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Pflege: Das ganze System krankt

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Kommentar Von Julian Würzer
25.08.2018

Pflegestützpunkte sollen helfen. Doch damit ist es nicht getan. Ein Kommentar.

Pflegestützpunkte sollen den Angehörigen helfen, sich Informationen zum Thema zu verschaffen. Was kostet die Pflege? Wo können Förderungen in Anspruch genommen werden? Wo gibt es Plätze? Wie das konkrete Konzept aussieht, ist laut Heike Meyr vom Landratsamt noch nicht geklärt, allerdings sollen jene Stützpunkte im kommenden Jahr eingerichtet werden. Ob für den Landkreis oder für einen größeren Bezirk, ist noch offen. Für die Betroffenen kann die Dienstleistung durchaus hilfreich sein, denn ein Pflegefall tritt oftmals ohne Vorwarnung ein, ohne dass sich die Angehörigen vorab mit dem Thema hätten beschäftigen können.

Das eigentliche Problem im Pflegesystem ist dadurch nicht behoben. Denn Pflegestützpunkte dienen Menschen zwar als Informationsquelle und Pflegebedürftigen könnten eine Aufzählung der Heime bekommen – ein Platz kann ihnen dennoch nicht vermittelt werden. Denn mehr Plätze schafft der Pflegestützpunkt nicht.

Nur mit den Stützpunkten ist es nicht getan. Es ist das gesamte System, das krankt. Im Ries gibt es nicht nur Pflegeheime, die aus Platzmangel keine Pflegebedürftigen mehr aufnehmen können, sondern auch Pflegeheime, die aus Fachkräftemangel keine weiteren Menschen betreuen – das erzählten verschiedene Pflegemitarbeiter im Rahmen der Recherche. Hier sollten die Regierung und Unternehmen endlich mit konkreten Strategien ansetzen: in Schulen gehen und für den Beruf werben. Den jungen Menschen erzählen, was an einem sozialen Job toll ist.

Denn erst wenn genügend Fachkräfte vorhanden sind, können Pflegeplätze geschaffen werden. Das wäre dem Pflegesystem auf Dauer hilfreicher als die möglichen Pflegestützpunkte.

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