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Spatenstich

25.10.2019

Nahwärme: Hohenaltheimer versorgen sich selbst

Freuten sich über den Baubeginn (von links) die Bürgermeister Wulf-Dietrich Kavasch (Hohenaltheim) und Christoph Schmid (Alerheim), Kreisrat Peter Moll, Armin Sporys, Peter Sander, Sabine Schmidt (alle Nahwärmegenossenschaft), Landrat Stefan Rößle und Manfred Schnabel (Nahwärmegenossenschaft).
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Freuten sich über den Baubeginn (von links) die Bürgermeister Wulf-Dietrich Kavasch (Hohenaltheim) und Christoph Schmid (Alerheim), Kreisrat Peter Moll, Armin Sporys, Peter Sander, Sabine Schmidt (alle Nahwärmegenossenschaft), Landrat Stefan Rößle und Manfred Schnabel (Nahwärmegenossenschaft).

Viele Haushalte erhalten bald nicht nur günstigere Energie, sondern auch schnelleres Internet.

Peter Sander ist sich sicher: Mit dem neuen Nahwärme-Netz wird Hohenaltheim vorzeitig die CO2-Ziele erreichen. Denn dann sparen 51 Haushalte jährlich rund 140000 Liter Heizöl. Sander ist Teil der Nahwärmegenossenschaft Hohenaltheim, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Energieversorgung des Ortes selbst zu regeln. Gelingen soll das durch die Wärme aus einer nahe gelegenen Biogasanlage.

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Sander hat zusammen mit anderen Bürgern zu diesem Thema recherchiert. Im Dezember 2018 wurde dann die Nahwärmegenossenschaft gegründet (wir berichteten). Vorbild dafür war Niederaltheim. Dort gibt es bereits ein Nahwärmenetz, das von einer Genossenschaft betrieben wird. Nun fand der offizielle Spatenstich für das Projekt statt.

Er sei zunächst einer der Skeptiker gewesen, sagte Hohenaltheims Bürgermeister Wulf-Dietrich Kavasch bei der Veranstaltung. Dann haber er sich aber dazu entschlossen, selbst mitzumachen. Auch die Gemeinde beteilige sich mit drei Anschlüssen. Insgesamt werden 54 Anschlüsse eingerichtet. Eine beachtliche Zahl, sagte Kavasch. Es wäre jedoch schön gewesen, wenn sich noch mehr Bürger beteiligt hätten. Peter Sander – den Kavasch als „Greta Thunberg Hohenaltheims“ bezeichnete – hob die Vorteile des Projektes hervor: Die Wärme aus der Biogasanlage werde nicht in die Luft geblasen, sondern für die Energieversorgung genutzt. Daneben gebe es auch ökonomische Vorteile: Der Wärmepreis sei im Vergleich zum durchschnittlichen Ölpreis der vergangenen 20 Jahre rund 20 Prozent niedriger.

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So schauen die Rohre aus, die nun in Hohenaltheim verlegt werden.

Insgesamt 1,5 Millionen Euro muss die Genossenschaft für das Vorhaben investieren. Davon sind 290000 Euro Eigenleistung. 640000 Euro gibt es an Fördergeldern, für 600000 Euro wird ein Kredit aufgenommen. Dieser soll durch die Einnahmen wieder abbezahlt werden, sagte Sander. Neben den Rohren für das Nahwärmenetz werden auch Glasfaserkabel für schnelleres Internet verlegt. Es gebe auch Hohenaltheimer, die sich nur diesen Anschluss legen lassen, erklärte Sander.

Landrat Stefan Rößle sagte, dass die Gemeinde durch das Projekt neben Niederaltheim eine Vorreiterrolle im Landkreis einnehme. Dadurch werde Weitsicht bewiesen, so der Landrat weiter. Die Genossenschaft sei eine Gemeinschaftsleistung der Bürger. Auch Pfarrer Wilhelm Imrich betonte den Gemeinschaftsgedanken des Projektes.

Angst, dass die Wohnung kalt ist, wenn die Biogasanlage einmal eine Störung hat, müssen die Hohenaltheimer übrigens nicht haben, versicherte Sander. Für diesen Fall gebe es im Maschinenraum eine Ersatzheizung. Das Hohenaltheimer Nahwärmenetz soll im Sommer 2020 in Betrieb gehen.

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