1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Nördlingen feiert die neue Unterführung

Fest

15.09.2018

Nördlingen feiert die neue Unterführung

Zahlreiche Nördlinger kamen gestern zur Einweihung der Wemdinger Unterführung. Die Knabenkapelle spielte auf, es gab kostenlose Mess’-Würste und Freigetränke.
Bild: Szilvia Izsó

Zahlreiche Bürger sind am Freitagnachmittag dabei, als das Bauwerk gesegnet wird.

Es war eine Art Bürgerfest: Viele Rieser strömten gestern Nachmittag zur neuen Wemdinger Unterführung, sie wollten bei der Einweihung dieses rund 18 Millionen Euro teuren Bauwerkes dabei sein. Auf dem Kreisverkehr vor dem Deininger Tor waren Fahnenmasten aufgebaut worden, die Flaggen flatterten im Wind. Ein Stück weiter unten spielte auf der rechten Fahrbahn die Knabenkapelle auf. Danach gab es Sitzgelegenheiten für die zahlreichen Ehrengäste und die Anwohner. Viele Besucher suchten sich ein Plätzchen auf den erhöhten Geh- und Radwegen, um das Geschehen von oben zu überblicken. Auf der Seite des Wemdinger Viertels hatten die Metzgerei Hülsenbeck und das Fürstliche Brauhaus Wallerstein ihre Stände aufgebaut.

Oberbürgermeister Hermann Faul eröffnete die Veranstaltung und sagte: „Ich freue mich außerordentlich, dass so viele Menschen gekommen sind.“ Er begrüßte die Ehrengäste namentlich, bedankte sich bei allen, die das Projekt möglich gemacht hatten – unter anderem CSU-Bundestagsabgeordneter Ulrich Lange. Weil die Bayernbahn auf die Durchgängigkeit von Gleisen verzichtet habe, sei es möglich geworden, dass die Unterführung einen Lichthof habe. Beifall gab es, als Faul sich bei den Nachbarn für ihre Nachsicht, ihr Verständnis und ihre Toleranz während der Bauzeit bedankte. Zudem erinnerte der Oberbürgermeister an die lange Zeit, die es gedauert habe, bis das Projekt realisiert werden konnte – und an die vielen Unfälle, die es in der alten Röhre gegeben habe. Der Neubau schaffe „Sicherheit und viel Licht für alle Verkehrsteilnehmer“, das „zähe Dranbleiben“ an diesem Projekt habe sich gelohnt. Faul wandte sich am Ende direkt an die Besucher: „Kommen Sie alle unfallfrei durch die neue Wemdinger Unterführung.“

Bayerns Finanzstaatssekretär Dr. Hans Reichhart erinnerte daran, dass der Freistaat rund neun Millionen Euro zum Projekt beisteuere, und meinte: „Was lange währt, wird endlich gut.“ Er hob hervor, wie sich die unterschiedlichen Mandatsträger, darunter CSU-Landtagsabgeordneter Wolfgang Fackler, für die neue Unterführung eingesetzt hätten und sprach von einem „optisch schön anzuschauenden Bauwerk“. Die Verbindung sei für die Bürger mit deren Steuermitteln errichtet worden.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Der Nördlinger CSU-Bundestagsabgeordnete Ulrich Lange sagte, dass zusammen komme, was zusammen gehöre – nämlich die Altstadt und das Wemdinger Viertel, in dem rund 6000 Nördlinger wohnten. Lange erinnerte sich an seine erste Wahlveranstaltung 1982 im evangelischen Gemeindezentrum, in der es bereits um einen neuen Tunnel gegangen sei. Und er ließ die Besucher an einem Gespräch mit Georg Brunnhuber teilhaben, den er als „Türöffner“ bezeichnete – und der zu dieser Zeit für Stuttgart 21 zuständig gewesen sei. Mit Brunnhuber sei er, Lange, damals auf der Höhnbrücke gestanden, der habe damals gesagt: „Ihr habt ja mehr Gleise als Stuttgart 21, da tun es ein paar weniger auch. Das packen wir.“ Der Nördlinger betonte, er sei selbst ein Kind des Wemdinger Viertels. Die Buben und Mädchen könnten durch die helle Unterführung sicher zu ihren Eltern nach Hause gelangen: „Ich bin heute nur glücklich über das, was wir geschafft haben.“ Jan Petrat von der DB AG wies unter anderem auf technische Details des neuen Bauwerks hin, beispielsweise, dass dafür rund 7000 Kubikmeter Stahlbeton verwendet worden seien.

Danach segneten Stadtpfarrer Benjamin Beck und Dekan Gerhard Wolfermann die Unterführung und die Menschen, die sie nutzen. Wolfermann sprach nicht nur über das Bauwerk, das die Nördlinger verbinde – sondern auch über die Verbindungen zwischen den Menschen. Die Gesellschaft brauche wieder eine ordentliche Streitkultur. Es müsse klar sein, wofür man stehe, man müsse sich die Argumente der anderen aber auch anhören – und vielleicht überzeugten sie. „So funktioniert Demokratie“, appellierte Wolfermann, so blieben die Menschen verbunden. „Ich wünsche uns allen Klarheit und Deutlichkeit.“

Eigentlich sollten die Ehrengäste am Ende ein rot-weißes Band zerschneiden, als symbolische Verkehrsfreigabe. Doch die fünfjährige Emma Gramm war schneller: Kaum hatte sie eine Schere in der Hand, da schnitt sie auch schon das Band durch. Die Ehrengäste nahmen es mit einem Schmunzeln hin – und fürs obligatorische Foto durften dann alle noch einmal ran, auch Emma. Sie behielt ein Stück des Bandes: „Das hänge ich jetzt an mein Fahrrad.“

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
GoldenRetriever023a.jpg
Nördlingen

Hundesteuer: Bis zu dreimal mehr für Hunde zahlen

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen