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Nördlingen

11.04.2019

OB-Wahl: Über diese Namen wird derzeit spekuliert

Wer wird künftig im Nördlinger Stadtrat mitentscheiden? Darüber bestimmen die Nördlinger am 15. März 2020. Nach momentanem Stand wird das Gremium auf 30 Mitglieder anwachsen.
Bild: Szilvia Izsó

Plus Wer wird künftig im Nördlinger Stadtrat mitentscheiden? Manche Parteien finden mühelos Kandidaten, andere dagegen tun sich schwer. Auch die Suche nach einem OB-Kandidaten ist für manche "ein schwieriger Prozess".

Über den Nördlinger Stadtrat werden derzeit viele Gespräche geführt. Und zwar über den künftigen – den, der 2020 gewählt werden wird. 30 Mitglieder wird der voraussichtlich groß sein, zumindest, wenn Nördlingen nicht einen plötzlichen Bevölkerungsschwund erleidet. Aktuell leben in der Stadt mehr als 20.000 Menschen, damit steigt die Zahl der Stadträte von jetzt 24 auf 30. Wo die dann tagen werden, ist noch nicht klar, sagt der Sprecher der Stadt, Rudi Scherer, – im Sitzungssaal des Rathauses könnte es eng werden. Die Parteien und Gruppierungen, die derzeit im Gremium vertreten sind, wollen das auch in Zukunft sein. Deshalb suchen sie Kandidaten für ihre Listen, 30 Namen sollten da drauf stehen. Während es für die einen ein Leichtes ist, Bewerber zu finden, tun sich andere schwerer.

OB-Kandidat Steffen Höhn ist auch Ortsvorsitzender der CSU. Zur Suche nach geeigneten Kandidaten für den Rat sagt er: „Das ist tatsächlich einfacher, als manche befürchtet haben.“ Vielleicht auch, weil man sich als große Gruppierung leichter tue. Höhn sagt, Nördlinger seien von sich auf die CSU zugekommen, wollen sich im Stadtrat engagieren: „Das freut mich. Ich sehe es als Bestätigung der Arbeit der Fraktion und des Ortsverbands.“ Nur bei den Frauen sei es schwieriger, doch Höhn ist zuversichtlich. Noch gebe es Restplätze auf der CSU-Liste, die halte man noch frei – erst im Herbst wird nominiert.

Die Suche nach einem OB-Kandidaten ist "ein schwieriger Prozess"

Anders äußert sich der Fraktionsvorsitzende der Stadtteilliste, Thomas Mittring, zum Thema: Man sei auf der Suche nach 30 Kandidaten, aber das sei mühsam. Viele entgegneten auf Nachfrage, dass die Wahl doch erst in einem Jahr sei – konkret am 15. März 2020. Andere Angesprochene verweisen auf die fehlende Zeit. Früher sei es einfacher gewesen, Kandidaten zu gewinnen, meint Mittring, da habe es insgesamt ein geringeres Angebot an Freizeitaktivitäten gegeben. Auch die Suche nach einem OB-Kandidaten sei für die Stadtteilliste „ein schwieriger Prozess“. Denn der solle nicht nur geeignet sein, auch die Familie müsse hinter ihm stehen.

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Dass sich bei anderen Parteien oder Gruppierungen Kandidaten anbieten, hält PWG-Fraktionsvorsitzender Helmut Beyschlag für „subjektive Schönfärberei“. Die Bereitschaft, Opfer und Entbehrungen in Kauf zu nehmen, sei schon einmal größer gewesen. Man werde aber die PWG-Liste sicher mit engagierten Leuten voll bringen. Zudem bringe die OB-Kandidatur von David Wittner einen „altersmäßigen Umbruch“ mit sich. Wenn man bei möglichen Kandidaten auf Ablehnung stoße, dann meist mit dem Verweis auf die fehlende Zeit.

Diese Namen sorgen bei den Nördlinger Grünen für Gesprächsstoff

Bei den Grünen sorgen derzeit vor allem zwei Namen für Gesprächsstoff: Stadträtin Andrea Eireiner und der ehemalige Besitzer der Schauspielmanufaktur, Nico Jilka. Beide werden derzeit in Nördlingen als mögliche Kandidaten der Partei für die OB-Wahl gehandelt. Beide schweigen sich dazu auf Nachfrage unserer Zeitung aus: kein Kommentar. Grünen/Frauenliste-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Goschenhofer dagegen spricht mit den RN und meint, die Grünen würden von der derzeit breiten bundesweiten Zustimmung profitieren. Man habe mehr mögliche Kandidaten als nur die 30, die auf die Liste passen, werde mit einer Vielzahl von neuen Personen aufwarten können. Mitte des Jahres werde man einen OB-Kandidaten oder eine OB-Kandidatin präsentieren.

Rita Ortler kandidiert für die Sozialdemokraten für den Posten des Oberbürgermeisters. Von der Suche nach Bewerbern für den Stadtrat berichtet sie: „Es ist nicht einfach. Man muss oft nachfragen und überzeugen.“ Wichtig sei es auch, zu zeigen, wofür die SPD in Nördlingen stehe. Ortler führt das auch darauf zurück, dass ihre Partei in Berlin in der Regierungsverantwortung ist. Alles, was dort entschieden werde, falle auf die Genossen im Ries zurück. Zudem sei die Fraktion im Stadtrat derzeit nicht groß, Erfolge müssten teils über Jahre erarbeitet werden. Mancher lehne auch mit dem Hinweis ab, zu jung zu sein.

Viele Frauen denken: Es läuft doch alles

Die Frauenliste bildet derzeit zusammen mit den Grünen eine Fraktion im Stadtrat – und müsste theoretisch 30 Frauen finden, die für das Gremium kandidieren wollen. „Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen“, meint Sonja Kuban dazu. Zwar engagierten sich viele Frauen bei Veranstaltungen, seien sehr fleißig – doch politische Verantwortung würden die wenigsten übernehmen wollen. Kuban hat das Gefühl, dass viele Frauen gerade im ländlichen Bereich denken: Es läuft doch alles. Auch eine OB-Kandidatin sei derzeit noch nicht in Sicht.

Die Ortsvorsitzende des vor Kurzem gegründeten AfD-Ortsverband Nördlingen-Wemding, Ute Langer, sagt auf die Anfrage, ob die Partei eine Stadtratsliste anbieten wolle: „Ich denke schon.“ Man habe das „im Hinterkopf“. Noch stünden aber keine Kandidaten fest, so Langer.

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