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Studie

26.07.2019

Nördlinger verdienen weniger als Donauwörther

Bild: Benjamin Reif

Plus Nördlinger verdienen im Durchschnitt deutlich weniger als Donauwörther, Rainer oder auch Reimlinger. Welche Erkenntnisse die Sozialraumanalyse des Kreises noch liefert.

Die Nördlinger verdienen im Durchschnitt deutlich weniger als die Donauwörther. Das geht aus der Sozialraumanalyse des Landkreises Donau-Ries für die Jahre 2015 bis 2017 hervor, die Jugendhilfeplanerin Marissa Hey am Donnerstagabend im Nördlinger Stadtrat vorstellte. Demnach lag das zu versteuernde Einkommen pro Lohn- und Einkommenssteuerpflichtigem in Nördlingen im Jahr 2017 bei 35976 Euro. In Donauwörth dagegen waren es 43295 Euro. Spitzenreiter im Landkreis war Rain mit 47629 Euro. Auch in Reimlingen (37704 Euro), Ederheim (37069 Euro) oder Hohenaltheim (36604 Euro) verdienten die Menschen im Durchschnitt mehr als in Nördlingen, für ganz Bayern wurde in der Analyse eine Summe von 40495 Euro angegeben.

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Insgesamt wurden für die Sozialraumanalyse acht sogenannte Indikatoren untersucht. Einer davon: Wie viele erzieherische Hilfen gab es für unter 18-Jährige? Nördlingen lag bei diesem Punkt leicht über dem bayernweiten Schnitt, Hey erklärte diese Zahl auch mit der Betreuung von minderjährigen Flüchtlingen, die im untersuchten Zeitraum in der Stadt ankamen. Die Jugendkriminalität in Nördlingen war im bayernweiten Vergleich geringer, bei durchschnittlich 179 Fällen pro Jahr handelte es sich bei den Tatverdächtigen um Personen zwischen 14 und 21 Jahren. Das entspricht – im Vergleich zur Anzahl aller Jugendlicher – 3,9 Prozent. Im gesamten Landkreis lag die Quote mit 2,5 Prozent noch niedriger.

Zahl der Alleinerziehenden überdurchschnittlich hoch in Nördlingen

Ebenfalls erfasst wurden die minderjährigen Scheidungskinder unter 18 Jahren im Jahr 2017 – in Nördlingen waren das 7,8 Prozent. Nicht in der Zahl enthalten sind die Kinder, deren unverheiratete Eltern sich getrennt haben. Im Oktober 2018, so referierte Hey, gab es in Nördlingens insgesamt 455 alleinerziehende Mütter. Für die Stadt ergibt sich damit eine Prozentzahl von 22,6, im gesamten Landkreis lag die bei 17,7. Allerdings, so schränkte die Jugendplanerin ein, seien dabei auch die Mütter erfasst, die mit dem Vater nicht verheiratet seien. Die Zahl der Kinder von Alleinerziehenden lag bei 641. Der Leiter des Amtes für Jugend und Familie am Landratsamt in Donauwörth, Adelbert Singer, sagt auf Anfrage unserer Zeitung, dass diese Zahl durchaus Auswirkungen habe: Alleinerziehende bräuchten in der Regel mehr Betreuungszeiten für ihre Kinder, hätten eher mit finanziellen Engpässen zu kämpfen: „Sobald eine Familie sich trennt, braucht sie zwei Wohnungen.“ Deutlich mehr Kinder aus a-typisch verlaufenden Familiensystemen seien zudem in Jugendhilfemaßnahmen. Zwar teilten sich viele getrennte Paare das Sorgerecht, doch in der Praxis lebten geschätzte 95 Prozent der Kinder bei den Müttern.

Nördlinger verdienen weniger als Donauwörther

In der Sozialraumanalyse wurde ebenfalls untersucht, wie viele Menschen Hartz IV beziehen. Im Dezember 2017 lag diese Zahl bei den unter 65-Jährigen in Nördlingen bei 475, was 3,0 Prozent entspricht. In Bayern lag die Quote bei 4,4 Prozent, in Deutschland bei 9,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote war in Nördlingen zum 30. Juni 2018 mit 3,1 Prozent höher als im landkreisweiten Durchschnitt. 22 Menschen ohne Job waren dabei jünger als 25 Jahre.

Die Zahl der Wohnungen pro Wohngebäude fällt in Städten deutlich höher aus, als in Dörfern oder kleinen Gemeinden. So kam Nördlingen im Dezember 2017 auch auf 1,91 – die kleinste Gemeinde im Kreis, Forheim, dagegen auf 1,19. Im Durchschnitt verfügte eine Wohnung in Nördlingen über 100,54 Quadratmeter – Spitzenreiter im Landkreis war bei diesem Punkt Holzheim mit rund 138 Quadratmeter. Im Stadtrat gab es zahlreiche Nachfragen und Wünsche nach konkreteren, genaueren Angaben – etwa, wie viele Nördlinger Teilzeit arbeiten. Um Detailfragen zu klären, müsste die Stadt jedoch eine eigene Sozialraumanalyse in Auftrag gegeben, sagt Singer.

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