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Krankenhäuser

03.08.2012

„Ohne Pulmologie chancenlos“

gKU stellt umstrittenes Gutachten niedergelassenen Ärzten vor

Wemding Bei seiner Informationsreise in Sachen gKU-Gutachten hat Landrat Stefan Rößle erneut Station in Wemding gemacht. Nachdem er – wie berichtet – in der vergangenen Woche dort zusammen mit dem Geschäftsführer der Unternehmensberatung Schellen und Partner, Franz-Josef Fischer, den Nördlinger Stadträten und Kreisräten das brisante Krankenhaus-Gutachten vorgestellt hatte, lud er am Mittwoch nun die niedergelassenen Ärzte in die Wallfahrtsgaststätte ein.

Vonseiten des gemeinsamen Kommunalunternehmens nahmen außer dem Verwaltungsratsvorsitzenden Rößle die Vorstände Gerhard Wurm und Ulrich Seidel sowie die ärztlichen Direktoren Dres. Helmut Kern (Oettingen), Dietmar Blechschmidt (Nördlingen) und Thomas Eberl (Donauwörth) teil.

Der Landrat wollte mit der nicht öffentlichen Veranstaltung mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Zum einen wollte Rößle die Stimmung mit Blick auf das gefährdete Krankenhaus Oettingen unter den Medizinern ausloten, zum anderen erhoffte er sich Vorschläge zur Existenzsicherung. Zudem wollte er Werbung für die Kreiskrankenhäuser machen, denn ohne Einweisungen seitens der niedergelassenen Ärzte ist kein Klinikbetrieb möglich. Von den 120 geladenen Medizinern waren nur 14 gekommen, was allerdings wenig überraschend ist angesichts der vielen Probleme, mit denen die selbstständigen Mediziner zu kämpfen haben.

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Rößle sagte gestern auf Anfrage der Rieser Nachrichten, alle Beteiligten hätten die Schwierigkeiten des Oettinger Krankenhauses gesehen, bedingt durch dessen geringe Größenordnung. Die Ärzte hätten auch das von Fischer vorgetragene umstrittene Gutachten akzeptiert, gleichzeitig aber für eine Lösung der Probleme plädiert. Vor allem im Reha-Bereich sähen sie noch Potential. Bekanntlich verfügt die Klinik bereits über 33 Betten der geriatrischen Rehabilitation.

Einig waren sich Mediziner und Landrat, die Pulmologie in der derzeitigen Situation „keinesfalls“ nach Donauwörth zu verlegen, wie es in dem Gutachten vorgeschlagen wird: „Das wäre für das Oettinger Haus tödlich“, hieß es.

Stefan Rößle sprach von einer „sehr interessanten, sehr sachlichen und fachlichen Diskussion“. Man sei sich auch einig gewesen, welch’ hohen Stellenwert Einweisungen vonseiten der niedergelassenen Ärzte in die örtlichen Krankenhäuser hätten. Dies wiederum setze ein gutes Verhältnis und gegenseitiges Verständnis zwischen Kliniken und Praxen voraus.

Selbstkritisch meinte der Landrat, positive Beispiele in anderen Regionen zeigten, dass man die Kontakte seitens des gKU zu den niedergelassenen Ärzten noch stärker intensivieren müsse: „Einweisungen sind kein Selbstläufer“, sagte er. Umgekehrt hätten die Mediziner aber auch die vielfältigen Probleme erkannt, mit denen Kliniken heutzutage zu kämpfen hätten. „Wir alle wären froh, wenn Oettingen erhalten bliebe, aber man muss auch die Schlüsse aus den im Gutachten genannten Zahlen ziehen“, fasste der Nördlinger Internist Dr. Andreas Kroczek seine Eindrücke von der Veranstaltung zusammen. Für die Unternehmensberatung stünden natürlich die Zahlen im Vordergrund und die sähen bei 2000 stationären Behandlungen pro Jahr in Oettingen nicht gut aus. 8000 sollten es laut Fischer sein, mindestens aber 5000.

Eine orthopädische Rehabilitation?

Der Ausbau der Pulmologie und ein breit gefächertes Angebot im Reha-Bereich – etwa eine orthopädische Rehabilitation mit ambulantem Heilverfahren – seien deshalb Möglichkeiten, die Zahlen zu verbessern, sagte Kroczek.

Gestern Abend wurde das Gutachten der Oettinger Bevölkerung präsentiert (Bericht folgt).

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