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Nördlingen

25.08.2020

Open-Air-Kino im Nördlinger Ochsenzwinger: Pilgern mit Popcorn

Jakobsweg im Ochsenzwinger: Regisseurin Gabi Röhrl (in pinkfarbener Jacke) mit Movieworld-Inhaber Johannes Böhm, Oberbürgermeister David Wittner und Brigitte Faul, Frau von Altoberbürgermeister Hermann Faul, die bereits mehrfach Abschnitte des Jakobswegs gelaufen ist.
Bild: Tobias Fellner

Plus Im Nördlinger Ochsenzwinger zeigt Regisseurin Gabi Röhrl ihren Dokumentarfilm über den Jakobsweg. Sie erzählt auch, mit welchen Schwierigkeiten sie während des Drehs konfrontiert war.

Zum Höhepunkt der Open-Air-Kinoreihe im Nördlinger Ochsenzwinger zeigte das Movieworld Nördlingen den erfolgreichen Dokumentarfilm „Nur die Füße tun mir leid“ der bayrischen Filmemacherin Gabi Röhrl. Vor ausverkauften Rängen kündigte Röhrl persönölich ihren Film an.

200 Besucher waren trotz Corona-Auflagen in den Ochsenzwinger gekommen, um sich die Dokumentation über den Jakobspilgerweg anzusehen. Der Veranstalter sorgte dafür, dass mit ausreichendem Sicherheitsabstand zwischen den Stuhlreihen – immer drei Sitze pro Block – alle Auflagen eingehalten werden konnten. Statt 800 Besuchern, wie es in den Vorjahren üblich gewesen war, waren die Besucherzahlen für diese Vorführung auf 200 beschränkt. Die Ticketverteilung erfolgte über eine Onlinereservierung, in der Empfangshalle und am Ticketschalter waren außerdem Abstandsbänder angebracht sowie Desinfektionsmittel bereitgestellt.

Einer der erfolgreichsten Dokumentarfilme der Saison

Mit ihrem Film „Nur die Füße tun mir leid“ hat es die Kelheimer Filmemacherin Gabi Röhrl geschafft, eine der erfolgreichsten Dokumentationen der Saison zu veröffentlichen – und das, obwohl die 58-Jährige, die eigentlich Wirtin ist, bislang kaum Erfahrung im Filmemachen hat. Aufgenommen wurden die gezeigten Bilder während zwei Wanderungen auf dem Jakobsweg in den Jahren 2017 und 2018. Zwei, weil das Filmmaterial einer Wanderung nicht ausreichte, fiel doch eine der beiden Touren regenbedingt beinahe gänzlich ins Wasser und die Kamera damit für mehrere Wochen aus.

Als Laie, wie sie selbst sagt, ließ sich die Filmemacherin vor dem Antritt ihrer Reise von professionellen Filmemachern und einem Kameramann beraten und in der Handhabung der Kamera schulen. Dennoch war die Aufgabe, die auf sie zukam, keine leichte. Experten rieten ihr sogar von dem Projekt ab. Eine Reise mitsamt Kamera, 900 Kilometer den Jakobsweg entlang? „Unmöglich“ sei das, so der Tenor.

Nur ein Weg und Wanderschuhe zum Glück

Dass das Unterfangen sehr wohl möglich war, beweist Röhrl mit ihrem Film. In knapp eineinhalb Stunden liefert die 58-Jährige mit ihrer Dokumentation ein Porträt des Jakobswegs „Camino Frances“ von Saint-Jean-Pied-de-Port bis zum Kap Finisterre, indem Röhrl eindringlich und in privat wirkenden Aufnahmen den Weg selbst in den Mittelpunkt ihrer Dokumentation rückt.

Anhand von Gesprächen mit Pilgern, Aufnahmen des Weges und Kurzporträts der Sehenswürdigkeiten, die am Rand der Strecke auftauchen, gelingt der hauptberuflichen Wirtin ein persönliches Porträt des „Camino Frances“, das dem Zuschauer den Weg selbst als Zentrum ihrer Betrachtung präsentiert.

Gesäumt ist die dokumentarische Reise von Beobachtungen der Pilger, die ihn begehen, sowie der Gastwirte und Menschen, die am Weg das Leben und den Alltag der Pilger bestimmen. Macht es sich Röhrl mit ihrem Film zur Aufgabe, den Weg selbst zu porträtieren, so gelingt der 58-Jährigen im gleichen Moment auch die Einbindung des Zuschauers in einen inneren Prozess der „Pilger-Werdung“, den die Filmemacherin selbst erlebt. Röhrl schafft es, dass sich der Zuschauer bewusst wird, wie sich der Wandel vom einfachen Wanderer hin zum Pilger vollzieht. Die Quintessenz ihrer Reise ist laut Röhrl: Es brauche nur wenig – mitunter gar nichts – außer einem Weg und Wanderschuhen, um glücklich zu sein.

Auch in der Region gibt es Teilstrecken des Jakobswegs

Ebenfalls relevant für den Leser aus der Region, der möglicherweise selbst am Thema Jakobspilgerreisen interessiert sein könnte, ist es, dass einige Teilstrecken des Jakobswegs durch das Ries führen. Zwar kennt die Regisseurin diese Routen nur auf der Karte, einige Zuschauer des Filmes haben allerdings bereits Bekanntschaft mit ihnen gemacht.

Der eindeutige Vorteil laut Pilgerbericht: Es sei hierzulande nicht so heiß wie in Spanien, wo der größte Teil der Strecke des „Camino Frances“ verläuft. Routen führen im Ries über Oettingen vorbei an Neresheim oder über Harburg nach Donauwörth.

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