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Geopark Ries

18.05.2019

Ranger ist sein Traumberuf

Ranger Sebastian Prommnitz an einem Aussichtspunkt in Wemding, wo Naturpark Altmühltal und Geopark Ries zusammentreffen.
Bild: Ronald Hummel

Sebastian Prommnitz hütet den Naturpark Altmühltal und ein Stück des Geopark Ries.

Ranger – das klingt wie Astronaut, Feuerwehrmann, Formel-1-Pilot, eben wie ein echter Bubentraum. Für Sebastian Prommnitz, einen von vier Rangern im Naturpark Altmühltal, ist es das auch: „Als Junge schon mochte ich den Wald, Tiere und Natur und überlegte schon einmal, Förster zu werden.“ So war die angefangene Vernunft-Lehre zum Großhandelskaufmann denn auch nichts anderes als eine indirekte Bestätigung seines einzig wahren Weges: Er brach sie ab, machte im Münchner Tierpark Hellabrunn eine Ausbildung zum Zootierpfleger und arbeitete im Revier Afrika mit Zebras, Gazellen, Antilopen, Straußen und Pavianen. Dann zog es ihn zurück in die Heimat – er war in Ulm geboren und in Neu-Ulm aufgewachsen. In Weißenhorn arbeitete er in einem Tierheim. Hier gab es im Gegensatz zum Zoo keinen routinierten Tagesablauf, sondern jeden Tag andere Aufregungen bis hin zur Beschlagnahmung von 20 Hunden auf einmal, von denen sich einer nicht mehr von ihm trennen wollte.

So wird man Ranger im Geopark

Sebastian Prommnitz lag es immer daran, seinen Horizont zu erweitern – rückwirkend betrachtet baute er dadurch systematisch seine Qualifikation zum Naturpark-Ranger auf. So wurde er als nächstes Quereinsteiger zum Landschaftsbau mit einem vielfältigen Spektrum von Straßenbegleit-Grün bis zum Obstbaum-Schnitt, von Gartenpflege in Kindergärten bis zu Baumfällungen. Mit dieser Erfahrung bewarb er sich in Kloster Roggenburg mit seinen herrlichen Streuobstwiesen und Anlagen, die es im Barock-Stil umzugestalten galt. Berufsbegleitend machte er eine Ausbildung zum Fachwart für Obstbaum-, Garten- und Landschaftspflege, setzte eine Ausbildung zum staatlich geprüften Natur- und Landschaftspfleger in Almesbach bei Weiden in der Oberpfalz drauf, wo im Jahr nur 20 Plätze besetzt werden. Letztes Jahr war sein enormer beruflicher Erfahrungsschatz komplett, mittlerweile hatte er bereits das Ziel als Ranger im Rahmen der bayerischen Naturparkoffensive im Blick.

Naturschutz ist ihm wichtig

Er bewarb sich im Naturpark Altmühltal, der größtenteils im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen liegt, wo sein umfassendes Wissen zu allen Aspekten der Natur großen Eindruck machte. Nebenher hatte er sich auch als Hobby-Imker etabliert, machte den Fischereischein und setzte sich ehrenamtlich für Naturschutz ein – „wohl alles Gründe, dass ich genommen wurde“, sagt er. Seit 1. April hat er sein Büro im Naturpark-Infozentrum in Treuchtlingen. Sein Aufgabenprofil ist vielfältig. Zur Besucherinformation gehören unter anderem Aufklärung vor Ort für Kindergärten und Schulen oder am Wochenende das Gespräch mit Sportlern an Hotspots zum schonenden Umgang mit der Natur. Das ist schon Teil der Besucherlenkung durch Schilder und Barrieren, die er kontrolliert und Schäden dokumentiert.

Zur Naturpflege meldet er ortsfremde Vegetation, die einheimische Pflanzen verdrängt, an die Naturschutzbehörde, die dann zusammen mit den Kommunen einen Maßnahmenplan koordiniert. Auch die Unterstützung wissenschaftlicher Untersuchungen gehört zu seinem Ressort. Da sich zwischen Wemding und Treuchtlingen Naturpark Altmühltal und Geopark Ries überschneiden, ist er auch für den Geopark zuständig. Nach seiner Ausbildung zum Naturparkführer wird er auch eine zum Geoparkführer absolvieren und freut sich schon auf eine erneute Erweiterung seines Horizonts: „Geologie wird ein neuer Aspekt für mich werden, ebenso wie die regionale Geschichte, die im Geopark intensiv vermittelt wird.“

Seine Liebe zur Natur teilt er übrigens mit seiner Frau, die begeisterte Waldkindergärtnerin ist.

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