1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Nördlingen reist vor die Haustür

Tourismus

29.12.2016

Nördlingen reist vor die Haustür

Nördlingen ist bei vielen Touristen beliebt. Im Februar ist allerdings vergleichsweise wenig los. Deshalb will der Stadtmarketingverein jetzt vor allem den Einheimischen Nördlingen schmackhaft machen. Dieses Bild hat uns Heidi Källner nach einer Begehung des Daniel geschickt.
Bild: Heidi Källner

In und um die Stadtmauern können Bürger mit einem neuen Angebot ihrem Alltag entfliehen. Wie die Stadt vom „Tapetenwechsel“ profitieren will.

Als Nördlinger in Nördingen Urlaub machen, klingt zunächst eher unnötig. Immerhin kennen die Einheimischen die Umgebung, den Daniel und die Restaurants. Der Schwabe an sich wird sich ohnehin denken, warum denn Geld für ein Hotel in der Heimat ausgeben? Die Stadt Nördlingen bewirbt in einer neuen Aktion aber genau das. Nördlinger sollen Urlaub in Nördlingen machen. Günstiger, als eigentlich üblich, aber nur im Februar. Der sogenannte „Tapetenwechsel“ richtet sich darüber hinaus nicht nur an die Einheimischen. Die Stadt will, dass alle vom Schnäppchen-Februar profitieren.

Ein Wochenend-Urlaub vor der Haustür könnte in Nördlingen dann wie folgt aussehen. Eine Familie übernachtet zwei Mal im Gästehaus Goldener Stern, wahlweise auch in anderen Hotels, die sich beteiligen. Nach der ersten Nacht folgt womöglich ein Besuch im Rieskratermuseum oder aber in „My little Guitarworld“, wo allerlei Instrumente ausprobiert werden dürfen. Abends gibt es dann das „Winzermenü“ in Wengers Brettl und anschließend erfahren sie in Dschedsches Irish Pub Wissenswertes rund um das Guinness-Bier. Nach der zweiten Nacht geht es nach einer Turmbegehung des Daniel zurück in die eigenen vier Wände. Hoffentlich – so der Wunsch der Stadt – gut erholt und begeistert vom touristischen Angebot in der eigenen Stadt, dass der Tipp an Freunde und Familie weitergegeben wird.

Es gibt mehrere Städte, die solch ein Projekt bereits umgesetzt haben. Eine davon ist Lübeck, über 700 Kilometer von Nördlingen entfernt. Der „Tapetenwechsel“ hat nach Aussagen der Initiatoren die Auslastung von Hotels und Gästehausern für das ganze Jahr angekurbelt. In Lübeck allerdings gilt die Aktion ausschließlich für Einheimische. Buchungen werden dort nur akzeptiert, wenn man sich in einem Gebiet mit entsprechender Postleitzahl aufhält. Die Leiterin des Gästeservices Alexandra Grohe ist davon überzeugt, dass es der Stadt nur Vorteile gebracht hat. Auch wenn es am Anfang schwer gewesen sei, die Hotelpartner vom Nutzen des Tapetenwechsels zu überzeugen. Denn klar ist für sie, die Hoteliers oder wie im Nördlinger Fall die Betreiber von Restaurants oder Museen machen mit dem Tapetenwechsel nicht das Geschäft schlechthin. Dazu seien die Rabatte zu groß. Zumindest kommt der erwünschte Marketing-Effekt nicht direkt im selben Monat.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

In Lübeck hat sich der Tapetenwechsel inzwischen soweit herumgesprochen, dass einige Bürger nicht mehr ihre Sofas für die Verwandten anbieten, sondern auf die Angebote bei den Hotels verweisen. Genau das wolle die Marketing GmbH erreichen. Grohe sagt aber auch, dass sie im Laufe der Jahre dazugelernt hätten. Das betrifft vor allem die Storno- und Umbuchungsbedingungen. Zu Beginn habe es keinerlei Gebühren gegeben. Einige Interessenten hätten das ausgenutzt und mehrere Übernachtungstermine bei verschiedenen Hotels geblockt. „Das war ungerecht. Deshalb haben wir beschlossen, die Gebühren zu erheben“, sagt die Gästeservice-Leiterin.

Der Arbeitskreis Gastronomie und Tourismus im Stadtmarketingverein „Nördlingen ist’s wert“ hat die Kampagne „Tapetenwechsel“ für Nördlingen entwickelt. Hinter der Werbe-Kampagne steckt mehr, als nur den Februar zu beleben, der für Touristen nicht gerade beliebt ist. Arbeitskreisleiter David Wittner erhofft sich außerdem, dass die Einheimischen noch mehr zu „Botschaftern für ihre eigene Stadt“ werden.

Am Projekt beteiligen sich insgesamt knapp 20 Anbieter aus den Bereichen Kilinarik, Kultur und Übernachten. Die Aktion gilt den gesamten Februar und ist bereits jetzt buchbar. Die Reservierungen erfolgen direkt beim teilnehmenden Betrieb und unter Vorbehalt. Der offizielle Auftakt macht eine Aktion, bei der es diverse Angebote im Aktionszeitraum zu ersteigern gibt.

Informationen zum Projekt gibt es unter www.noerdlingen.de

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

30.12.2016

„Tapetenwechsel“ , dem Alltag entfliehen, was für eine gute Idee. Als Tourist in der eigenen Stadt – in einem anderen Viertel schlafen, frühstücken, auf Entdeckungsreise gehen.

Dem Alltag entrinnen, die Umgebung mit anderen Augen erleben, vielleicht das „betreute“ Wochenende auch als Auffrischung im Eheeinerlei genießen – kein Aufräumen, Kochen, Einkaufen, Fernsehen u.s. w. . . .

Der Monat Februar ist gar nicht schlecht, oftmals daheim sogar ziemlich langweilig – aber als Tourist? Vielleicht schafft es auch der Eisplatz am Bäumlesgraben und ist für ein paar Tage in Betrieb. Langlaufen oben in der Höhe bei Schweindorf, auch eine tolle Idee für Frischluftfanatiker - denn der Monat Februar bringt oftmals die frostigen Tage und den ersehnten Schnee.

Ich weiß, das ist alles für den Anfang viel zu viel. War nur so eine Idee von mir. Aber vielleicht doch für die Zukunft planbar?

Permalink
Lesen Sie dazu auch
_AKY8813.JPG
Wemding

Spritztour mit einem Müllwagen endet vor Gericht

ad__querleser@940x235.jpg

Qualität auch für Querleser

Montag bis Samstag ab 4 Uhr morgens. Und die Multimedia-Ausgabe
"Kompakt" mit den wichtigsten Nachrichten von Morgen ist auch dabei.

Jetzt e‑Paper bestellen!