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Schuldenabbau: Alles hat zwei Seiten

Schuldenabbau: Alles hat zwei Seiten
Kommentar Von Martina Bachmann
25.03.2019

Der Kreis muss zwar keine Kredite mehr abzahlen. Doch die Liste der anstehenden Investitionen ist lang.

Auf den ersten Blick läuft alles super: Der Landkreis ist schuldenfrei, er investiert rund 30 Millionen Euro und er entlastet auch noch die Kommunen. „Uns geht es gut“, urteilt so auch CSU/AL-JB-Fraktionsvorsitzender Ulrich Lange. Doch wie so oft im Leben hat alles zwei Seiten. Und wer sich nicht nur die nackten Zahlen des Kreishaushalts 2019 ansieht, sondern das Gesamtpaket Landkreis Donau-Ries, kann zu einer differenzierteren Einschätzung der Lage kommen.

Der Kreis hätte seine Schulden langsamer oder gar nicht abbauen und stattdessen gleich die Kommunen großzügig entlasten können. Sicher gibt es Gemeinden, die finanziell gut da stehen. Doch es gibt auch Städte wie beispielsweise Oettingen, denen eine deutliche Senkung der Kreisumlage schon vor Jahren gut getan hätte. So gingen Millionen aus den Kommunen an den Kreis und die Geldinstitute, bei denen er verschuldet war. Doch diese Summen hätte man vor Ort durchaus sinnvoll verwenden können – beispielsweise für neue Kindergärten, für die Sanierung eines Freibades oder vieles mehr.

Es war eine politische Entscheidung, den Kreis um seinen Zins und die Tilgung zu entlasten und dann erst den Kommunen entgegen zu kommen. Das tut man nun seit 2017. Die Kreisumlage wurde in dieser Zeit um insgesamt zwei Prozentpunkte gesenkt. Ein großer Wurf ist das nicht. Zumal die Städte und Gemeinden in diesem Jahr aufgrund der gestiegenen Umlagekraft auch noch höhere Summen überweisen müssen – der Prozentsatz, den der Kreistag verabschiedet, ist nur ein Faktor bei der Berechnung der Gesamtsumme.

Schuldenabbau: Alles hat zwei Seiten

Wer darüber hinaus auf das ambitionierte Investitionsprogramm des Landkreises blickt, kann den Verantwortlichen nur die Daumen drücken, dass die Wirtschaft weiter brummt und die Steuereinnahmen weiter sprudeln. Das Albrecht-Ernst-Gymnasium in Oettingen, die Ludwig-Bölkow-Schule in Donauwörth, die Berufsschule in Nördlingen, das Gymnasium Donauwörth, die Sankt-Georg-Schule in Nördlingen – all diese und weitere Bildungseinrichtungen müssen für Millionenbeträge in den nächsten Jahren saniert werden.

Wer alles auf einmal will, dem fällt auch oft alles vor die Füße.

Den Bericht zum Etat 2019 des Landkreises lesen Sie hier: 32 Millionen Euro für Schulen

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