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12.03.2010

Neue Ideen für die Hainsfarther Judenschule

Hainsfarth Die Gemeinde Hainsfarth will den Zugang zur Synagoge sichern und Konzepte für die künftige Nutzung der leer stehenden Judenschule - in unmittelbarer Nachbarschaft zur Synagoge - entwickeln. Das erklärte jetzt auf RN-Nachfrage Hainsfarths Bürgermeister Franz Bodenmüller.

"Wir überlegen, wie wir das leer stehende Gebäude der Judenschule, ebenso wie die anderen angrenzenden Grundstücke für die Gemeinde nutzen können", so Bodenmüller. Die ehemalige Judenschule befindet sich in Privatbesitz und steht zum Verkauf. Hilfe für die Realisierung des Vorhabens könnte die hoch verschuldete Gemeinde von der Städtebauförderung erhalten. "Wir beraten mit der Regierung von Schwaben, unter welchen Voraussetzungen die öffentliche Nutzung des Areals förderfähig wäre", sagt Bodenmüller. Von der Regierung gebe es dabei wohl im Grundsatz Grünes Licht, aber die Zusage der Obersten Baubehörde stehe noch aus.

Bereits vor rund 15 Jahren seien für die Nutzung der ehemaligen Judenschule Ideen in Hainsfarth entwickelt worden: "Es gibt die Idee, dort ein mobiles Klassenzimmer einzurichten zum Thema Judenverfolgung im Nationalsozialismus beispielsweise. Aber auch für die Künstler, die in der Synagoge auftreten, könnte man dort eine Art Umkleideraum einrichten." Daneben wäre beispielsweise eine Nutzung durch die Vereine denkbar - vor allem "wenn einmal die Gastwirtschaft schließen sollte".

All dies seien aber nur Ideen, betonte Bodenmüller. Ein entsprechendes Konzept müsse noch erarbeitet werden. Ein wichtiger Aspekt sei dabei, den Umgriff der Synagoge als Parkplatz nutzbar zu machen, verbunden mit einer "vernünftigen Dorfplatzgestaltung". Ohne Unterstützung der Städtebauförderung sei das teure Projekt nicht zu schultern. "Die Förderzusage ist die Voraussetzung dafür, dass wir das ernsthaft angehen können."

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Photovoltaikanlage auf der Mehrzweckhalle geplant

Zu einer weiteren "Baustelle" in Hainsfarth äußerte sich Bodenmüller im Gespräch mit unserer Zeitung: die geplante Photovoltaikanlage auf dem Dach der Mehrzweckhalle. Ursprünglich sollte die schon im vergangenen Jahr fertig gestellt werden. Die Anbieter seien aber mehr an großflächigeren Anlagen interessiert. Bodenmüller ist zuversichtlich, das Vorhaben bis Juni 2010 abgeschlossen zu haben. Abgelehnt hingegen habe Hainsfarth die Errichtung von Photovoltaikanlagen im Gewerbegebiet: "Wir brauchen unsere Flächen für das Gewerbe. Und auch mit Blick auf den Geopark Ries hat der Gemeinderat sich gegen eine solche Anlage entschieden." Im Wornfeld werde nach dem Veto vonseiten des Landratsamtes ebenfalls kein Solarkraftwerk entstehen.

Bei der Grundschule Hainsfarth stelle die Heizung ein großes Problem dar: "Die Heizung in unserer Schule korrodiert, das wissen wir. Wie lange sie noch funktioniert, weiß keiner." Nach den Schülerzahlen aber sei der Betrieb der Schule für die nächsten zwei bis drei Jahre gesichert, so viel stehe fest.

Gute Aussichten bestünden für den Breitbandanschluss von Hainsfarth: Wie Ehingen und Oettingen will auch Hainsfarth auf die Glasfasertechnik setzen. "Man hat uns in Aussicht gestellt, dass die Gemeinde schon Mitte des Jahres angeschlossen sein werde." (heja)

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