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Verkehr

18.05.2018

Nördlingen: Mit dem Bus statt mit der Bahn

Die Hesselbergbahn zwischen Gunzenhausen und Nördlingen gehört der Bayern-Bahn. Auf der westlichen Strecke von Nördlingen nach Dombühl ist sie nur Pächter. Eine Lösung für die Reaktivierung der Bahnen ist noch nicht in Sicht. Ein neuer Vorschlag könnte das nun ändern.

Die Reaktivierung der Bahnstrecken von Nördlingen nach Dombühl und nach Gunzenhausen waren Thema im Verkehrsausschuss. Es könnte eine Alternative geben.

Wer mit dem Zug in die südlichen Metropolen nach Augsburg oder München pendeln muss, hat maximal einen Umstieg von wenigen Minuten in Donauwörth – manchmal kann der Pendler sogar durchfahren. In die andere Metropolregion im Norden – Nürnberg – sieht die Fahrt anders aus, mehrere Umstiege und lange Wartezeiten sind da keine Seltenheit. Über die beiden Bahnlinien von Nördlingen nach Dombühl und nach Gunzenhausen könnte das Ries besser daran angebunden werden. Doch Personenverkehr gibt es auf den Schienen schon lange nicht mehr. Lediglich Ausflugsdampfloks und Güterzüge befahren die Strecken. Das wird seit langem von vielen Seiten kritisiert, konkrete Pläne für eine Reaktivierung der Strecken gibt es noch immer nicht. Schnellbusse könnten vielleicht die Lösung sein.

Der Zuständige für den öffentlichen Personennahverkehr und die Schülerbeförderung am Landratsamt, Jürgen Kunovsky, referierte über den Sachstandsbericht einer möglichen Reaktivierung im Ausschuss für Wirtschaft, Verkehr und Technologie. Er verweist bereits zu Beginn darauf hin, dass sich seit der vergangenen Sitzung im November nicht viel verändert habe. „Es ist nach wie vor so, dass der Landkreis nichts mehr tun kann, um eine Änderung der Situation herbeizuführen“, sagt er. Die Prüfung der prognostizierten Fahrgäste wurde bereits durchgeführt. (wir berichteten) Auf der westlichen Strecke liegt der Wert deutlich unter der Mindestanforderung. Im Osten hingegen wurde im Abschnitt von Wassertrüdingen nach Gunzenhausen die Hürde von mehr als 1000 Fahrgästen erreicht. „Eine erneute Prüfung würde wohl keine großen Änderungen mit sich bringen“, erklärt Kunovsky. Die Inbetriebnahme des Teils der östlichen Strecke wurde auf das Jahr 2022 angesetzt.

Gottfried Hänsel (CSU) äußerte Bedenken an der Inbetriebnahme der östlichen Strecke. Er sehe es fraglich, ob das in diesem Zeitfenster machbar sei. Denn wenn die Bahn käme, benötige es einen zusätzlichen Busverkehr und weitere Abstimmungsprozesse, so Hänsel.

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Ursula Straka (SPD) sieht das etwas anders. „Es ist nicht zu fassen, dass bei einer Strecke, die im Prinzip intakt ist, bisher nicht mehr gemacht wurde“, sagt sie. Außerdem sei für sie das Jahr 2024 realistisch, um den Rieser Raum überregionalen anzubinden.

Einen etwas anderen Vorschlag in die Diskussion brachte Regina Thum-Ziegler (Frauenliste) ein. Sie plädierte für eine Anbindung nach Norden und ob der Landkreis Fernbuskonzepte prüfen könne. „Wenn wir mit der Schiene nicht weiterkommen, dann vielleicht mit dem Bus“, sagt sie.

Gerhard Martin (SPD) warnte bei dem Vorschlag vor einer Scheinlösung. „Eine Fernbuslinie muss zwischen Haltestellen mindestens 50 Kilometer betragen, außerdem darf keine Konkurrenz zum Nahverkehr entstehen.“

Der Vorsitzende des Ausschusses, Landrat Stefan Rößle, will den Vorschlag von Thum-Ziegler „als Signal an die Bahn“ aufgreifen. Er erklärt: „Wir wollen den ländlichen Raum nicht vernachlässigen.“

Jürgen Kunowski sieht bei der Fernbussidee eine Gefahr der Abhängigkeit. „Die Fernbusunternehmen machen ihre Strecken selbst aus“, erklärt er, da gebe es wenig Mitspracherecht. Aber er spinnt die Idee etwas weiter und schlägt die Prüfung eines regionalen Schnellbusskonzeptes vor. „Da könnten wir selbst tätig werden und sindnicht auf andere angewiesen.“

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