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Sozialer Wohnungsbau

14.02.2020

Nördlingen: Drei neue Wohnblocks, günstige Mieten

So könnten die Wohnblocks aussehen, die auf dem BayWa-Gelände ein Stück hinter dem Edeka-Supermarkt entstehen sollen. Architekt Frank Lattke sagte, die ersten Mieter könnten im dritten Quartal 2022 einziehen.

Plus Im Nördlinger Stadtrat stellt Architekt Frank Lattke seine Planungen für das ehemalige BayWa-Areal vor. Von wem die Wohnungen künftig verwaltet werden.

Bis zu 700 zusätzliche Wohnungen werden in Nördlingen bis 2030 benötigt – das sagte Oberbürgermeister Hermann Faul kürzlich. 51 entstehen in den nächsten Jahren auf dem ehemaligen BayWa-Areal an der Adamstraße. Wie berichtet, lassen die Stadt Nördlingen und die Wohnungsgesellschaft, eine 100-prozentige Tochter der Stadt, dort drei Blocks errichten. Verwaltet werden die Wohnungen anschließend von der Baugenossenschaft, wie Stadtbaumeister Hans-Georg Sigel auf Anfrage der Rieser Nachrichten sagt.

So berechnet sich die Miete

Es handelt sich um Sozialwohnungen, das Prinzip erklärt Sigel so: Die Miete werde anhand des Einkommens berechnet. Die Lücke zum Mietlevel in Nördlingen werde dann über 25 Jahre gefördert. Das bedeutet: Die Mieter können vergleichsweise günstig in einem Neubau wohnen, die Stadt wiederum nimmt eine ortsübliche Miete ein. Die Baukosten werden derzeit mit 4400 Euro pro Quadratmeter beziffert – allerdings, betont Sigel, seien darin auch der Kaufpreis für das Grundstück, die Außenanlagen, die Tiefgarage und die Altlasten enthalten. Die eigentlichen Baukosten lägen bei 2800 Euro, so der Stadtbaumeister im RN-Gespräch.

In der Sitzung des Nördlinger Stadtrates stellte Architekt Frank Lattke am Donnerstagabend vor, wie er die drei Blöcke geplant hat. Sie sollen in Hybrid-Bauweise entstehen. Dabei wird zunächst aus Stahlbeton eine Art Skelett gebaut. Danach werden die vorgefertigten Fassadenmodule angebracht – in denen sind beispielsweise die Fenster schon montiert. Ganz ähnlich sei das 2nd Home Hotel in Nördlingen entstanden, sagt Sigel.

Nördlingen: Drei neue Wohnblocks, günstige Mieten

In jedem der Gebäude soll es 17 Wohneinheiten geben, überwiegend Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen. Ein-Zimmer-Wohnungen sind bislang nicht vorgesehen und nur vereinzelt Vier-Zimmer-Wohnungen. Architekt Lattke und seine Kollegen haben auch eine Tiefgarage geplant. Deren Zufahrt wird an der Maria-Penn-Straße – also in Richtung Augsburger Straße – liegen. Insgesamt gibt es darin 34 Stellplätze, dazu kommen noch 44, die oberirdisch eingeplant wurden.

Jeweils vier Geschosse, dazwischen ein Spielplatz

Damit erfülle man den Stellplatzschlüssel, sagt Sigel gegenüber unserer Zeitung. Bei einer Wohnungsgröße von bis zu 50 Quadratmetern sei ein Parkplatz, bei 50 bis 100 Quadratmetern seien 1,5 vorgesehen: „Die Gebäude liegen super zentral, es gibt eine Einkaufsmöglichkeit um die Ecke, der Bahnhof ist auch nicht weit.“ Ebenfalls eingeplant sind Fahrradkeller und Hausmeisterräume. Die Gebäude sind viergeschossig und verfügen über einen Aufzug. Zwischen den Blöcken verläuft ein Weg – und an den angrenzend sollen Kinder auf einem Spielplatz toben können. Lattke sagte im Rat, die Gebäude erfüllten den energieeffizienten Standard KfW 55: „Besser, als das Gesetz erfordert.“ Die ersten Mieter sollen seiner Prognose nach im dritten Quartal 2022 einziehen können.

Während der Fraktionsvorsitzende der Grünen/Frauenliste, Wolfgang Goschenhofer, im Stadtrat sagte, er halte das Projekt für einen „Meilenstein im sozialen Wohnungsbau“, gab es von anderen Seiten kritische Nachfragen. So bezeichneten unter anderem Hans Weng (Stadtteilliste) und Jörg Schwarzer (CSU-Fraktionsvorsitzender) einen Preis von 4400 Euro pro Quadratmeter als „oberen Bereich“. Insgesamt sollen die Gebäude rund 13,4 Millionen Euro kosten. Aktuell, so antwortete Lattke auf Schwarzers Frage, seien Lüftungsanlagen, Parkettböden und auch Schallschutzfenster eingeplant. Oberbürgermeister Faul meinte, es sei noch die ein oder andere Abstimmung nötig, jetzt gehe es darum, die Planung auf den Weg zu bringen. SPD-Fraktionsvorsitzende Rita Ortler wollte wissen, ob alle Eventualitäten im Preis einkalkuliert seien – das bestätigte Lattke.

Der Stadtrat genehmigte die Planungen und die Kostenberechnung einstimmig.

Welche weiteren Wohnprojekte RN-Redaktionsleiterin Martina Bachmann fordert, lesen Sie hier: Wohnen in Nördlingen: Jetzt ist die Mittelschicht dran

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