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Vernissage

16.04.2018

Nördlingen: Weibliche Positionen in der Kunst

Die Werke von neun Künstlerinnen sind noch bis kommenden Sonntag in der Alten Schranne in Nördlingen zu sehen. Unser Bild zeigt eine Installation von Nathalie Schnider-Lang.
Bild: Peter Urban

Unter dem Titel „SIE, die Vierte“ zeigen neun Künstlerinnen aus der Region in der Alten Schranne ihre Werke. Wer sie sehen will, muss schnell sein.

Trotz bestem Wetter reichten die aufgestellten Stühle wieder mal bei Weitem nicht aus, um dem Publikumsandrang bei der Eröffnung der Gemeinschaftsausstellung von neun hiesigen Künstlerinnen Herr zu werden. Beatrix Eitel, Helga Hegendörfer, Beate Hiemer, Christiane Hubel, Anna Maria Moll, Marianne Ranftl, Nathalie Schnider-Lang, Brigitte Wilhelm und Gertrud Ziegelmeier zeigten ihre neuesten Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Zeichnung, Textil, Papierschnitt, Objekt, Plastik und Kalligrafie.

Dr. Sabine Heilig übernahm die Einführung. Sie ließ es sich nicht nehmen, zunächst den Bogen von der Rolle der Frau in der Geschichte bis zur heutigen Zeit, von der weiblichen Position in der Wirtschaft im Allgemeinen bis zum Selbstverständnis und der Wahrnehmung weiblicher Kunst im zeitgenössischen Kunstbetrieb zu spannen. Denn auch in der Kunst sei Geschlechtergerechtigkeit noch ein Mythos: Im Studienbereich Kunstwissenschaft liegt der Anteil weiblicher Studentinnen bei 81 Prozent, der weiblichen Lehrenden bei 54 Prozent. Bundesweit sind 55 Prozent der Studierenden der bildenden Kunst weiblich, jedoch werden nur fünf Prozent der Kunsthochschulen von einer Frau geleitet.

Doch die Leitung des Abends in der Schranne lag ausnahmslos in weiblichen Händen. Die fünf Frauen der Band „Shalamazl“ unterstützten die Ausstellerinnen mit ihrem „Tradimix vom Kraterrand bis nach Odessa“ hervorragend. Sabine Heilig legte in ihrem Vortrag sogar eine Pause ein, damit noch ein weiteres Stück zu Gehör gebracht werden konnte.

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Die Künstlerinnen wurden in alphabetischer Reihenfolge von ihr vorgestellt, allesamt mit neuen, sehr beeindruckenden Arbeiten, wie unisono im Publikum bemerkt wurde: Beatrix Eitel, die sich mit dem Thema Landschaft und Stadt beschäftigt, Helga Hegendörfer mit ihren expressiven Malereien, die sich anspielungsreich um Titel wie „Insektenkrieg“ bis „Wasserverschmutzung“ ranken.

Beate Hiemer hingegen hat sich intensiv mit dem Nachlass ihres Vaters beschäftigt und aus alten Uhrenteilen kleine feine Wandobjekte gefertigt. Christine Hubels zeichnerisches Werk umkreist das Thema Mensch und Natur und zeigt unter anderem zwölf kleine Ansichten, in denen menschliche Figuren pflanzlichen Motiven gegenüber gestellt werden. Anna Maria Moll präsentiert sich mit dem Medium des Papierschnitts und drei großformatigen Arbeiten.

Marianne Ranftl hat sich ja seit jeher mit der Arbeit mit Gebrauchstextilien beschäftigt. Dieses Mal geht es bei ihr auch um „Stickbilder“, die auf feinen länglichen Gazestreifen Pflanzen und Pflanzenteile wie echt wirken lassen. Nathalie Schnider-Lang kennt man als Bildhauerin. Überraschenderweise lernt man sie in diesem Jahr auch mit Installationen aus neonfarbenem Plastilin, mit der sie ein Zeichen für die Vielfalt des Lebens setzen will, kennen. Brigitte Wilhelm, ebenfalls Bildhauerin, stellt sich auch mit „neuem Material“ vor, farbigem Plexiglas in Neonfarben, das zu geometrischen Raumkörpern mit in unterschiedliche Richtungen weisenden Flächen aufgestellt ist. Gertrud Ziegelmeiers Ausgangspunkt ihrer diesjährigen Präsentation ist ein Text in englischer Sprache, aus dem sie das Wort „Passion“ (Leidenschaft) isoliert und dann in mehreren Ausführungen bearbeitet hat.

Die Arbeiten begeistern in ihrer Anmut und Vielfalt. Einziger Wermutstropfen: Aus Termingründen ist die Schau nur eine Woche lang zu sehen. Schade, aber ein Grund mehr, nichts aufzuschieben, sondern sofort in die Schranne aufzubrechen.

Dauer der Ausstellung: nur noch bis zum Sonntag, 22. April, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 15 bis 18 Uhr, Samstag/Sonntag 11 bis 17 Uhr

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