Newsticker
Impfkommission Stiko empfiehlt AstraZeneca jetzt auch für über 65-Jährige
  1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Schneekatastrophe: Rieser helfen

Winter

14.01.2019

Schneekatastrophe: Rieser helfen

Die freiwilligen Helfer des DLRG Mönchsdeggingen schaufeln Schnee von einem Hoteldach in Schleching im Landkreis Traunstein. Der Einsatz dauerte bis tief in die Nacht an.
3 Bilder
Die freiwilligen Helfer des DLRG Mönchsdeggingen schaufeln Schnee von einem Hoteldach in Schleching im Landkreis Traunstein. Der Einsatz dauerte bis tief in die Nacht an.
Bild: Christian Neubauer

Kräfte des THW Nördlingen und der DLRG Mönchsdeggingen sind in Oberbayern im Einsatz. Was sie antreibt und wie gefährlich ihre Arbeit ist.

Er versinkt fast bis zur Hüfte im Schnee, aber er nimmt die Schaufel und schippt ihn vom Dach. Für die Bewohner von Schönau am Königssee ist Florian Seiler ein Engel. Der Rieser selbst riskiert dafür viel. Auf den Häusern ist es nass und rutschig und durch die Last des weißen Niederschlags drohen die Gebäude sogar einzubrechen, sagt Seiler im Telefoninterview mit den Rieser Nachrichten.

Erst die Hälfte der Dächer im Berchtesgadener Land von Schnee befreit

Vergangene Woche wurde wegen des hohen Schneefalls der Katastrophenfall im Landkreis Berchtesgadener Land ausgerufen. Seiler hilft seit Freitag zusammen mit sieben weiteren Einsatzkräften vom Ortsverband Nördlingen des Technischen Hilfswerks (THW) in dem Landkreis in Oberbayern. Insgesamt sind mehr als 1800 Hilfskräfte vor Ort und räumen die Schneemassen von Dächern und Straßen – die Zahlen gibt das Landratsamt Berchtesgadener Land auf seiner Homepage bekannt. Auch wenn sie seit Tagen im Einsatz sind, geschafft sei laut Seiler noch nicht viel. Insgesamt wolle man fast 1000 Häuser vom Schnee befreien, Stand Montagmittag sei die Hälfte erreicht und die Wetterverhältnisse bessern sich nicht. Am Nachmittag hat es wieder geschneit, sagt Seiler. Er wird zusammen mit den anderen sieben Helfern noch bis Dienstag gegen den Schnee ankämpfen.

Vom Trainingscamp zum Ernstfall

Rund 80 Kilometer weiter westlich in Schleching im Landkreis Traunstein balancierte Julian Faul auf einem Hoteldach in 15 Metern Höhe und befreite es von den Schneemassen. Er war am Sonntag zusammen mit fünf Helfern des DLRG Mönchsdeggingen in der kleinen Gemeinde südlich des Chiemsees im Einsatz und die ist ihm und seinen Mitstreitern bestens bekannt. Denn in dem Wildwassercanyon in Schleching finden laut Gruppenführer Rolf Bergdolt Rettungsausbildungen des DLRG statt. Die Übungen dort seien meist simuliert, in Oberbayern fanden die sechs Einsatzkräfte am Sonntag hingegen reale und extreme Bedingungen vor. Rund 20 Stunden seien die Rieser zusammen mit anderen Hilfskräften im strömenden Regen im Einsatz gewesen. Sie räumten den Schnee weg und sicherten andere Helfer auf den Dächern mit einer Seiltechnik.

Ähnlicher Einsatz vor 13 Jahren

Gerade der Niederschlag hätte Bergdolt und seinem Team Schwierigkeiten bereitet, da es glatt und die Klamotten nach einiger Zeit durchnässt waren. Auch ein Fenster, das die Helfer erst bemerkten, als die Schneemassen weniger wurden, sei durch das Gewicht fast eingekracht. „Es war definitiv gefährlich“, sagt Faul. Erst gegen Mitternacht beendeten die Helfer den Einsatz. „Aber es ist zum Glück alles gut gegangen“, sagt Faul. Die Stunden hätten die Sechs zwar strapaziert, aber der Gedanke, den Menschen vor Ort zu helfen und gemeinsam etwas zu schaffen, ließ sie das durchstehen. Mittlerweile ist Julian Faul mit den anderen fünf freiwilligen Helfern des DLRG Mönchsdeggingen wieder zurück im Ries. Allerdings ist es laut Faul nicht unwahrscheinlich, dass sie im Laufe der Woche nochmals nach Oberbayern fahren. Denn die Wettervorhersage sei nicht optimal. Einen ähnlichen Einsatz hatten die freiwilligen Helfer des THW Nördlingen und des DLRG Mönchsdeggingen vor 13 Jahren. Damals halfen sie bei einer Schneekatastrophe in Passau.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren