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Heuberg

02.06.2020

Nicht ganz grün: Schränkt eine Güllegrube in Heuberg die Zukunft des Dorfes ein?

Im Süden Heubergs plant ein Landwirt eine Güllegrube. In der jüngsten Oettinger Stadtratssitzung wurde der Bauantrag kontrovers diskutiert. Thema waren auch der dazugehörige Stall und die Fahrsilos, die dort in Zukunft entstehen sollen.
Bild: Verena Mörzl

Plus Im Süden Heubergs will ein Landwirt eine Güllegrube bauen, später auch einen Stall und Fahrsilos. Bürger befürchten, dass dem Ort damit langfristig Entwicklungschancen genommen werden.

Im Süden des Oettinger Stadtteils Heuberg will ein Landwirt eine Güllegrube bauen. Seit geraumer Zeit diskutieren Stadträte in Oettingen über den Bauantrag und über das dazugehörige Bauprojekt, das der Landwirt ebenfalls plant, allerdings noch nicht beantragt hat. Der Heuberger will einen Milchviehstall bauen und auf dem Gelände sollen Fahrsilos errichtet werden. Im Stadtrat ist man sich nicht ganz grün, die Räte sind mehr oder weniger in einem Dilemma: Der favorisierte Standort für die Grube liegt rund 200 Meter neben verkauftem Wohn-Baugrund in Heuberg und der einzigen Möglichkeit, ein neues Baugebiet auszuweisen.

Bürgermeister Thomas Heydecker sagte in der Sitzung, dass der Bauantrag für die Güllegrube emissionsschutzrechtlich unbedenklich sei. Außerdem informierte er das Gremium darüber, dass am Samstag vor Ort mit Anwohnern die Lage erörtert wurde. Der Landwirt habe das Bauvorhaben „transparent vorgestellt“, es sei „konstruktiv diskutiert“ worden. Es sei auch über Alternativstandorte gesprochen worden. Nach Heydeckers Einschätzung sei der gewählte Standort aber genehmigungsfähig. Zudem handle es sich um ein modernes Stallkonzept. Außerdem benötige der Landwirt wegen der geänderten Düngeverordnung mehr Lagerkapazitäten.

Ein Heuberger Stadtrat vergleich die Entwicklung mit Lehmingen

Der Heuberger Stadtrat Rudolf Oesterle (PWG) dagegen hält den Bauantrag für unvollständig, weil darin nicht das ganze Bauvorhaben vorgestellt werde. Man sei zwar über das Projekt informiert worden, aber man wisse nichts über das Entwässerungskonzept und Frisch- oder Löschwasserbezug seien ebenfalls unklar. „Es wird der Entwicklung Heubergs nicht förderlich sein, wenn da ein Stallneubau entsteht“, sagte Oesterle. Grundsätzlich stehe er dem Stallneubau positiv gegenüber, aber nicht an diesem Standort. „Lehmingen zwei lässt grüßen“, sagte er abschließend und sprach damit den Bau eines Stalls und eines weiteren Güllebehälters an, die unter einigen Lehmingern Ärger hervorgerufen hat. Sie wollen den strengen Geruch, ausgehend vom bestehenden Stall, nicht mehr hinnehmen und haben sogar Unterschriften gesammelt Bund haben sogar Unterschriften gesammelt.

Nicht ganz grün: Schränkt eine Güllegrube in Heuberg die Zukunft des Dorfes ein?

Stadtrat und Heubergs örtlich Beauftragter Martin Löffler (SLO) sagte in der Donnerstagssitzung, dass der vorgeschlagene Standort der einzig genehmigungsfähige Standort sei. Im Bauausschuss sei das Thema bereits behandelt und einstimmig genehmigt worden. Ein Alternativstandort im Norden des Dorfes würde bedeuten, dass der landwirtschaftliche Verkehr durch das Dorf führe. Möglicherweise müsse dazu noch eine Brücke saniert werden.

Erwin Taglieber (CSU/FWG) merkte ebenfalls an, dass es in dem Bauantrag nur um die Güllegrube geht und die allein dürfe der Landwirt bauen. Von seiner Seite gebe es keine Bedenken, immerhin muss er sich beim weiteren Vorgehen an die rechtlichen Gegebenheiten halten.

Heydecker: Lehmingen und Heuberg sind nicht vergleichbar

Bürgermeister Heydecker sagte im weiteren Verlauf der Sitzung, dass Lehmingen nicht synonym für Heuberg stehen würde und man die Situation dort nicht komplett verteufeln dürfe. In Lehmingen seien die Lage und die thermischen Verhältnisse anders. Die Wörnitz drücke den Geruch des Stalls hinein ins Dorf.

Katharina Kaufmann wollte wissen, ob die Parzellen in Heuberg schon verkauft seien und inwieweit sich der Ort dort entwickeln könne. Geschäftsstellenleiter Günther Schwab sagte dazu, dass das Baugebiet im Süden beschränkt sei und nicht über den Lachgraben hinausgehen werde.

Martina Krommrei (SPD) meinte, dass es den Landwirten ermöglicht werden soll, neue Konzepte zu erstellen – allerdings unter den Voraussetzungen, „dass alles passt und mit Rücksicht auf die Bevölkerung“. Robin Bhattacharyya vermutet, dass die Geruchsbelästigung „nicht so dramatisch ist“. Es gebe aus seiner Sicht keine Gründe, um zu das Einvernehmen nicht zu erteilen.

Die Siedlungsentwicklung soll nicht beeinträchtigt werden

Mit zwei Gegenstimmen von Rudolf Oesterle und Katharina Kaufmann (PWG) votierte der Rat für den Neubau eines „offenen“ Gülle- und Gärrestbehälters, „unter dem ausdrücklichen Vorbehalt der immissionsschutzrechtlichen Prüfung sowie der Notwendigkeit einer Abdeckung des Güllebehälters“. Die Zustimmung zum Bauantrag sei vor dem Hintergrund zu sehen, dass eine neue Hofstelle mit Milchviehstall entstehen soll und dabei die Siedlungsentwicklung im Bereich des Baugebietes „Gartenäcker“ und „Gartenäcker-Süd“ in Richtung Westen nicht beeinträchtigt werden darf. Gleichzeitig muss der Landwirt sicherstellen, dass eine ausreichende Eingrünung in Richtung Heuberg möglich ist. Der Beschluss enthält außerdem den Hinweis: „Die nachrichtlich dargestellte Fahrsiloanlage steht mit drei Metern sehr grenznah am städtischen Feldweg. Diese ist allerdings nicht Gegenstand des Bauantrags.“

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