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02.07.2010

Nördlingen schrumpft

Nördlingen Im Haupt- und Finanzausschuss des Nördlinger Stadtrates stellte Günter Katheder-Göllner, Familienbeauftragter und Planungskoordinator des Landkreises, den Stadträten die aktuelle Sozialraumanalyse und Bevölkerungsprognose des Landkreises vor - mit den aktuellen Zahlen für die Stadt Nördlingen. Wohin der Trend gehe, wurde anhand der Bevölkerungs- und Geburtenentwicklung im Landkreis drastisch vor Augen geführt: Lebten 1960 noch 113 000 Menschen im Landkreis, so waren es im Jahr 2008 knapp 130 000 Menschen. Diese Steigerung ist genau gegenläufig zu der Entwicklung der Geburten. Kamen 1960 noch 2300 Kinder im Landkreis zur Welt, so waren es 2008 nur mehr 1089. Nicht zuletzt anhand dieser Zahlen erläuterte der Familienbeauftragte des Landkreises die Bedeutung und den Sinn der vorliegenden Untersuchungen. Was ist eine Sozialraumanalyse? Welche Auswirkungen hat die demographische Entwicklung für den Bereich der Stadt Nördlingen? Welche Perspektiven, Auswirkungen und Schlussfolgerungen lassen sich daraus ableiten?

Jedes 5. Kind lebt bei einem Elternteil oder in Nicht-Ehe

Zunächst lenkte Günter Katheder-Göllner das Augenmerk auf die positiven Aspekte, die die Sozialraumanalyse für den Landkreis Donau-Ries ergeben habe. Demnach nehmen in Bayern im Jahresdurchschnitt zwei von 100 Kindern Hilfeleistungen des Jugendamtes in Anspruch. Im Landkreis Donau-Ries seien es nur ein Prozent, in Nördlingen 1,1 Prozent.

Bei einigen Indikatoren folgten der Landkreis und auch die Große Kreisstadt allerdings dem landesweiten Trend. So lebt in Bayern bereits jetzt jedes 5. Kind bei alleinerziehenden Eltern oder in nicht-ehelichen Lebensgemeinschaften. In Nördlingen seien es etwas mehr, nämlich 22 Prozent.

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Auch bei den Jugendgerichtshilfefällen konnte Günter Katheder-Göllner nichts Positives vermitteln. Von 100 Jugendlichen zwischen 14 und 21 Jahren seien bayernweit 3,3 Fälle aktenkundig, im Landkreis 2,5 und im Stadtgebiet Nördlingen überdurchschnittlich 4,7.

Zurückkommend auf die Geburtenentwicklung machte Günter Katheder-Göllner die demographischen Entwicklungen deutlich. Demnach kamen von 2003 bis 2008 in Nördlingen durchschnittlich 1,62 Kinder pro Frau auf die Welt. 2,1 Geburten pro Frau wären nötig. Die Folge: Der Bevölkerungsrückgang im Stadtgebiet betrage zwischen 1998 und 2008 circa 2,4 Prozent. 19 Prozent der Bevölkerung seien unter 18 Jahren, ein positiver Wert.

22 Kindergartengruppen fallen weg

Wie wird sich die Zusammensetzung der Bevölkerung in den nächsten Jahren verändern? Für den Landkreis Donau-Ries könne man jetzt bereits absehen, dass dort im Jahr 2028 etwa 5000 Menschen weniger leben werden. 550 Kinder unter sechs Jahren weniger werden zu verzeichnen sein - das entspräche etwa 22 Kindergartengruppen. Auch die Anzahl der Jugendlichen gehe stark zurück, was auch Auswirkungen auf Sportvereine, Musikvereine oder kirchliche Gruppen haben werde.

Während voraussichtlich etwa 10 000 sozialversicherungspflichtige Personen weniger im Landkreis zu verzeichnen sein werden, werde dem gegenüber die Anzahl der über 85-Jährigen vermutlich um 2300 Personen steigen. Für die Große Kreisstadt Nördlingen laute die Prognose: Etwa 1000 Personen weniger Bevölkerung, 200 Kinder unter sechs Jahren weniger und vermutlich 300 Jugendliche weniger.

Dennoch fasste Günter Katheder-Göllner die Situation für die Stadt Nördlingen positiv zusammen. "Wo geht's hin? Was hat Nördlingen bereits geleistet, Welche Entwicklungen wirken sich positiv aus?"

Positive Aktionen

Und da lobte der Familienbeauftragte ausdrücklich das Engagement und die Initiative von Stadtrat, Stadtverwaltung und Oberbürgermeister für die Stadt Nördlingen. Dazu gehörten unter anderem Aktionen des Stadtmarketingvereins, der Ausbau der Kindertagesstätten, Kinderspielplätze, gemeindliche Jugendpfleger, etc. All das seien Initiativen für attraktives Arbeiten und Wohnen in Nördlingen. (RN)

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