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Stadtentwicklung

27.09.2019

Oettingen: Die große Krone soll es werden

Die Stadt rechnet damit, dass im besten Fall im Jahr 2022 mit der Sanierung der Krone begonnen werden kann. 2020 soll der Bauantrag erfolgen.
Bild: Mörzl

Plus Ohne Debatte entscheidet sich der Oettinger Stadtrat für die große Sanierung des Hotels mit 49 Betten. So argumentieren die Fraktionen.

Mit einem deutlichen Ergebnis hat sich der Oettinger Stadtrat am Donnerstagabend für die große Sanierung des Hotels Krone entschieden. Wie berichtet, hat das Architekturbüro Heisler aus Ulm in einer Machbarkeitsstudie zwei Entwürfe ausgearbeitet: Der große Entwurf umfasst neben der Sanierung des alten Kronengebäudes und des Kronensaals zwei Neubauten, insgesamt sollen 49 barrierefreie Zimmer entstehen. Rund 20 Millionen Euro kostet das Projekt, die Stadt Oettingen rechnet mit 6,3 Millionen Euro Eigenanteil. Die kleine Lösung, die am Mittwoch bei der Bürgerinfoveranstaltung erstmals vorgestellt worden ist, war eine abgespeckte Variante mit 27 Zimmern.

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Bürgermeisterin Petra Wagner (CSU/FWG) fasste in der Sitzung die bisherige Entwicklung zusammen, seit Bundestagsabgeordneter Ulrich Lange (CSU) im Herbst 2018 das Förderprogramm Nationale Projekte des Städtebaus für die Sanierung der Krone ins Spiel gebracht hatte. Wagner sagte: „Wir haben die einmalige Chance, eines der bedeutendsten Gebäude am Marktplatz zu sanieren.“ Die Anforderungen des Förderprogramms seien sehr hoch gewesen. Aus 118 Bewerbungen seien 35 Kommunen zum Zug gekommen, vier davon in Bayern. Darunter Oettingen mit der zweithöchsten Fördersumme von 9,76 Millionen Euro. „Es war eine große Aufgabe, bis alle Zahlen und Fakten für eine Entscheidung vorlagen“, sagte die Bürgermeisterin.

Hotel Krone: Chancen für die Stadt

Erwin Taglieber stellte die Entscheidung der CSU/FWG-Fraktion vor, die nicht leicht gewesen sei. „Unsere Fraktion wird für die große Lösung sprechen“, sagte er. Gar nichts zu machen sei keine Option, da kein Privatmann in der Lage wäre, die Krone zu sanieren. Die kleine Lösung sei nicht ökonomisch. „Wir wissen, dass wir ein Hotel in der zentralen Lage nur in einer gewissen Größe wirtschaftlich betreiben können.“ Taglieber äußerte auch die Überzeugung, dass man einen guten Pächter finden werde.

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Bei der Infoveranstaltung am Mittwoch zur Krone sei deutlich geworden, welche Chancen ein florierender Hotelbetrieb mit Gastronomie für die Stadt haben könnte. Aus seiner Sicht sei außerdem das Risiko für Baukostensteigerungen sehr gering. „Alle Eventualitäten, die kommen können, sind berücksichtigt“, meinte er. „Wir können es uns nicht erlauben, dass wir so einen Komplex verkommen lassen. Nur durch den hohen Zuschuss, den auch nur die Stadt bekommt, ist die Sanierung möglich.“ Es sei der richtige Weg, das Gebäude zurückzukaufen und den Förderantrag zu stellen.

Ansicht vom Saumarkt: So sieht die neue Krone im Entwurf der Heisler Architekten aus Ulm aus. Zwei Gebäude werden neu gebaut.
Bild: Heisler Architekten

Bevor Fraktionsvorsitzender Robin Bhattacharyya auf die Entscheidung der SPD einging, brachte er zwei „Protestnoten“ an, wie er es bezeichnete. Die erste betraf die nichtöffentliche Sondersitzung zur Krone: „Wir gingen davon aus, dass Öffentlichkeit herrschen würde. In Oettingen herrschen aber leider andere Verhältnisse.“ Protestnote zwei galt der Terminierung von Infoveranstaltung und Stadtratssitzung an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Das Thema müsse sich bei den Bürgern genauso setzen wie bei den Räten, meint Bhattacharyya. Außerdem merkte er an, dass die SPD auf das Förderprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ bereits 2016 für das Reithaus hingewiesen hätte. Sämtliche Argumente seien damals aber negiert worden.

Oettingen benötigt Übernachtungsmöglichkeiten

Die SPD-Fraktion lehne die kleine Lösung aus Unwirtschaftlichkeit ab und wolle ebenfalls die Option Premium-Krone unterstützen. Und zwar, um endlich den „Missstand“ des Gebäudes zu beseitigen, eine bessere Übernachtungssituation für Oettingen zu schaffen und somit den Tourismus zu stärken, sagte Bhattacharyya weiter. Außerdem sei ihm verständlich gemacht worden, dass man in Niedrigzinsphasen Investitionen in diesem Ausmaß tätigen soll. Wagner verteidigte erneut die nichtöffentliche Sitzung über die Krone, weil die Bürger dort keine Fragen hätten stellen dürfen. Zum Reithaus sagte sie, dass der damalige Förder-Aufruf einen Schwerpunkt hatte, in dem sie das Reithaus „nicht wiedergefunden“ habe.

„Die einzige vernünftige Lösung ist die große Lösung“, sagte Rudolf Oesterle für die PWG. Oettingen benötige dringend Übernachtungsmöglichkeiten. Die Förderkulisse sei „überragend“, die Zinsen zudem niedrig. Oesterle forderte: „Lasst uns gemeinsam den Weg der Optimisten gehen.“ Er wünschte sich zudem, dass sich Oettingen mehr auf den Tourismus fokussieren sollte.

Für die SLO komme ebenfalls nur die große Lösung infrage, auch wenn die Krone ein Risiko darstellte, begann Bernhard Raab seine Ausführungen. Er erinnerte an den Mut, den die Stadt bei den Planungen für die neue Grund- und Mittelschule gezeigt habe. „Der wurde belohnt“, sagte er. Die Finanzierungssituation sei günstig und es werde ein dauerhafter Wert geschaffen. Er wies darauf hin, dass Pflichtaufgaben unter der Investition nicht leiden dürfen. „Sonst würden wir den Bürgern was vormachen und manche auch schlechter stellen“, meinte Raab, und: „Die Krone ist ein absoluter Einzelfall und darf nicht zum Präzedenzfall gemacht werden.“

In der nichtöffentlichen Sitzung wurde weiter debattiert

Martina Krommrei (SPD) wollte auf die Ängste der Bürger bezüglich der Pro-Kopf-Verschuldung eingehen und sagte, dass eine größere Verschuldung „nicht so schlimm“ sei, wenn sie der Haushalt tragen könne. „Wichtig ist, dass wir ein lebenswertes Oettingen haben.

Neben Fabian Schäff (CSU/FWG) stimmte Ludwig Däubler (ABL) gegen die Gesamtsanierung und den Förderantrag. Däubler sagte: „Nach meiner Meinung beinhaltet der Beschlussvorschlag, dass sich die Vergangenheit der Causa Krone mit allen Begleiterscheinungen wiederholt.“ Ihm fehlten eine echte Bürgerbeteiligung und die Vorstellung von Alternativen. Er sei auch gegen die Neuverschuldung.

In nichtöffentlicher Sitzung fand laut Wagner schließlich die Detailabstimmung und die weitere Vorgehensweise statt. Die Kaufpreisverhandlungen mit dem Eigentümer der Krone seien abgeschlossen. Der Erwerb weiterer Anteile des Müllerstadels sei diskutiert worden.

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