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Polizei

03.01.2019

Polizei klärt Vandalismus-Fälle auf

Eine Gruppe von sechs bis sieben Jugendlichen zerstörte im Oktober 15 Straßenleuchten im Hofgarten in Oettingen. Nun klärte die Polizei den Vorfall auf.
Bild: Archivbild: Petra Wagner

Durch eine Videoaufzeichnung gelangen Ermittler zu den Tätern. Aufgrund der Bilder beschränkte sich die Polizei auf die Fahndung im Stadtgebiet.

An zwei Sonntagabenden im Oktober und November sind in Oettingen jugendliche Vandalen unterwegs gewesen. In beiden Fällen wurde fremdes Eigentum zerstört, ein beachtlicher Sachschaden angerichtet. Die Bevölkerung war zu Recht beunruhigt und aufgebracht, teilt jetzt die Polizei Nördlingen mit. Beide Male wurde über die Medien um Zeugenhinweise gebeten. Jetzt meldet die Nördlinger Polizei in beiden Fällen Ermittlungserfolge.

Eine Gruppe von sechs bis sieben Jugendlichen trieb am 8. Oktober, kurz vor Mitternacht, ihr Unwesen im Hofgarten in der Nähe der Mittelschule (wir berichteten). Insgesamt wurden entlang des dortigen Fußweges beidseitig insgesamt 15 Straßenleuchten beschädigt, der Sachschaden wurde mit mehreren tausend Euro beziffert. Ein Zeuge berichtete damals, dass mindestens ein junger Mann aus einer Gruppe heraus gegen Parklaternen schlug; ein zweiter junger Mann wollte ihn offensichtlich zurückhalten. Allerdings war dem Zeugen nur eine sehr vage Beschreibung der beiden Männer möglich.

Sechs Wochen später, ebenfalls an einem Sonntagabend, zeichnete die Videoüberwachung der Raiffeisenbank in der Königsstraße in Oettingen eine Gruppe von mehreren Jugendlichen auf, die nach den Worten der Polizei im Vorraum der Bank ein Trinkgelage abhielten. Die Jugendlichen beschädigten während ihres Aufenthaltes in der Bank die Kunststoffablage des Geldautomaten, verdreckten den Zugangsbereich und zerstörten einen Bewegungsmelder im Hinterhof der Bank an. Es entstand ein Schaden von mehreren hundert Euro.

Die Ermittlungen der Polizei gestalteten sich in beiden Fällen zunächst sehr schwierig, da die ersten Zeugenhinweise spärlich waren und die Beschreibung der Tatverdächtigen ebenfalls nicht maßgeblich weiter geholfen hat. Polizeichef Walter Beck sagt: „Nachdem die beiden Taten in Oettingen für spürbare Beunruhigung sorgten, haben wir eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Zunächst ging es darum, zu erfahren, welche Jugendlichen in den fraglichen Nächten in Stadtgebiet unterwegs waren.“ Aufgrund des Zeugenaufrufes in den Medien gingen zunächst im Hinblick auf die Sachbeschädigung im Park einige Hinweise ein, die sich auf eine der Polizei bekannte Jugendgruppe konzentrierten. Im Zuge der weiteren Ermittlungen mussten alleine in diesem Fall knapp 20 Personen, unter anderem auch die Jugendlichen, die der besagten Gruppe zuzuordnen sind, als Zeugen vernommen werden. Es stellte sich allerdings heraus, dass die Befragten für die Verwüstung im Stadtpark nicht in Frage kamen.

Nachdem im Falle der Sachbeschädigung in der Oettinger Raiffeisenbank eine Videoaufzeichnung gesichert werden konnte, kam bei den Ermittlern Hoffnung auf. Denn es war nicht auszuschließen, dass hier ein Zusammenhang mit der Laternenbeschädigung hergestellt werden kann.

Aufgrund der vorliegenden Bilder beschränkte sich die Polizei zu Beginn auf Fahndungsmaßnahmen im Stadtgebiet von Oettingen, insbesondere auch im Umfeld der Schulen. Auch in diesem Fall wurde eine Vielzahl von Zeugen gehört, aber keine der Aussagen hat der Polizei weiter geholfen. Der entscheidende Hinweis kam dann von einem Nördlinger Polizeibeamten, der auf den gesicherten Bildern einen jungen Mann wiedererkannte, mit dem er in einer anderen Ermittlungsangelegenheit zu tun hatte.

Die Spur führte nach Nördlingen und Wemding und schließlich auch zur Ermittlung von zwei Tatverdächtigen. Die beiden 15 und 17 Jahre alten Tatverdächtigen haben zwischenzeitlich ihre Tat zugegeben.

Nahezu zeitgleich wurden bei den Vernehmungen zum „Laternenfall“ zwei Namen von jungen Männern bekannt, die in der Tatnacht ebenfalls im Stadtpark unterwegs waren. Die diesbezüglichen weiteren Ermittlungen führten schließlich zu zwei jungen Nordriesern (20 und 21 Jahre alt), von denen sich der ältere zwischenzeitlich geständig zeigte und die Sachbeschädigung an den Laternen einräumte. Beck sagt: „Ich bin sehr froh, dass sich unser Aufwand in dieser Angelegenheit bezahlt gemacht hat. Die Kolleginnen und Kollegen haben sehr engagiert und hartnäckig ermittelt und auch bei den Ermittlungen sehr gute Unterstützung aus der Bevölkerung erfahren. Auch unser Hauptzeuge half uns weiter, weil er sich trotz der spärlichen Beschreibung sicher war, dass er den Hauptverdächtigen auf jeden Fall wieder erkennen würde. Dieses Erinnerungsvermögen hat sich schließlich bestätigt, da er den von uns ermittelten Hauptverdächtigen auf einer angefertigten Wahllichtbildvorlage wieder erkannte.“ (pm)

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