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Nördlingen

29.12.2020

Rummelsberger Jugendhilfe in Nördlingen: Sicher und geschützt

Der neu entwickelte Leitfaden gibt Mitarbeitenden mehr Sicherheit und Handlungsfähigkeit im Umgang mit Kindern, bei denen der Verdacht auf einen sexuellen Missbrauch oder Kindeswohlgefährdung besteht.
Bild: Simon Malik (Symbolbild)

Die auch in Nördlingen tätige Rummelsberger Jugendhilfe hat ein neues sozialpädagogisches Konzept zum Wohle der Kinder entwickelt. Diese Gründe stecken dahinter.

Knapp 16000 Kinder in Deutschland sind 2019 Opfer sexueller Gewalt geworden und bei über 55500 Kindern haben die Jugendämter eine Kindeswohlgefährdung festgestellt. Die Dunkelziffern liegen in beiden Bereichen weit darüber. Jede Woche sterben in Deutschland drei Kinder an den Folgen von Misshandlung oder Vernachlässigung. Umso wichtiger, dass sich Jugendhilfe dem Thema Kindesschutz widmet und zum besseren Schutz der Kinder und Jugendlichen in Deutschland beiträgt, teilt die Rummelsberger Diakonie weiter mit.

Dabei seien die Themen Kindeswohlgefährdung und sexueller Missbrauch mit vielen Unsicherheiten verbunden, da kein Fall dem anderen gleicht und selten alle Fakten klar auf dem Tisch liegen würden. Deshalb habe die Rummelsberger Diakonie einen Leitfaden entwickelt, der Mitarbeitenden mehr Sicherheit und damit Handlungsfähigkeit beim Umgang mit betreuten Kindern gibt, bei denen der Verdacht auf einen sexuellen Missbrauch oder Kindeswohlgefährdung bestehe.

Werkzeuge, um rechtlich und pädagogisch Verdacht abklären zu können

In diesem Leitfaden finden die Mitarbeitenden Checklisten sowie entsprechende Verfahrensanweisungen, wie sie nach den jeweiligen Beobachtungen weiter vorgehen sollten. Der Leitfaden beinhaltet unter anderem Fragebögen zur sexualpädagogischen Aufklärung, nach Altersstufen gestaffelt. Ziel des Leitfadens und der darin enthaltenen Dokumente ist, den Kollegen und Kolleginnen der Jugendhilfe Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie rechtlich sowie pädagogisch möglichst sicher einen Verdacht abklären und gegebenenfalls weitere Verfahrensschritte gehen oder einleiten können.

„Insgesamt ist der Leitfaden ein sehr gutes Handbuch, an dem ich mich ‚entlanghangeln’ kann“, sagt Kinderschutzfachkraft Ina Ferber, die den Leitfaden zusammen mit ihren Kolleginnen Ingeborg Kuhn und Eva Gruber entwickelt und erstellt hat.

Schulung für das neue Schutzkonzept noch vor der Corona-Pandemie

Die pädagogischen Mitarbeitenden der Jugendhilfe in Nördlingen wurden noch vor der Corona-Pandemie alle für das neue Schutzkonzept geschult. Dabei erhielten sie eine Einführung in die aktuelle rechtliche Lage, eine Übersicht über Gefährdungsbereiche und bekamen eine Einführung in die Nutzung des Leitfadens. „Durch die Schulung werden die Kolleginnen und Kollegen neu für das Thema sensibilisiert und erhalten gleichzeitig erste Tipps und Informationen zu Vorgehensweisen“, sagt Ferber.

Die für das Jahr 2020 geplanten weiteren Schulungen in der Jugendhilfe der Rummelsberger Diakonie fielen aufgrund der Pandemie aus. Sofern möglich, werden diese nachgeholt, konkrete Planungen liegen noch nicht vor. „Unser Ziel ist aber, alle pädagogischen Mitarbeitenden zu diesem Thema zu schulen. Zum Schutz der Kinder und zur Sicherheit der Kollegen“, erklärt Diakon Thomas Grämmer, fachlicher Leiter der Rummelsberger Dienste für junge Menschen gGmbH. RN

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