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Bürgerversammlung

17.01.2019

Riesbürg: Kein Raum für Diskussionen über Solarpark

Bürgermeister Willibald Freihart während der Diskussion bei der Bürgerversammlung Riesbürg.
Bild: Peter Urban

Bei der Bürgerversammlung der Gemeinde Riesbürg in Pflaumloch ließ sich Bürgermeister Willibald Freihart auf keine Detailfragen zum Solarpark Lachwiesen ein.

Die Goldberghalle war gut gefüllt, es herrschte gespannte Erwartung, als Bürgermeister Willibald Freihart die Bürgerversammlung Riesbürg mit seinen Ortsteilen Goldburghausen, Pflaumloch und Utzmemmingen eröffnete. Freilich wies der Bürgermeister gleich zu Beginn seiner Rede darauf hin, dass „die Entwicklung der Gemeinde“ der Kernpunkt der Veranstaltung sei, sprach aber dennoch davon „alle wichtigen Themen zu erörtern und im Anschluss auch zur Diskussion zu stellen.“

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Um es gleich vorweg zu sagen: wer erwartet hatte, dass das heiße Eisen „Solarpark Lachwiesen“ die angekündigte Diskussion beherrschen würde, sah sich getäuscht. Die Gemeindeentwicklung stellte der Bürgermeister sehr positiv dar, Zitat: „Wir können auf sieben fette Jahre zurückblicken und hoffen, dass es so bleibt.“ Dank der wirtschaftlichen Entwicklung und der guten Finanzausstattung seien zahlreiche Infrastrukturmaßnahmen ohne Neuverschuldung umgesetzt worden, etwa die Sanierung der Kläranlage Utzmemmingen. Die Neubauten für Bauhof und Feuerwehr und die Breitbanderschließung für die noch weißen Flecken im Gemeindegebiet seien auf den Weg gebracht worden.

Personennahverkehr Thema bei Bürgerversammlung

Vor allem auf die Wasserversorgung ging Willibald Freihart ein und sah es als großen Vorteil, dass die Gemeinde im Prinzip über eigenes Wasser verfügt und nicht von anderen abhängig ist. An diesem Prinzip wolle man festhalten. Der vergangene Sommer habe gezeigt, „was eine gute und vor allem sichere Wasserversorgung wert ist“. Auf weitere Themen wie die Bereitstellung von Wohn- und Gewerbeplätzen, den Hochwasserschutz, Nachverdichtung/Innenbebauung der Gemeinden, die Flurneuordnung Goldburghausen und Details wie die Sanierung der Römerhalle ging er genauso ein wie auf Themen wie Kindergarten, Kinderbetreuung, die sogenannte „verlässliche Grundschule“. Oder den deutlich zu wünschen übrig lassenden öffentlichen Personennahverkehr, dem man mit Ruf-Taxi-Systemen zu Leibe rücken wolle.

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Die B29 und die Ortsumfahrung Pflaumloch-Trochtelfingen nahm großen Raum ein, hier hätte man es bereits 2016 in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans geschafft, aber ohne ein so genanntes „Linienfindungsverfahren“ wird eine zeitnahe Realisierung realistisch betrachtet wohl nicht in Frage kommen. Auf die im Mai anstehenden Kommunalwahlen ging der Bürgermeister ebenfalls ein, seine Erklärungsversuche des Unterschiedes zwischen „Unabhängiger Bürgerliste“ und „Freie Wählervereinigung“ stifteten allerdings eher Verwirrung als allgemein verständliche Klarheit.

Bürgerversammlung sei nicht zuständig für Detailfragen zum Solarpark, sagt Willibald Freihart

Die anschließende Diskussion drehte sich um Kleinigkeiten. Einzig der Solarpark Lachwiesen, der in der bürgermeisterlichen Rede mit keinem Wort erwähnt worden war, sorgte kurz für etwas mehr Leben im Saal, als einige Bürger doch Näheres wissen wollten. Doch Willibald Freihart wollte sich nicht wirklich darauf einlassen „für Detailfragen ist keine Bürgerversammlung zuständig“ und verwies auf die kommunizierte Fristverlängerung bis 25. Januar, „danach wird nochmals alles aufgearbeitet, dann geht es in die zweite Runde, dann wird man sehen“. Sprach’s und versuchte erfolgreich, weitere Einlassungen dazu zu unterbinden. So blieben in diesem Punkt einige Fragen offen. In den sich anschließenden inoffiziellen Gesprächsrunden in Halle und Foyer waren Solarpark und Hintergründe trotzdem das beherrschende Thema und wird die Bürger sicherlich noch länger beschäftigen.

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