei die Schule dank der Diözese in technischer Hinsicht gut aufgestellt, doch gerade im Fernunterricht bleibe der persönliche Kontakt sehr auf der Strecke. In den höheren Jahrgängen mache kaum noch ein Schüler die Kamera an und so spreche man meist nur noch in einen leeren Raum. Geiger hofft, dass die fünften und sechsten Klassen bald wieder zurückkehren können. Doch er räumt auch ein: „Je mehr Leute wieder vor Ort sind, desto größer ist die Gefahr.“ Gerade wenn viele Schüler aneinander vorbeilaufen, und auch für die Lehrerinnen und Lehrer sei das Risiko einer Ansteckung nicht zu unterschätzen.

Eine Schülerin sagt über die Rückkehr: "Das war heute voll cool"

Daniela Baumann vom Elternbeirat der Maria-Ward-Realschule hat drei Kinder an verschiedenen Schulen. Am Montag konnte nun ihre Tochter die Grundschule wieder besuchen. Die war richtig begeistern, wie die Mutter erzählt. „Das war heute voll cool“, habe sie zu Hause erzählt. Morgens hatte sie noch gefragt, ob die Mitschüler sie wohl noch alle erkennen würden. Nicht nur für die Kinder, auch für die Eltern sei die Belastung groß gewesen. „Wir sind sehr froh, dass wir wieder ein Stück weit Normalität haben“, sagt Baumann. Gerade das Mutter-Tochter-Verhältnis werde entlastet, wenn nun die Lehrer wieder einfordern, dass Aufgaben erledigt werden. Mache das die Mama, werde das auch mal angezweifelt. Gerade für Eltern mit mehreren Kindern sei die Situation sehr belastend.

Ebenfalls mehrere Kinder, zwei Söhne, hat Margit Löfflad aus Alerheim. Einer besucht die sechste Klasse im Gymnasium, der andere geht in die Grundschule vor Ort. Am Montag durfte der Jüngere wieder in den Unterricht – darüber habe er sich sehr gefreut, schildert die Mutter. Ebenso groß war die Erleichterung bei ihr und ihrem Mann. „Uns ging wirklich die Puste aus, die Motivation war das Schwierigste“, sagt Löfflad.

Erstklässler wissen kaum, wie der Unterricht abläuft

Sie und ihr Mann arbeiten größtenteils im Homeoffice, Margit Löfflad muss nur gelegentlich für Termine außer Haus. Der jüngere Sohn hocke bei ihnen im Zimmer, sie hätten immer wieder nach ihm gesehen. Er habe auch viel gelernt, sagt Löfflad, mittlerweile könne er Scans umbennen und diese per E-Mail verschicken. Es ging aber nicht nur darum, die Motivation bei den Kindern aufrechtzuerhalten „Es gab Montage, da habe ich gedacht, es geht nicht mehr“, schildert Löfflad. Ihr Sohn habe dann gesagt, da müssten sie jetzt durch. Die Mutter hofft, dass mittels einer Teststrategie wieder bald mehr Kinder in die Schule zurückdürfen.

An der Grund- und Mittelschule Deinigen sind am Montag alle Grundschulklassen wieder in den Unterricht gekommen, ebenso die Abschlussklassen. Die Vorsitzende des Elternbeirats, Corinna Jungwirth, schildert, dass ihre Tochter so eifrig wie lange nicht aufgestanden sei. Grundsätzlich sei der Fernunterricht an der Schule gut abgelaufen. Aber gerade bei Eltern mit mehreren Kindern habe es mit den verschiedenen Plattformen ein gewisses Durcheinander gegeben. Da mussten Eltern versuchen, den Überblick zu behalten. „Ich hoffe, dass es normal weitergeht und keine dritte Welle kommt. Gerade die Erstklässler kennen ja den Schulalltag kaum“, sagt Jungwirth.

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