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01.07.2017

Pro und contra „Ehe für alle“

So haben die Abgeordneten aus der Region gestimmt

Mann und Frau, Vater und Mutter – dieses konservative Modell als Ausgangsbasis für die Familie ist seit gestern auch vor dem Gesetz nicht mehr das einzig mögliche. Eingetragene Lebenspartnerschaften homosexueller Partner gibt es ja schon seit 2001. Nun aber hat der Bundestag auch die sogenannte „Ehe für alle“ beschlossen, die Schwulen und Lesben uneingeschränkt dieselben Rechte und Pflichten einräumt wie heterosexuellen Paaren. Mann und Mann, Frau und Frau sind also demnach ebenso mögliche Eheleute wie sie Vater und Vater oder Mutter und Mutter für Kinder sein können. Denn nicht zuletzt geht es bei diesem Gesetz ja auch um das Thema Adoption.

Bundestagsabgeordneter Ulrich Lange (CSU) stimmte gegen die Ehe für alle, „weil die Ehe von Mann und Frau sogar im Grundgesetz mit Recht unter dem besonderen Schutz des Staates steht“. Dieses Eheverständnis teile er, so Lange. Weiter meint der Christsoziale aus Nördlingen: „Vom Koalitionspartner halte ich es für einen ganz schlechten Stil, eine Entscheidung über ein so sensibles und für unsere ganze Gesellschaft so wichtiges Thema urplötzlich am letzten Sitzungstag der Wahlperiode zu erzwingen und durch den Bundestag zu peitschen.“ Eine ausführliche Debatte über „dieses gesellschaftlich relevante Thema“ sei so nicht mehr möglich gewesen, „wäre aber notwendig gewesen“.

Bei der Abstimmung im Rechtsausschuss habe sich „auch dieses Mal wieder sehr deutlich gezeigt, dass die SPD auf Rot-Rot-Grün setzt und deshalb bewusst gegen die Koalitionsvereinbarung gestimmt hat“. Das sei, wie Lange weiter ausführt, „ein schlechter politischer Stil“.

Gabriele Fograscher (SPD), Bundestagsabgeordnete für den Stimmkreis Donau-Ries/Dillingen/Aichach-Friedberg, begrüßt derweil diesen Schritt. Sie hat bei der gestrigen Sitzung im Plenarsaal für die „Ehe für alle“ gestimmt, „weil es keinen Grund gibt, ungleich zu behandeln, wenn zwei Menschen sich dazu bekennen, sich füreinander einsetzen zu wollen“.

Für die Sozialdemokratin Fograscher spielt das Geschlecht der Eltern bei der Kindererziehung keine relevante Rolle: „Mädchen und Buben wachsen dort gut auf, wo sie Liebe, Fürsorge und Aufmerksamkeit erfahren“, sagte sie am Freitag im Gespräch mit unserer Zeitung. Bei der Vielzahl von Lebensmodellen, die es inzwischen gebe, sei es doch immer vor allem wichtig, „dass sich jemand um die Entwicklung der Kinder kümmert“. Übers Knie gebrochen sieht Fograscher die Thematik im Bundestag keineswegs. „Wir diskutieren seit Jahren darüber und auch der Antrag liegt seit langem vor.“ (wüb, hilg)

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