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Nördlingen

04.04.2021

Nördlinger Friseurin: Kurze Haare der Umwelt zuliebe

Eine Nördlingerin setzt sich für Kurzhaarfrisuren ein - der Umwelt zuliebe.
Foto: Symbolbild: Andreas Lander (dpa)

Plus Sigrid Ludwig aus Nördlingen hat eine Idee, wie gerade Frauen ihren Beitrag für den Naturschutz leisten können. Sie hat auch eine Meinung über die Frisuren von Greta Thunberg, Luisa Neubauer und Anton Hofreiter.

Frau Ludwig, Sie haben unserer Redaktion einen Brief geschrieben und darin einen Vorschlag gemacht, wie jeder die Umwelt schützen könnte.

Sigrid Ludwig: Ja. Meine Idee lautet: Kürzere Haare der Umwelt zuliebe. Diesen Vorschlag habe ich auch an das Bundesumweltamt geschickt. Das hat innerhalb von vier Tagen zurückgeschrieben und gesagt, es sei ganz meiner Meinung. Von der Behörde habe ich auch die Zahlen erhalten, die ich Ihnen nenne.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, dass kürzere Haare besser für die Umwelt sind?

Ludwig: Inspiriert wurde ich vor allem durch den Fernseher. Mich hat es immer schon geärgert, dass da nur noch Menschen mit langen Haaren zu sehen waren. Man könnte meinen, die Menschen seien besessen von langen Haaren. Das habe ich auch schon im Alltag bemerkt. Bei Frauen über 60 Jahren sind längere Haare meiner Meinung nach oft unvorteilhaft. Sie könnten mit kürzeren Haaren um Jahre jünger aussehen. Manche Damen würden sogar größer erscheinen. Mich wundert es auch wirklich, dass heute alle lange Haare und Mittelscheitel haben wollen. Früher wollten die Leute unbedingt ihre langen Zöpfe abschneiden.

Sigrid Ludwig hatte bis zu ihrem Ruhestand einen Friseursalon in Nördlingen.
Foto: Julia Förstner

Welchen Nutzen haben kürzere Haare für die Umwelt?

Ludwig: Meiner Meinung nach einen enormen. Allein in Deutschland könnte man laut Bundesumweltamt 1,8 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Menschen mit längeren Haaren brauchen rund dreimal so viel Wasser, Energie und Shampoo. Auch beim Färben oder Strähnchen machen werden mehr Ressourcen verschwendet. Das ganze ausgewaschene Material geht in unsere Abwasserkanäle. Damit wird das Grundwasser verunreinigt. Dabei haben wir doch eh schon so viele Probleme mit dem Wasser. Natürlich verliert man auch umso mehr Haare, die dann im Siphon landen. Kürzere Haare bieten Einsparungen in all diesen Bereichen und können somit zum Umweltschutz beitragen.

Worin sehen Sie die Vorteile eines Bobs auf den Alltag bezogen?

Ludwig: Ein Bob ist erst einmal unfassbar vielseitig, auch kurze Haare können vielseitig gestylt werden. Neben Locken, Wellen und geglätteten Haaren sind auch Steckfrisuren möglich. Noch dazu sind kürzere Haare um einiges bequemer. Doch nicht nur das, sie machen einen auch noch größer. Das liegt daran, dass man mehr vom Hals der Damen sieht. Teilweise konnte man bei den Frauen im Fernseher nicht mal mehr die Augen erkennen vor lauter Haaren. Das ist alles andere als praktisch und einfach nur unbequem.

Wie stehen Sie dazu, dass viele Aktivisten lange Haare tragen?

Ludwig: Das finde ich sehr verwerflich. Klimaaktivisten wie Greta Thunberg und Luisa Neubauer sind ständig mit langen Haaren zu sehen. Dabei predigen genau sie, dass man etwas für die Umwelt tun muss. Sie könnten erst einmal bei sich selbst anfangen. Nur zehn Prozent der Männer in Deutschland tragen langes Haar und sind damit relativ umweltfreundlich. Ein Gegenbeispiel wäre hier Anton Hofreiter, ein Politiker der Grünen, der seit Jahren mit schulterlangen Haaren zu sehen ist.

Was wünschen Sie sich?

Ludwig: Ich hoffe, dass ich die Leute zum Nachdenken anregen kann. Vor allem, wenn sie sich Bilder von kürzeren Frisuren im Internet anschauen. Wenn man damit nicht konfrontiert wird, ist es auch nichts, mit dem man sich befasst. Den meisten ist das alles nicht bewusst. Ich wünsche mir, dass ich den Menschen einen ganz neuen Gedankengang übermitteln kann.

Sigrid Ludwig hatte bis zu ihrem Ruhestand einen Friseursalon in Nördlingen.

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