1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Premiere für den Rieser Kohlhaas

Spielfilm

01.08.2013

Premiere für den Rieser Kohlhaas

Abschlussarbeit von Aron Lehmann wird am Sonntag in Nördlingen uraufgeführt

Nördlingen Eine Abschlussarbeit an der Filmhochschule ist die eine Sache, ein mit 50000 Euro dotierter Filmpreis eine andere. Der Film „Michael Kohlhaas oder die Verhältnismäßigkeit der Mittel“ des 30-jährigen Nördlingers Aron Lehmann ist beides: 2011 drehte er den Film mit der Produktionsfirma „Kaminski.Stiehm.“ im Ries als Abschluss seines 2005 begonnenen Regie-Studiums an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Berlin-Babelsberg. Drehorte waren unter anderem Holzkirchen, Maihingen, Ederheim und die Ruine Niederhaus; zahlreiche Rieser Laiendarsteller wirkten mit.

Am Sonntag, 4. August, um 18 Uhr findet nun die Publikumspremiere im Nördlinger Movieworld-Kino statt. Doch zuvor räumte das Werk schon einige Preise ab: Auf dem neunten Festival des deutschen Films in Ludwigshafen gewann der Film den mit 50 000 Euro dotierten Filmkunstpreis. „Mit Fantasie, Besessenheit und einer unverwechselbaren Handschrift verwandelt der Regisseur die Kleist’sche Novelle in ein filmisches Abenteuer, bei dem sich groteske Komik und heiliger Ernst die Waage halten“, begründete die Jury ihre Entscheidung für Lehmann. „Das Wagnis der Verwandlung von Literatur in Film ist hier auf beglückende Weise gelungen.“

Auf dem „Achtung Berlin Festival“ gewann Lehmann den new berlin film award in der Kategorie beste Regie, auf dem Film Festival in Saarbrücken den Publikumspreis.

Ab Donnerstag, 8. August, läuft „Michael Kohlhaas“ dann bundesweit an – zunächst mit 20 Kopien in ebenso vielen Kinos; 40 weitere Kinos sind vom Berliner Filmverleih missing films bereits gebucht. Das Besondere an Lehmanns Werk ist das Spiel auf zwei Ebenen: Ein Regisseur will die Kleist-Novelle von Michael Kohlhaas verfilmen, der von seinem Fürsten betrogen und beim fanatischen Kampf um Gerechtigkeit zum Verbrecher wird. Doch der Stoff erfasst die Filmcrew selbst – weil ihm die Mittel gestrichen werden und ihm ein Großteil der Schauspieler wegen künstlerischer Differenzen davonläuft, wird der Regisseur selbst zum Michael Kohlhaas, erklärt dem Dorf Speckbrodi den Krieg und kämpft mit allen Mitteln – oder besser: ohne alle Mittel – darum, zu seinem Recht, sprich seinem Film zu kommen. So werden Pferde zu Kühen, vier Komparsen zu einer Armee mit Äpfeln als Granaten, Improvisation und eine Handkamera ersetzen die teure Film-Maschinerie. (hum)

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
_AKY8800.JPG
Schöffengericht

Ein Leben außer Kontrolle

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden