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Medizin

17.07.2019

Neuer Chefarzt: Eine Perspektive für die Geburtshilfe

Damit auch künftig in Nördlingen Babys auf die Welt kommen können, soll am Krankenhaus eine Hauptabteilung entstehen. Chefarzt soll Kiriakos Savvidis werden. Unser Bild zeigt die Neugeborenen (von links) Ella, Sebastian, Paula Dorothea und Romina Seraphine.

Am Stift soll es künftig eine Hauptabteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe geben. Ein Chefarzt wurde gefunden. Jetzt muss nur noch der Verwaltungsrat zustimmen.

Im Nördlinger Stiftungskrankenhaus können wohl auch im kommenden Jahr Babys zur Welt kommen. Wie berichtet, hatten die beiden Belegärzte Dr. Robert Schaich und Dr. Mathias Hübner beschlossen, ihren Dienst an der Klinik Ende 2019 zu beenden. Nun ist ein Chefarzt für die neue Hauptabteilung Gynäkologie und Geburtshilfe gefunden: Kiriakos Savvidis könnte nach Nördlingen kommen, wie unsere Zeitung aus gut unterrichteten Quellen erfahren hat.

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Derzeit arbeitet der Mediziner als Oberarzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum in Landsberg am Lech. Der 44-Jährige wurde in München geboren, seine Eltern kamen bereits vor Jahrzehnten nach Deutschland. So wurde Deutsch auch seine erste Muttersprache: „Ich habe erst im Kindergarten Griechisch gelernt.“ Savvidis ist in der Landeshauptstadt aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach dem Abitur entschied er sich für ein Medizinstudium an der Universität von Thessaloniki: „Mir war es wichtig, meine Wurzeln zu sehen.“ Danach hat Savvidis einige Jahre in Griechenland als Internist gearbeitet. Seinen Facharzt machte er in Deutschland, in Thüringen. Die Medizin sei generell interessant, sagt er, die Gynäkologie biete ein breites Spektrum, eröffne viele Möglichkeiten. „Ich arbeite gerne mit Menschen“, so Savvidis.

Frauenarzt will nach Nördlingen ziehen

Nördlingen hat dem Arzt schon bei seinem ersten Besuch sehr gut gefallen – auch, weil die Stadt von der Natur umgeben ist. Savvidis will in den Krater ziehen und ist derzeit auf Wohnungssuche. Privat reist der 44-Jährige gerne: „Ich schaue mir gerne Städte an.“ Zudem geht er joggen und kann sich für gutes Essen begeistern.

Neuer Chefarzt: Eine Perspektive für die Geburtshilfe

Nördlingens Oberbürgermeister Hermann Faul hat den möglichen neuen Chefarzt am Stift bereits kennengelernt: „Das ist ein sehr angenehmer, netter Mensch.“ Faul begrüßt es außerordentlich, dass es gelungen ist, bereits Personal für die neue Hauptabteilung zu gewinnen. Schließlich wolle man die unbedingt am Stift eröffnen und das sei nur möglich, wenn man die Mitarbeiter dafür finde. Die Geburtshilfe leiste eine wichtige Aufgabe, dank ihr könnten auch weiterhin Kinder in Nördlingen auf die Welt kommen, sagt der Oberbürgermeister.

450 Buben und Mädchen haben im vergangenen Jahr das Licht der Welt im Stift erblickt, in diesem Jahr könnten es sogar rund 520 werden, wenn die aktuelle Hochrechnung zutrifft. Savvidis könne bereits im Oktober am Krankenhaus in Nördlingen beginnen, informiert gKU-Vorstandsvorsitzender Jürgen Busse. So ergäbe sich eine Übergangszeit, drei Monate könnte Savvids die beiden Belegärzte noch begleiten. Über den Mediziner ist Busse voll des Lobes: „Er ist sehr offen, geht auf die Menschen zu. Der passt zu uns.“ Eine Fachärztin sei bereits verpflichtet, jetzt brauche man noch zwei bis drei weitere. Derzeit laufen Verhandlungen, Busse ist optimistisch, dass die Suche nach Medizinern erfolgreich sein wird. Auch eine weitere Hebamme werde noch gebraucht: „Aber das ist machbar. Wir haben zuletzt eine für Donauwörth gefunden.“

Landrat Stefan Rößle verweist darauf, dass der Verwaltungsrat des gemeinsamen Kommunalunternehmens der Verpflichtung von Savvidis noch zustimmen müsse. „Ich freue mich, dass wir einen Kandidaten vorstellen können.“ Savvidis sei qualifiziert und motiviert: „Das ist eine tolle Geschichte für Nördlingen.“

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