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Nördlingen

17.06.2017

Platzmangel an der Mittelschule zu spät erkannt

Die Nördlinger Stadtverwaltung will das Vergabeverfahren für die Planungen des Erweiterungsbaus so schnell wie möglich auf den Weg bringen. Die Bauzeit soll nach aktuellem Stand etwa ein Jahr betragen.

Die Mittelschule Nördlingen benötigt mehr Räume. Schon im nächsten Schuljahr könnte es akut werden. Hätte das Problem bereits früher erkannt werden können?

Nachdem der Pulverdampf im Zusammenhang mit der teils heftigen Debatte im Stadtrat um die Erweiterung der Mittelschule (wir berichteten) nun weitgehend verraucht ist, kehrt Pragmatismus ein. Der Nördlinger Stadtverwaltung ist jetzt daran gelegen, so schnell wie möglich das sogenannte VgV-Vergabeverfahren für die Planungen des jüngst vom Stadtrat beschlossenen Erweiterungsbaus für die Schule in der Squindostraße auf den Weg zu bringen. Stadtkämmerer Bernhard Kugler hofft, dass dieses bis Herbst, allerspätestens Ende des Jahres, abgeschlossen sein wird. Danach bleibt bis zum 31. Juli 2018 Zeit, sich seitens des Stadtrates auf eine Planungsalternative zu verständigen, um diese zur Bezuschussung bei der Regierung von Schwaben einzureichen. Bekanntlich platzt die Mittelschule aus allen Nähten. Mit der Erweiterung sollen sieben neue Klassenzimmer und weitere sogenannte „schulfachliche Räume“ geschaffen werden.

Akut wird die Situation bereits im kommenden Schuljahr 2017/18. Weil die Schüler mehr als gedacht sind, ergibt sich auch eine Klasse mehr – 26 statt 25. Doch wo kurzfristig hin mit den Schülern?

Zwei Alternativen bieten sich an: die vorübergehende Unterbringung in einem Container auf dem Schulgelände oder die Auslagerung der Klasse in eine andere Schule in der näheren Umgebung. Seitens der Stadtverwaltung, so ist zu hören, hält man nicht viel von einem Umzug in die Peripherie. Oberbürgermeister Hermann Faul kann sich offenbar eine Containerlösung vorstellen. Derzeit ist die Verwaltung dabei, zusammen mit der Schulleitung nach einem gangbaren Weg zu suchen.

Nicht wenige fragen sich unterdessen, warum die prekäre Raumsituation bei den Planungen zur mittlerweile abgeschlossenen Generalsanierung des Schulgebäudes offensichtlich keine Rolle gespielt hat. Stadtkämmerer Kugler verweist in diesem Zusammenhang auf entsprechende Hinweise der Stadtverwaltung bei der Aufstellung des Raumprogrammes für die Mittelschule durch die Regierung von Schwaben. „Wir von der Stadt wollten mehr Räume haben“, sagte er gegenüber unserer Zeitung. Aber bei der Regierung sei in diesem Punkt „nichts zu machen gewesen.“ Das Raumprogramm wurde seinerzeit auf 380 Schüler ausgelegt. In den kommenden Jahren bewegt sich die Zahl in Richtung 500.

Also eine komplette Fehleinschätzung der Schulaufsichtsbehörde? Kugler widerspricht diesem Satz nicht, will sich aber nicht näher dazu äußern. Jetzt gehe es darum, so schnell als möglich den Erweiterungsbau hinzubekommen. Wenn alles einigermaßen glatt laufe, könne im September 2019 mit dem Anbau begonnen werden – Bauzeit ein Jahr.

Die Kosten? Hier hält sich der Kämmerer noch etwas bedeckt. Die zunächst angedachten 2,4 Millionen Euro würden wohl nicht reichen. Man könne eher von einem Betrag zwischen 2,5 und drei Millionen Euro brutto ausgegangen werden, sagt Kugler. Wie hoch die staatliche Förderung ausfallen werde, müsse man sehen. „Um die 50 Prozent“ seien jedoch nicht unrealistisch.

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