1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Nördlinger wollen Spielplatz erhalten

Debatte

13.03.2018

Nördlinger wollen Spielplatz erhalten

Für diesen Spielplatz setzen sich die Ehepaare Schabert und Plutowski ein. Gerade am Wochenende und am Abend werde er genutzt, sagen sie.
Bild: Bachmann

Im Herkheimer Viertel sollen Spielgeräte weichen, damit ein Bauplatz entstehen kann. Die Anlieger sammeln gegen diese Entscheidung Unterschriften

Widerstand gibt es im Herkheimer Viertel gegen einen Beschluss des Nördlinger Bauausschusses. Wie berichtet, hatten dessen Mitglieder zugestimmt, dass aus einem Spielplatz ein Bauplatz werden soll. Das Gelände liegt unweit des Hölderlinwegs. Neben einer großen Rasenfläche befindet sich ein großer Sandkasten, daneben stehen Bänke. Mit einer Hecke abgetrennt ist der zweite Bereich des Spielplatzes, auf dem eine Tischtennisplatte und eine Sitzgruppe stehen. Dank farbiger Steine im Boden gibt es zudem ein Mühle- und ein Schachfeld. „Wir wollen, dass der Spielplatz bleibt“, fordern die Anwohner Friedrich und Elfriede Schabert sowie Brigitte und Dieter Plutowski im Gespräch mit den Rieser Nachrichten.

Der Platz sei gut besucht, berichten die Nördlinger, gerade am Wochenende und am Abend werde dort gespielt. Schließlich gebe es unmittelbar mehrere Mehrfamilien- und Hochhäuser mit zahlreichen Wohnungen. Nach und nach fände dort ein Generationswechsel statt, Senioren ziehen aus, junge Familien dagegen ein. „Zehn bis 15 Kinder spielen da im Sommer Fußball“, sagt Friedrich Schabert. Der alte Baumbestand schütze Buben, Mädchen und Eltern vor der Sonne – und diese Bäume, so fürchten die Anlieger, könnten gefällt werden, sollte an dieser Stelle ein Mehrfamilienhaus entstehen. Dieter Plutowski ärgert sich: „Da ist noch eine kleine Grünfläche da mit einem Baumbestand und dann soll die auch noch zubetoniert werden.“

Auch das Argument im Bauausschuss, dass der Spielplatz nicht zu den gepflegtesten gehört und deshalb zum Bauplatz werden könne, ärgert die Anlieger. Denn aus ihrer Sicht trägt dafür die Stadt Nördlingen die Verantwortung, Dieter Plutowski sagt: „Wer trägt denn die Schuld dafür, dass das so vergammelt ist?“ Schon seit 1971 sei nichts mehr investiert worden, so Friedrich Schabert. Die Ehepaare wollen die Entscheidung nicht auf sich beruhen lassen: Die Plutowskis sammeln Unterschriften dagegen, zudem wollen sowohl sie als auch die Schaberts im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens ihre Meinung äußern.

Zeit dazu haben sie noch bis zum 6. April, wie das Bauamt der Stadt Nördlingen auf Anfrage mitteilt. Das Verfahren sei noch nicht abgeschlossen, betont Oberbürgermeister Hermann Faul: Die Argumente der Träger öffentlicher Belange, zu der auch die Anlieger gehören, würden jetzt gesammelt und dann nach und nach abgearbeitet. Faul kennt den besagten Spielplatz im Herkheimer Viertel. Und als er dort zuletzt war, hat er wenig Spuren von Gebrauch gesehen. „Die Spielplätze werden immer wieder überprüft und angeschaut.“ Über den Zustand des Geländes und der Spielgeräte habe sich bislang niemand beschwert – und wenn sich niemand rühre, dann werde der Platz wohl auch nicht mehr benötigt, argumentiert der Oberbürgermeister. Zudem habe Stadträtin Maximiliane Böckh (CSU) in der Sitzung des Bauausschusses auch auf die anderen Spielplätze im Herkheimer Viertel und ihre Vorzüge hingewiesen. Aus dem Wemdinger Viertel hätten sich zuletzt Bürger an die Stadt gewandt, berichtet Faul, die für ihre Kinder neue Geräte gefordert hatten. „Wir orientierten uns da auch am Bedarf.“ Zudem, so der Oberbürgermeister: „Wir brauchen Wohnungen.“ Und dafür könne man den freien Platz im Herkheimer Viertel nutzen.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
KAYA8046.JPG
Polizeibericht aus Nördlingen

Hoher Sachschaden bei Kollision

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden