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Wirtschaft

16.01.2020

Schließung steht bevor: Güdel-Mitarbeiter erhalten Abfindung

Die Güdel Gruppe schließt ihren Standort in Nördlingen. Im November wurde nach mehreren Monaten Kurzarbeit bekannt, dass die Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren. Das Unternehmen will sich den baden-württembergischen Hauptsitz der deutschen Tochter konzentrieren.
Bild: Philipp Wehrmann

Plus Betriebsrat und Unternehmen einigen sich auf Sozialplan für die 59 Beschäftigten. Wann der Nördlinger Standort des Schweizer Unternehmens endgültig schließen wird.

Vor dem Haupteingang der Firma Güdel in Nördlingen steht ein Mann und nimmt einen Zug von seiner Zigarette. Außer ihm ist kein Mensch auf dem Gelände zu sehen, der Parkplatz hingegen ist voller Autos. Noch wird in der Fabrik gearbeitet – aber nicht mehr lange, wie nun feststeht. Schon länger waren die Geschäfte am Nördlinger Standort der Güdel Group schlechter gelaufen, im vergangenen Frühjahr dann begann die Kurzarbeit. Im November folgte die niederschmetternde Nachricht für die knapp 60 Mitarbeiter: Standortschließung.

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Am heutigen Donnerstag findet nach Informationen unserer Redaktion eine Versammlung mit den Mitarbeitern am Standort statt. Das Unternehmen und der Betriebsrat haben sich auf einen Sozialplan geeinigt, wie der Anwalt der Arbeitnehmerseite, Alexander Nerlinger, unserer Redaktion mitteilte. „Ende Februar wird der Betrieb geschlossen, es gibt für jeden Mitarbeiter Abfindungen“, sagte der Anwalt. 59 Personen seien bei der Firma beschäftigt.

Güdel muss noch Aufträge abarbeiten

Die Beschäftigten würden dann freigestellt, allerdings müssten vereinzelte Aufträge noch abgearbeitet werden. Das könne sich laut dem Anwalt möglicherweise noch bis Sommer ziehen. Die Verhandlungen hätten rund drei Monate gedauert.

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Die Angaben decken sich mit der Antwort des Unternehmens auf eine Anfrage unserer Redaktion. Zum 29. Februar werde der Betrieb stillgelegt, hieß es von Dennis Nohr, Geschäftsführer von Güdel Germany. Ab dann würden nur noch Abschlussarbeiten fertiggestellt. Es seien bislang keine Mitarbeiter freigestellt worden. Alle Mitarbeiter erhielten eine Abfindung.

Im November hatte das Unternehmen die Schließung mit einem veränderten Marktumfeld begründet. Die in Nördlingen angesiedelten Geschäftsfelder hätten nicht profitabel betrieben werden können.

Die Güdel-Mitarbeiter sind besorgt

Der Betriebsrat wollte sich auf Anfrage unserer Redaktion nicht zu der Einigung äußern. Gewerkschaftssekretär Steffen Pampollas von der IG Metall Augsburg sagte unserer Redaktion: „Die Mitarbeiter sind froh, dass es eine Abfindung gibt, aber von glücklich kann natürlich absolut keine Rede sein.“ Viele seien besorgt. Auch wenn es einige offene Stellen im Ries gebe – für jeden einzelnen Mitarbeiter sei ungewiss, ob und wann er eine gleichwertige Tätigkeit finden könne.

Laut einer Sprecherin steht die Agentur für Arbeit Donauwörth im engen Kontakt mit dem Unternehmen. Noch seien die Güdel-Mitarbeiter nicht arbeitssuchend gemeldet, deshalb lasse sich nichts über Vermittlungserwartungen sagen. Grundsätzlich aber sei die Arbeitsmarktsituation im Kreis gut: Insgesamt seien 1431 offene Arbeitsstellen gemeldet, darunter 188 im verarbeitenden Gewerbe. Allerdings sei es von Faktoren wie der Qualifikation, dem Alter und der Mobilität abhängig, wie schwierig die Arbeitssuche im Einzelfall fällt.

Die Schweizer Aktiengesellschaft Güdel Group hatte erst vor gut sieben Jahren ihren Standort im Ries eröffnet. Sie übernahm die Nördlinger Firma Claas. Nach anfänglichem Erfolg entließ die Firma schon 2018 knapp 20 Mitarbeiter. Im Zuge der Schließung will die Gruppe ihren deutschen Hauptsitz im baden-württembergischen Osterburken stärken. Die Gesellschaft ist nach eigenen Angaben ein führender Hersteller von hochpräzisen Maschinenkomponenten und Anbieter von Automatisierungslösungen. Der Standort Nördlingen beliefert speziell die Automobilzulieferer- und Maschinenbauindustrie. (mit jltr, ring)

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