Newsticker

Merkel betont Notwendigkeit weiterer Corona-Beschränkungen

Stadtentwicklung

14.02.2018

Platz für Häuslebauer

Angrenzend an die Ludwig-Thoma-Straße soll ein neues Baugebiet entstehen. Es könnte Platz für bis zu 60 Einfamilienhäuser bieten.
Bild: Robert Milde

Im Osten und im Süden Nördlingens sollen neue Baugebiete entstehen. Eines davon könnte 30 Hektar groß sein und Platz für tausende Menschen bieten.

Keinen einzigen Bauplatz hat die Stadt Nördlingen derzeit in der Kernstadt im Angebot. Nur noch in den Ortsteilen gibt es städtische Flächen, auf denen Häuslebauer ihr Eigenheim errichten können. Zum Beispiel in Herkheim, wo der Quadratmeter 87 Euro kostet, oder in Pfäfflingen, wo man nur 46 Euro bezahlen muss. Doch viele Familien wollen in Nördlingen selbst bleiben. Die CSU hat im Zuge der Haushaltsberatungen nun erneut den Antrag gestellt, Bauland in der Kernstadt zu schaffen. Die Verwaltung hat bereits Gebiete im Blick – eines davon könnte fast ein neues Stadtviertel werden.

Verhandlungen führen Vertreter der Stadt bereits mit Eigentümern, die Flächen angrenzend an die Ludwig-Thoma-Straße besitzen, sagt Kämmerer Bernhard Kugler. Dort, unweit des Freibades Marienhöhe, könnten insgesamt 50 bis 60 Bauplätze mit durchschnittlich rund 700 Quadratmeter Größe entstehen, bestätigt Stadtbaumeister Hans-Georg Sigel. Doch es gilt noch Hürden zu überwinden: Bislang gehört der Stadt in diesem Bereich kein einziges Grundstück. Und in Zeiten von niedrigen Zinsen überlegt es sich offensichtlich mancher Besitzer nicht nur zweimal, seinen Boden zu verkaufen. Sollte das gesamte Baugebiet entwickelt werden, müsste die Stadt zudem ein Regenrückhaltebecken im Südtiroler Viertel bauen, sagt Kämmerer Kugler. Er kann sich vorstellen, dass man zunächst nur 20 Bauplätze schafft – um den dringendsten Bedarf einmal abzudecken – das ginge auch ohne den Bau des Beckens.

Wenig Erfolg hatte die Stadt im Bereich Berggässle, berichtete Oberbürgermeister Hermann Faul zuletzt in einer Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses: Die Eigentümer hätten wenig Interesse, ihre Flächen zu verkaufen. Die Stadt hat aber noch ein weiteres Baugebiet im Blick: „südlich Saubrunnen“ (Gartenstadt). Im Flächennutzungsplan sind dort satte 30 Hektar für Wohnbebauung vorgesehen, weitere 20 Hektar für ein neues Gewerbegebiet. Reihenhäuser und Doppelhäuser könnten in diesem Bereich im Osten der Stadt neben den klassischen Einfamilienhäusern zugelassen werden. Das Bauamt würde gerne einen Wettbewerb ausloben, bei dem die Teilnehmer ihre Ideen einbringen, wie dieses neue Viertel aussehen könnte. Platz sei hier für circa 3000 Menschen, so Faul. Über das weitere Vorgehen entscheidet der Stadtrat. Die Fraktion der Stadtteilliste hat ihre Position zum neuen Baugebiet in einem Antrag deutlich gemacht. Darin heißt es: „Generell ist die Stadtteilliste nicht gegen den Grunderwerb für Wohnbaugebiete in Nördlingen, aber wir möchten deutlich zum Ausdruck bringen, dass durch die angedachte Wohnbauerweiterung im Bereich Saubrunnen (Gartenstadt) landwirtschaftliche Flächen verloren gehen, die mit die höchsten Bonitäten im Ries und im Landkreis Donau-Ries haben.“ Und deshalb solle die Verwaltung lieber andere Standorte auswählen. In der betreffenden Ausschusssitzung wurde der Antrag mehrheitlich abgelehnt.

Einzelne Grundstücke im Bereich „südlich Saubrunnen“ besitzt die Stadt bereits. Wie viel der Quadratmeter dort aber einmal kosten wird und wann die ersten Häuslebauer loslegen können, ist noch fraglich. Alles hänge an den Grundstücksverhandlungen, sagt Stadtbaumeister Sigel. Läuft alles glatt, könnte man das Baugebiet in den nächsten fünf Jahren realisieren. Insgesamt hat Kämmerer Kugler für 2018 in den Etatentwurf eine Million Euro für Grunderwerb eingeplant.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren