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08.06.2009

Schmid: CSU hat wieder Tritt gefasst

Nördlingen/Donauwörth (bs/wwi) - Das Ergebnis von 62,1 Prozent der Stimmen im Donau-Ries-Kreis erfreut Georg Schmid, Vorsitzender der CSU-Fraktion im Landtag und Kreisvorsitzender seiner Partei: "Das liegt weit über dem bayerischen Schnitt." Die Christsozialen hätten im Freistaat wieder Tritt gefasst: "Wir konnten den Menschen klarmachen, dass Europa wichtig ist für unser Land, unsere Städte und unsere Dörfer." Nun gelte es für die CSU, weiter hart zu arbeiten, denn: "Wir sind noch nicht am Ziel." Bei der Bundestagswahl wolle man eine Regierungskoalition der Union mit der FDP erreichen, so Schmid, der gestern in München weilte und ein gefragter TV-Interview-Partner war. Gabriele Fograscher (SPD): Die Nördlinger Bundestagsabgeordnete Gabriele Fograscher sprach angesichts des Landkreis-Ergebnisses ihrer Partei von einem "schwerenSchlag". Sie habe keine Erklärung für dieses Abschneiden der SPD. "Uns gelingt es einfach nicht, unsere Anhänger zu mobilisieren", so Fograscher. Auch das bayernweite Ergebnis sei absolut enttäuschend. Auf die Frage, ob es möglicherweise an den für die Sozialdemokraten handelnden Personen bayern- und landkreisweit liege, meinte die Abgeordnete: "Das sehe ich nicht so". Auch gelinge es ihrer Partei nicht, die Bedeutung von europäischen Themen auch den eigenen Anhängern deutlich zu machen.

Hans Raidel ( CSU): Der Oettinger Bundestagsabgeordnete nannte das Europa-Ergebnis für seine Partei im Landkreis "phantastisch". Offensichtlich habe die CSU in den zurückliegenden Wochen einiges aufholen können. Das gute Abschneiden schreibt Raidel auch dem Spitzenkandidaten Markus Ferber zu, der nach einigen Problemen am Anfang insgesamt eine gute Rolle gespielt habe. Auch sei dieser einige Male im Landkreis gewesen, was von der Bevölkerung offenbar positiv aufgenommen worden sei. Dass die SPD so desaströs abgeschnitten habe, schreibt Hans Raidel auch einer völlig unglaubwürdigen Wirtschaftspolitik in den vergangenen Wochen zu. "Da hat bei uns Wirtschaftsminister zu Guttenberg einen sehr guten Job gemacht". Die Plakatierung der SPD nannte der Oettinger "unterste Schublade". Ursula Straka (SPD): "Ich kann es nicht glauben. Ich bin erschüttert", so die Reaktion der SPD-Unterbezirksvorsitzenden im Landkreis Donau-Ries, Ursula Straka (Oettingen). Es gebe für sie keine rationale Erklärung für das Abschneiden ihrer Partei. Landkreisspezifische Themen oder die handelnden Personen können es ihrer Ansicht nach nicht gewesen sein, dass solch ein Ergebnis zustande gekommen sei. Hermann Faul (PWG): Der Nördlingern Oberbürgermeister und PWG-Kreisvorsitzende wertete das Abschneiden der Freien Wähler als klare Absage an weitergehende politische Aktivitäten über die kommunal- und landespolitische Ebene hinaus. Das Abschneiden der Parteifreien im Landkreis wertete Faul als "für mich nicht überraschend". Den Status quo gehalten haben die Grünen im Landkreis. Ursula Kneißl-Eder (Grüne), findet es durchaus positiv, dass "gerade auch im ländlichen Raum der Bundestrend gehalten werden konnte". "Damit können wir durchaus zufrieden sein." Überrascht und erfreut nimmt Kneißl-Eder zur Kennntnis, dass die Grünen in elf Kommunen des Kreises mehr Stimmen sammelten als die SPD. Schade findet die Landkreis-Politikerin allerdings, dass die Wahlbeteiligung wieder relativ niedrig war: "Da müssen wir noch viel Überzeugungsarbeit leisten, damit die Menschen verstehen, wie wichtig für uns Europa und die Entscheidungen des Parlaments sind." Erik Breitenfeld, Kreisvorsitzender der FDP, saß gerade im Auto, als er die erste Hochrechnung im Radio hörte. Der Jubelschrei blieb nicht aus, denn die FDP konnte ihr Ergebnis deutlich verbessern: "Das Gesamtergebnis finde ich natürlich sehr erfreulich, besonders toll ist, dass wir jetzt auch eine bayerische Vertreterin im Europaparlament haben." An die Werte auf Bundesebene konnte die FDP im Landkreis zwar nicht anknüpfen, dennoch verdoppelte sie auch hier ihr Ergebnis. Breitenfeld: "Es zeigt sich, dass unsere Arbeit Früchte trägt, dennoch bedeutet es auch, dass wir vor Ort noch mehr präsent sein müssen." Linke-Kreisvorsitzender Manfred Seel kommentiert die 2,1 Prozent, die seine Partei im Landkreis erreichte so: "Das Ergebnis ist noch ausbaubar." Er gibt zu bedenken, dass die Linke hier erstmals bei einer Europawahl antrat. Außerdem sei "der soziale Sprengstoff in der Europawahl nicht so spürbar". Bundesweit könne man nicht unzufrieden sein. Bei der Bundestagswahl erwarte die Partei ein deutliches zweistelliges Resultat. Der frühere (und bislang einzige) Europaabgeordnete aus dem Donau-Ries-Kreis, Klaus Rehder, nennt die Wahlbeteiligung von rund 43 Prozent eine "Katastrophe". Das desolate Abschneiden der Sozialdemokraten, für die er einst im Parlament saß, wundert den Ex-Donauwörther nicht: "Die bayerische SPD hat nie Europapolitik gemacht."

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