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Maihingen

20.05.2020

Protest gegen Mobilfunk in der Gemeinde Maihingen wird lauter

An Mobilfunkmasten stören sich Anwohner immer wieder.

Plus Nach der Telekom will auch Telefonica eine Sendeanlage bei Utzwingen aufstellen. Das Thema Bürgerbegehren steht ebenfalls im Raum.

Die Zahl der vernetzten Bürger ist in den zurückliegenden Jahren deutlich gestiegen. Von daher wollen die Politik, aber auch die Konzerne der Mobilfunkindustrie verstärkt Sendeanlagen mit den dazugehörigen Sendemasten nicht zuletzt in den ländlichen Regionen aufstellen. In immer mehr Kommunen regt sich allerdings Protest dagegen. Zum einen aus Gründen der Gesundheit, andererseits wegen eines oft gewöhnungsbedürftigen Anblicks der Masten.

Auch in der Gemeinde Maihingen und dort vor allem im Ortsteil Utzwingen ist die Skepsis relativ weit verbreitet. Seit die Deutsche Telekom auf einem gemeindeeigenen Grundstück am „Hahnenberg“ an die Aufstellung eines Funkmastes denkt, gibt es Proteste. Diese kamen im vergangenen Jahr in einer Unterschriftenaktion zum Ausdruck, mit der etwa 60 Prozent der Utzwinger Einwohner ihre Ablehnung gegen einen Standort Hahnenberg äußerten. Der Bereich sei ein Naherholungsgebiet, wo sich an schönen Tagen viele Spaziergänger aufhielten und zwangsläufig einer Strahlenbelastung ausgesetzt wären.

Vor kurzem ist Bürgermeister Franz Stimpfle ein Schreiben der Telefonica Deutschland (O2) auf den Schreibtisch geflattert. Darin macht das Unternehmen deutlich, nahe Utzwingen ebenfalls einen Sendemast bauen zu wollen, um neben Maihingen und Utzwingen auch Herblingen und den Oettinger Stadtteil Heuberg versorgen zu können. Telefonica bittet die Gemeinde sogar, bei der Standortsuche für eine entsprechende Sendeanlage mitzuhelfen.

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Zwei Flächen an der Kreisstraße Richtung Herblingen kämen dafür infrage. Rathauschef Stimpfle hatte das brisante Thema auf die Tagesordnung der Gemeinderatssitzung am Montagabend gesetzt. Erwartungsgemäß entwickelte sich eine intensive Diskussion. Standortgegner aus Utzwingen saßen im Zuhörerbereich und brachten ihre Ablehnung gegen die Pläne der Mobilfunkbetreiber deutlich zum Ausdruck. Nach fast einer Stunde Debatte kristallisierte sich eine Kompromisslösung heraus, die sich der Gemeinderat vorstellen könnte: ein gemeinsam von Telekom und Telefonica genutzter Funkmast im Bereich des Hahnenberges. Dies wäre zwar keine optimale, aber eine vertretbare Alternative, hieß es.

Bürgermeister Stimpfle teilte mit, dass er eine solche Lösung bereits in einem Gespräch mit einem Telefonica-Vertreter vorgeschlagen habe. Er hoffe, zeitnah Bescheid zu erhalten, ob sich auch der Mobilfunkbetreiber dies vorstellen könne.

Bürgerbegehren steht im Raum

Unabhängig davon steht auch ein Bürgerbegehren gegen einen Mobilfunkmast im Raum. Stimpfle und seine Gemeinderäte hätten grundsätzlich nichts gegen einen solchen Schritt, zumal damit endgültig geklärt werden könne, wie die Bürgerschaft in Maihingen und Utzwingen zu einem Mobilfunkmast in ihrer unmittelbaren Umgebung stehe. Auf Vorschlag von Stimpfle verständigte sich der Rat darauf, zunächst die Antwort der Telefonica abzuwarten und danach erneut das Thema im Gremium zu behandeln und gegebenenfalls einen Beschluss zu fassen. Eines stellte der Gemeinderat übereinstimmend klar: Zwei Masten von unterschiedlichen Anbietern in unmittelbarer Nähe der Gemeinde dürfe es keinesfalls geben.

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