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16.10.2009

Schreiben kann Spaß machen

Harburg (hl) - Eine Dichterlesung der ganz besonderen Art wurde den Besuchern der Harburger Stadtbüche-rei im Strölinhaus geboten. Erich Pfefferlen, bekannter Schriftsteller aus Augsburg mit Wurzeln im Ries und Fachmann für die Erziehung von Kindern und Jugendlichen zum kreativen Schreiben, hatte am Vormittag in der Hauptschule Harburg über 30 Schüler der 9. Jahrgangsstufe angeleitet, eigene literarische Texte zu verfassen; die gelungensten wurden abends im Rahmen der Autorenlesung vorgetragen. Ausgewählt hatte sie eine Jury, der Rektor Hans Trüdinger und die Klassenlehrer Carmen Braun und Armin Schwamm angehörten.

Witzige und einfühlsame Geschichten erzählt

Begonnen wurde mit zwei witzigen Fortsetzungsgeschichten aus der Sicht von Körperteilen: "Eine Handvoll Finger" von Steffen und Andreas sowie eine Erzählung des Zahns "Kunigunde" über Erfahrungen mit seinem Träger und bei einem Zahnarztbesuch. Es folgten vier Beiträge von Ines, Monja, Vanessa und Marcel; sie führten eine Erzählung zu Ende, die eine schwierige Liebesbeziehung zweier Jugendlicher - aus der Sicht des beteiligten Mädchens - zum Inhalt hatte.

Als einfühlsame Vorleser betätigten sich dabei Jasmine, Jasmin, Katharina sowie der Klassenlehrer Armin Schwamm. Die jugendlichen Autoren beeindruckten durch die sensible Einfühlung in die Seelenlage der Protagonistin.

Schreiben kann Spaß machen

Für die Neuntklässler war das Projekt ein Erlebnis, das sie in dieser Form noch nicht kannten, dominieren doch im "normalen" Deutschunterricht sachliche, zweckorientierte Schreibformen und im privaten Bereich, wenn man schon schreibt, eher elektronische "Kürzestmitteilungen". Das Projekt zeigte, dass "freies", kreatives Schreiben Spaß machen kann und die Präsentation vor "großem Publikum" (alle Schüler und auch mehrere Eltern waren erschienen) "cool" ist.

Nach diesem von Erich Pfefferlen mit viel Einfühlungsvermögen moderierten Teil des Abends stellte er Kurzprosa und lyrische Texte aus seinem umfangreichen Gesamtwerk vor.

Der Schriftsteller stammt aus Nördlingen, er lebt in Horgau und arbeitet als Studiendirektor an einem Augsburger Gymnasium. Die Spannweite seiner Themen reicht von stimmungsvollen Naturimpressionen über Beobachtungen zu allen Facetten zwischenmenschlicher Beziehungen bis zu gedanklich tiefgründigen Auseinandersetzungen mit gesellschaftlichen und politischen Problemen.

Von seinen Zuhörern verlangte die Lesung hohe Aufmerksamkeit, vor allem bei den Gedichten, denn die meisten waren knapp, sorgfältig sprachlich ausgefeilt und erforderten trotz einführender Worte des Autors und prägnanter Vortragsweise intensives Zuhören, um alle Bilder, Pointen und Bezüge zu erfassen.

Reichlich Beifall

Pfefferlen beschloss den Abend mit Texten aus seinem jüngsten, von der Kritik hochgelobten Werk "Keiner soll frieren". Das Gedicht "Nach so vielen Jahren" gestaltet eine liebevolle Kindheitserinnerung an das Kartäusertal und "Liebe Feinde" variiert ein biblisches Motiv. Reicher Beifall seines überwiegend jugendlichen Publikums dankte ihm für das gelungene Projekt und den schönen Abend.

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