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Feuerwehr

20.05.2019

Nach 37 Jahren: Neues Fahrzeug für die Feuerwehr Wallerstein

Die beiden Wallersteiner Geistlichen Pfarrer Klaus Haimböck (links) und Dekan Jürgen Eichler segneten das neue Fahrzeug der Wallersteiner Feuerwehr.
Bild: Ronald Hummel

In Wallerstein wird das HLF 10 der Feuerwehr eingeweiht. Rund 350.000 Euro hat das Gefährt gekostet. Warum es an der Zeit für ein neues war.

Bürgermeister Joseph Mayer rückte die feierliche Fahrzeugübergabe des nagelneuen Hilfsleistungs-Löschgruppenfahrzeugs HLF 10 an die Wallersteiner Feuerwehr auf eine hohe Stufe: „Feuerwehrler stellen sich in den Dienst der Allgemeinheit und sind als einzige Ehrenamtsträger notfalls bereit, ihr Leben dafür zu riskieren - dafür stellt ihnen die Gesellschaft die notwendige Ausrüstung zur Verfügung.“ Die Gesellschaft war hier konkret der Wallersteiner Gemeinderat, wobei Mayer betonte, dass die Gemeinde in der langen Anschaffungsphase seit den ersten Gesprächen vor fünf Jahren zu keiner Zeit einen Sparzwang erließ. Gut 358.000 Euro habe das Fahrzeug gekostet; die Regierung von Schwaben förderte es mit 83.000, der Landkreis mit knapp 50.000 Euro.

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Laut Kommandant Armin Strehle habe die letzte Fahrzeugübergabe in Wallerstein 1982 stattgefunden: „Da war ich noch nicht einmal geboren.“ Er rekapitulierte die Chronik der Beschaffung; demnach war das LF8-Fahrzeug von 1972 einfach nicht mehr zeitgemäß. Nach der Ausschreibung lieferte MAN das Fahrgestell, die Firmen Fischer und Ziegler Beladung und Aufbau; im November letzten Jahres konnte eine Delegation der Feuerwehr das Fahrzeug in Empfang nehmen. Angetrieben wird es von einem 290 PS starken Dieselmotor, die Pumpe schafft 2000 Liter Wasser in der Minute, der Lichtmast ist 18.000 Lumen hell, unter anderem sind vier Atemschutzgeräte und ein hydraulisches Rettungskissen an Bord.

Das neue Fahrzeug in Wallerstein bringt auch neue Aufgaben mit sich

Bei aller Technik dankte er seinen Kameraden für ihr Engagement, Fahrzeug und Ausrüstung vollauf zu beherrschen: „Ohne Euch nützt das beste Fahrzeug nichts.“ Kreisbrandmeister Klaus Schwager, im Übrigen Strehles Vorgänger als Kommandant, griff ebenfalls auf, dass ein neues Fahrzeug auch neue Aufgaben mit sich bringe, die wiederum noch mehr Freizeit einfordern. Er ging auf die Diskrepanz ein, dass der Ruf nach effektiver, professioneller Hilfe immer lauter werde, andererseits Gaffer als „Volkssport“ ohne jeden Anstand das Leid anderer fotografieren oder gar Hilfskräfte attackieren.

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Der stellvertretende Landrat Reinhold Bittner zitierte provokant die gelegentliche Frage, ob es solche „Spielzeuge“ wirklich brauche, wies solch eine Denkweise grundsätzlich zurück und machte klar, dass dem Rettungsschutz höchste Priorität zukomme. So werde der Wallersteiner Wehr mit der B25 ein brisanter Fokus zugewiesen, der höchste Einsatzbereitschaft erfordere.

Gemeinsamkeiten zwischen Kirche und Feuerwehr

Der katholische Dekan Jürgen Eichler, seit wenigen Tagen auch Bischöflicher Geistlicher Rat, setzte die Aufgabe der Wehr dem höchsten christlichen Gebot der Liebe gleich, dem Nächsten in Not sofort zu Hilfe zu eilen. Der evangelische Pfarrer Klaus Haimböck stellte weitere Gemeinsamkeiten zwischen Kirche und Feuerwehr heraus: An beide denke man erst in der Not, sie verlieren an Wertschätzung bis hin zu schockierenden Angriffen während der Rettung Anderer, und das Handeln entspringe hohem Gemeinschaftssinn.

Beide Geistliche segneten das Fahrzeug, bevor es bei einem regelrechten kleinen Volksfest gefeiert wurde. Hauptattraktion war dabei eine Schauübung unter Einsatz des neuen Rettungssatzes an einem fiktiven Unfallfahrzeug.

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