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OB-Wahl

30.01.2020

Rita Ortler punktet mit Erfahrung im Stadtrat

Rita Ortler kandidiert für die SPD für das Amt des Nördlinger Oberbürgermeisters.
Bild: Szilvia Izsò

Plus Rita Ortler kandidiert für die SPD und möchte Oberbürgermeisterin von Nördlingen werden. Was sie auf dem Döderlein-Gelände plant und wie sie zum Hallenbad steht.

Rita Ortler hat Glück. Die Oberbürgermeister-Kandidatin der SPD ist eine erfahrene und charismatische Stadträtin, sie braucht keinen Rückenwind aus Berlin. Das wird schnell deutlich bei der Wahlversammlung im Grosselfinger Sportheim. Dort sind die Fensterbänke noch mit Weihnachtsschmuck dekoriert, als wolle man an vergangene Zeiten erinnern, an die gute alte Zeit, als die SPD noch echte Volkspartei war und die Genossen in Berlin einer SPD-Bewerberin für das höchste Amt in Nördlingens Verwaltung noch Rückendeckung hätten geben können.

Doch die Zeiten sind andere. Rita Ortler ist heute Abend vor allem als Rita Ortler in Grosselfingen. Und es zeigt sich schnell: Diese Frau will es aus eigener Kraft schaffen. Gut gelaunt und voll engagiert zeigt sich die 58-Jährige schon von Beginn an. „Ich werde Ihnen heute Abend nichts versprechen, was ich nicht auch halten kann“, ruft sie den etwa 30 Grosselfingern im Saal zu.

Ungekünstelt und bodenständig

Ungekünstelt und bodenständig, so präsentiert sich Rita Ortler, die Diplom-Chemikerin und Musiklehrerin. Und das ist ihr auch wichtig, denn: „Mir bedeuten Werte wie Freundlichkeit, Natürlichkeit und Ehrlichkeit sehr viel.“ Es gebe für sie keine Menschen zweiter Klasse, jeder sei gleich viel wert.

Rita Ortler punktet mit Erfahrung im Stadtrat

Und Rita Ortler lebt diese Einstellung offenbar. Sie ist ein sozial engagierter Mensch, in vielen Vereinen aktiv, bringt sich seit 2008 im Stadtrat ein. Mehrheiten zu finden, Kompromisse zu schließen, eine ehrliche Politik der kleinen Schritte zu machen, so beschreibt sie ihren Politikstil. „Die Finanzen im Blick und nicht auf Pump planen“, sei ihr wichtig. Augenmaß. Bodenständigkeit. Natürlichkeit. Das sind ihre Grundpfeiler, darauf baut sich auch ihr Programm an diesem Abend auf.

Sie ist eine Frau der Tat, so macht es den Eindruck. Denn viel lieber als über sich selbst spricht sie über ihre Ideen für Nördlingen. Ihre Rede wird lebhaft, temperamentvoll und bestimmt, als sie zu den Sachthemen übergeht, zu ihren Visionen für Nördlingen. Und da hat die Oberbürgermeister-Kandidatin viel vor. Eine Tiefgarage will sie auf dem Döderlein-Gelände bauen, Sozialwohnungen könnten dort entstehen und eine Kombihalle für Veranstaltungen. Die Mutter von zwei erwachsenen Kindern plädiert dafür, dass Grundschulen fußläufig erreichbar sind und bleiben, getreu dem Motto „Kurze Beine – kurze Wege“. Eine Jugendvertretung solle den direkten Draht ins Rathaus vermitteln. In den Ortsteilen möchte sie Bürgersprechstunden einrichten. „Die Ortsteile gehören zu der Kernstadt dazu“, ruft sie den Zuhörern zu – und erntet Zustimmung.

Ein Sportbad mit Saunabereich

Beim Thema Hallenbad wird Ortler emotional, sie wolle kein Spaßbad, sondern ein Sportbad mit Saunabereich, ein attraktives Bad, das sich aber auch rechne. Ortler spricht ausführlich, auch wenn sie sich zu Beginn vorgenommen hatte „weniger zu reden“. Doch die OB-Kandidatin hat zu viele Themen – und es wäre unnatürlich für sie, wenn sie abbrechen würde, noch bevor sie die ihr wichtigen Dinge angesprochen hätte. So präsentiert sich Ortler: engagiert und bestimmt, aber auf dem Boden der Tatsachen. Die überwiegend männliche Zuhörerschaft hatte an diesem Abend die Chance, Ortler wirklich kennenzulernen. Nahbar trat sie auf, offen für alle Fragen nach Radwegen, Nahverkehr, gepflasterten Gehsteigen. Die SPD-Frau bleibt sich dabei treu, zeigt sich gut informiert, fachlich kompetent und erfahren im Umgang mit den Fragen, die die Bürger umtreiben. Ihr Stadtrats-Team aus 15 weiblichen und 15 männlichen Kandidaten steht voll hinter ihr, das spürt man an diesem Abend. Viele der Kandidaten verfolgen die Rede ihrer Kandidatin vor Ort. Es ist eine bunte Truppe aus verschiedenen Alters- und Berufsgruppen. Alle eint die Überzeugung, mit Rita Ortler die beste Kandidatin fürs Oberbürgermeisteramt ins Rennen zu schicken. Sie bringe die „richtige Schuhgröße“ für das Amt mit, so Thomas Stowasser, der SPD-Vorsitzende des Ortsvereins Nördlingen. Ortler ist es gewohnt, Stellung zu beziehen, Verantwortung zu übernehmen, eine Haltung zu präsentieren. „Ich möchte haben“ beginnen viele Sätze ihres Vortrags, „ich finde es wichtig“ und „ich scheue mich nicht“, auch diese Formulierungen fallen häufig. Rita Ortler benennt ohne Umschweife. Da passt es, dass sie verspricht, als mögliche Oberbürgermeisterin „die Ärmel hochzukrempeln“.

Man nimmt ihr das ab. Und das ist ihr Glück.

Mehr zu den Kandidaten für die OB-Wahl finden Sie hier in einem Überblick: OB-Wahl 2020 in Nördlingen: Das sind Termin und Kandidaten

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Die Diskussion ist geschlossen.

01.02.2020

Wenn auf dem Döderlein-Gelände eine Toefgarage gebaut werden soll, warum dann nicht gleich aufstocken zu einem Parkhaus? Ich denke es wäre sinnvoller als Sozialwohnungen dort zu bauen. Es werden in Nördlingen zahlreiche Wohnungen und Häuser gebaut. Der Platz auf dem Döderlein-Gelände ist meiner Meinung nach viel zu gering, um ein paar Wohnungen und Häuser zu bauen.

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