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Hainsfarth

29.09.2020

Protest in Hainsfarth: Kein Ende in Sicht

„Unser Bahnübergang soll bleiben!“: 200 Menschen demonstrierten am 19. September gegen die mögliche Schließung des Bahnübergangs an der Hainsfarther Heimostraße.
Bild: Josef Heckl

Plus Eineinhalb Wochen sind vergangen, seit das Dorf Hainsfarth eine Kundgebung gegen die Schließung der Heimostraße abhielt. Und nun? Der Gemeinderat will weiter kämpfen.

Die Gemeinde Hainsfarth kommt nicht zur Ruhe. Dass die Kundgebung am 19. September kein Schlusspunkt des Protestes sein sollte, hatte Bürgermeister Klaus Engelhardt bereits deutlich gemacht, noch bevor die letzten Demonstranten an jenem Samstag zu den Ausgängen geströmt waren. Die Anwohner waren gegen die mögliche Schließung der Heimostraße durch die Bayern Bahn auf die Straße gegangen (wir berichteten). Gut zehn Tage sind seither vergangen. Nun ziehen die Veranstalter um Bürgermeister Engelhardt eine Zwischenbilanz des Protestes und geben Ausblicke darauf, wie er fortgesetzt werden soll.

Seit nunmehr einigen Monaten steht der Punkt „Erhalt des Bahnübergangs Heimostraße“ ganz oben auf der Tagesordnung des Hainsfarther Gemeinderats. So auch am Montag. Engelhardt sitzt am Stirnende der Hainsfarther Turnhalle an einem Tisch, ein Beamer wirft Bilder der Kundgebung auf eine Leinwand hinter ihm. Es sind Aufnahmen von Demonstranten mit bunten Schildern, Aufnahmen eines Lkw, der beim Abbiegen in die Hauptstraße sichtlich Mühe hat, auf dem engen Weg zu rangieren. „Wir haben uns richtig ins Zeug gelegt“, sagt Engelhardt und erntet das kollektive Nicken seiner Gemeinderäte.

Das Verkehrsaufkommen der Heimostraße ist ein Streitpunkt

Eigentlich war die Kundgebung bereits für März geplant gewesen. Doch die Pandemie machte den Hainsfarthern damals einen Strich durch die Rechnung. Auch beim zweiten Versuch war lange unklar, ob und in welchem Ausmaß die Veranstaltung würde stattfinden dürfen. Engelhardt: „Ich bin umso erleichterter, dass wir für die Sicherheit und Gesundheit der Teilnehmer garantieren konnten.“ Feuerwehr, Polizei und rund 30 Ordner sorgten während der Kundgebung für Recht und Ordnung. Auch die 200 erlaubten Teilnehmer habe man punktgenau eingehalten, wie der Bürgermeister sagt.

Das Dorf Hainsfarth kämpft gegen die mögliche Schließung der Heimostraße.
29 Bilder
Die Hainsfarther Protest-Kundgebung in Bildern
Bild: Josef Heckl

Ein Streitpunkt der Diskussion um die Heimostraße ist das Verkehrsaufkommen der Straße. Nach Angaben des Staatlichen Bauamts habe eine Zählung 2015 ergeben, dass die Straße mit täglich rund 545 Fahrzeugen nicht stark befahren sei und damit auch unter dem bayerischen Durchschnitt von 3817 Kraftfahrzeugen pro Tag auf Staatsstraßen liege. Engelhardt wollte aktuelle Zahlen der Behörde – und habe sie nun auch bekommen, wie er sagt. Demnach liege das aktuelle Verkehrsaufkommen der Straße bei rund 2000 Fahrzeugen pro Tag – und damit weiterhin unter dem bayerischen Durchschnitt. Engelhardt sagt dennoch: „Für eine Ortsdurchfahrt wie bei uns ist das sehr viel.“ Gerade deshalb, merkt Gemeinderätin Johanna Wonner-Hoffelner an, weil der Verkehr bei Schließung der Heimostraße vor allem auch am Hainsfarther Kindergarten vorbeigeleitet werden würde. Sie sagt: „Mehr Verkehr, mehr Risiko für die Kinder.“

Ungebrochener Wille zum Protest in Hainsfarth

Der Wille zum Protest ist ungebrochen in der Gemeinde Hainsfarth, das wird am Montag deutlich. Wie aber geht es nun weiter? Insgesamt noch 24 Tage läuft eine Online-Petition zum Erhalt der Heimostraße, 1804 Menschen haben sie unterschrieben, 922 davon aus Hainsfarth. „Unser Ziel sind 2000 Unterschriften“, sagt Engelhardt. Danach müsse sich der Gemeinderat Gedanken darüber machen, an wen die Liste überreicht werden solle.

Auch von Gesprächen mit der Bayern Bahn sind Engelhardt und seine Mitstreiter nicht grundsätzlich abgeneigt, solange sie „auf Augenhöhe“ stattfänden, wie der Bürgermeister sagt. Er schiebt hinterher: „Aber es wird vermutlich nicht unsere letzte Kundgebung gewesen sein, sollten die weiteren Planungen der Bayern Bahn und des Bauamts nicht unseren Anforderungen genügen.“ Ein Ende des Protests ist also vorerst nicht in Sicht.

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