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Nördlingen

05.04.2021

Nö Mobil: Mit dem Kleinbus von A nach B

Diese Busse werden ab dem 3. Mai im Ries unterwegs sein – dann soll das neue Rufbussystem Nö mobil starten.
Foto: Fotohaus Hirsch, Cara-Irina Wagner

Plus Nö mobil startet am 3. Mai in Nördlingen und fünf Nachbargemeinden. Wie das Rufbussystem funktioniert.

Mit dem Bus von A nach B zu kommen, ist bislang auch im Ries durchaus möglich – aber nicht immer besonders komfortabel. Buslinien fahren nur einige Mal am Tag und die Zahl der Haltestellen ist vergleichsweise übersichtlich. Doch es bahnt sich nicht weniger als ein Quantensprung in Sachen Öffentlicher Personennahverkehr an. Denn am Montag, 3. Mai, startet das Rufbussystem Nö mobil im Ries.

Und das funktioniert so: Ein Fahrgast wohnt beispielsweise in Löpsingen und muss nach Nördlingen zum Arzt. Er meldet sich mindestens eine Stunde vor seinem Termin bei der Schwarzer Reise- und Verkehrsbüro GmbH unter Telefon 09081/2404095 oder über die Internetseite www.nö-mobil.de. Dort teilt er mit, an welcher Haltestelle er wann abgeholt werden möchte. Im Fahrzeug bezahlt der Gast – bar oder mit Karte – und steigt in Nördlingen wieder aus.

Wie funktioniert Nö mobil?

Die Rufbusse von Nö mobil sollen ab dem 3. Mai von Montag bis Freitag zwischen 8 und 18 Uhr sowie am Samstag von 8 bis 13 Uhr im Halbstunden-Takt verkehren. Buchungen sind ab 7.30 Uhr möglich. Man kann sich allerdings auch schon zehn Tage vor seiner Wunschfahrt beim Verkehrsunternehmen Schwarzer melden, feste Termine werden stets bestmöglich berücksichtigt, heißt es in einem Werbeflyer. Die einfache Fahrt von Löpsingen nach Nördlingen kostet 2,50 Euro für Erwachsene und 2,10 Euro für Kinder zwischen vier und zwölf Jahren.

Kleinkinder bis drei Jahre werden kostenlos befördert. Sechserkarten sind ebenfalls erhältlich, die kosten für Fahrten in zwei Zonen, wie es von Löpsingen nach Nördlingen der Fall wäre, 12,50 Euro für Erwachsene und 10,50 Euro für Kinder. Angeboten wird der Rufbus im gesamten Stadtgebiet von Nördlingen inklusive aller Stadtteile sowie in Wallerstein, Deiningen, Möttingen, Reimlingen und Ederheim. Fahrten sind in jegliche Richtung möglich – wobei Jörg Schwarzer, Geschäftsführer des gleichnamigen Verkehrsunternehmens, davon ausgeht, dass 80 Prozent der Gäste nach Nördlingen und dann zurück in ihren Heimatort wollen.

Welche Stopps gibt es für Nö mobil?

In Löpsingen gab es bislang zwei Bushaltestellen, bei Nö mobil werden es elf sein, kündigt Schwarzer an. Insgesamt werde Nö mobil 300 Stopps anfahren. Nicht immer werde der Bus genau zu dem Zeitpunkt kommen, an dem ihn der Fahrgast nutzen wolle – die Fahrten könnten sich ein paar Minuten nach vorne oder nach hinten verschieben. Und zwar deshalb, weil die Wünsche mehrerer Kunden gebündelt werden sollen, erklärt Schwarzer: Der Rufbus fahre also beispielsweise erst nach Deiningen, hole dort jemand ab, dann nach Löpsingen und steuere schließlich Nördlingen an: „Wir versuchen, eine so hohe Bündelung wie möglich zu erreichen.“ Realistisch sei aber, dass von fünf Fahrten wohl zwei zusammengelegt werden, das habe die Erfahrung bei anderen Rufbussystemen gezeigt.

Schwarzer freut sich auf das neue Projekt Nö mobil. Sowohl das Reisebüro als auch der Öffentliche Personennahverkehr sei von Corona schwer getroffen. Und so arbeiten im Call-Center von Nö mobil auch vorerst diejenigen, die bisher Reisen verkauft haben. Besonders stolz ist der Nördlinger darauf, dass das Unternehmen ein eigenes System programmiert hat, mit dem Nö mobil organisiert wird: „Wir arbeiten da seit zwei Jahren dran.“

Nö mobil wird für drei Jahre ein Modellprojekt

Viel Zeit für ein Modellprojekt – denn das ist Nö mobil jetzt erst einmal für drei Jahre. Finanziert wird es vom Landkreis Donau-Ries und dem Freistaat. Landrat Stefan Rößle lässt schriftlich mitteilen, er zeige sich erfreut, dass Nö mobil nun trotz der Pandemie starte und würde sich freuen, wenn möglichst viele Fahrgäste das neue Angebot nutzen würden. In den drei Jahren wolle man Erfahrungswerte sammeln und gegebenenfalls nachsteuern: „Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf einer angestrebten Ausdehnung von Nö mobil auf die beiden Gemeinden Alerheim und Wechingen.

Zudem soll Nö mobil als Grundlage für eine Umsetzung solcher Verkehre im gesamten Landkreis Donau-Ries dienen.“ Neben den Gemeinden Deiningen, Ederheim, Möttingen, Reimlingen und Wallerstein fördert auch die Große Kreisstadt Nördlingen Nö mobil. Die Sprecherin der Stadtverwaltung, Christina Atalay, sagt, das Angebot sei sehr flexibel und nachhaltig. Und vielleicht ersetze Nö mobil beim ein oder anderen das Auto.

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