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Ries

04.01.2021

Nach Vorfall in Nördlingen: Feuerwehr warnt vor Kohlenmonoxid

Der Kohlenmonoxid-Melder, den eine Einsatzkraft hier zeigt, kann Leben retten.
Foto: Mario Obeser

Plus In Nördlingen wird eine 17-Jährige bewusstlos, weil aus einer Gastherme Kohlenstoffmonoxid austritt. Jetzt warnt die Nördlinger Feuerwehr nachdrücklich vor dem Atemgift und will aufklären.

Die unsichtbare Gefahr macht Kohlenstoffmonoxid so heimtückisch. Wie gefährlich das sogenannte Atemgift ist, erlebte eine 17-Jährige in Nördlingen am Wochenende. Weil eine Gastherme defekt war, strömte das geruchlose Gas aus. Die Jugendliche konnte gar nicht wissen, welcher Gefahr sie im Bad ausgesetzt war. Ihre Mutter fand sie bewusstlos, die junge Frau hatte Glück im Unglück. Nach dem Vorfall will die Nördlinger Feuerwehr allerdings verstärkt aufklären, denn: Zwar sei das Bewusstsein für lebensrettende Rauchmelder gestiegen, allerdings nicht für die Gefahr durch Kohlenstoffmonoxid.

Kohlenstoffmonoxid, umgangssprachlich auch Kohlenmonoxid genannt, ist ein toxisches Gas, das man weder sehen, riechen noch schmecken kann. Kohlenmonoxid (CO) entsteht bei der unvollständigen Verbrennung kohlenstoffhaltiger Kraft- und Brennstoffe, also in einer Vielzahl an Wohnungen und Häusern. Die Nördlinger Feuerwehr verweist zu den detaillierten Eigenschaften des Gases auf die Internetseite www.co-macht-ko.de – dort werden von Experten sämtliche Informationen von der Entstehung bis hin zu den Folgen und Vorbeugemaßnahmen übersichtlich und verständlich aufgezeigt.

Kohlenstoffmonoxid ist schwer zu erkennen und lebensgefährlich

Die Experten warnen, dass selbst geringe Mengen zu Kohlenmonoxid-Vergiftungen führen können. Das Gas verdrängt den Sauerstoff im Blut und in der Muskulatur. Die lebenswichtige Versorgung von Organen und dem besonders auf die Sauerstoffversorgung angewiesenen Gehirn ist dadurch blockiert, heißt es weiter. Es entsteht je nach CO-Konzentration ein schleichender oder auch akuter Sauerstoffmangel an Herz, Gehirn und Organen.

Der Gas-Austritt am Wochenende in der Nördlinger Feldstraße hat nachdem das Mädchen entdeckt wurde laut Stadtbrandrat Marco Kurz deshalb so schnell erkannt werden können, weil die Einsatzkräfte des Roten Kreuzes mit CO-Warnern ausgestattet waren. Sie schlugen Alarm, die Feuerwehr wurde verständigt. „Wir haben den Wert dann auch gemessen, unsere Leute sind aber mit Atemschutz in die Wohnung“, schildert Kurz den Einsatz. Viele Einsatzkräfte sind inzwischen mit CO-Meldern ausgestattet. Der Energieversorger habe das Gas schließlich abgedreht. Wie auch in Nördlingen, so ist laut co-macht-ko.de häufig ein technischer Defekt Ursache für den Gasaustritt.

Ein Warngerät kann vor Kohlenmonoxid schützen

Besonders unter Sauerstoffmangel werden demnach schnell lebensbedrohliche Konzentrationen erreicht. Auslöser könnten jedoch auch mangelnde Wartung oder Manipulationen an der Verbrennungseinrichtung sein. Auch durch verstopfte Abluftrohre von Gasthermen, Ölheizungen oder Kaminöfen gelangt Kohlenmonoxid in die Raumluft.

Feuerwehrmann Kurz erinnert sich an seine alte Wohnung, dort habe er im selben Raum geschlafen, in der auch die Gastherme war. Er habe das Warngerät an die Therme gestellt. Denn die größte Problematik sei, dass man das Gas nicht riecht. „Es schleicht sich in den Körper“, sagt Kurz. Und es könne auch durch Wände und Böden, weshalb am Wochenende nicht nur die Wohnung untersucht wurde, sondern das gesamte Mehrfamilienhaus. Es habe allerdings keine Gefahr für Anwohner bestanden.

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