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Porträt

15.09.2018

Schule ist für sie Integration pur

Cornelia Dambacher will als neue Schulleiterin die Errungenschaften der Schillerschule zur Integration von Kindern mit Migrationshintergrund fortführen.

Cornelia Dambacher ist neue Leiterin der Nördlinger Schillerschule.

Ihr Weg war extrem geradlinig und konsequent: „Ich wollte in der dritten Klasse schon Lehrerin werden, weil mir die Schule einfach Spaß gemacht hat“, sagt Cornelia Dambacher. Beides ist bis heute so, sowohl was den Beruf, als auch die Schule und die Freude daran betrifft – seit dem neuen Schuljahr leitet sie die Grundschule an der Schillerstraße in Nördlingen.

Geboren und aufgewachsen ist sie in Augsburg; dort machte sie auch Abitur. Sie studierte Lehramt für Grundschule in Würzburg und Augsburg und wurde dann in den Landkreis Dillingen versetzt, an die Grundschulen Wertingen und Schwenningen. Sie bekam zwei Töchter, ging in Erziehungszeit und zog 1993 mit ihrer Familie nach Nördlingen; dort kam die dritte Tochter zur Welt.

1998 wurde sie hierher versetzt, zunächst an die Schäufelinschule, 2003 dann an die Schillerschule, erst als Stellvertreterin der Schulleitung, dann als Konrektorin. Im gleichen Jahr fing Kurt Moll als Rektor an, für sie erwuchs eine kongeniale Zusammenarbeit daraus: „Letztendlich ist das der Grund, dass ich das Angebot der Stelle als Schulleiterin angenommen habe – was ich mit Kurt Moll und dem Kollegium in den letzten 15 Jahren aufgebaut habe, will ich unbedingt weiterführen.“

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Die Schillerschule hat standortbedingt seit jeher einen hohen Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund und Kurt Molls Credo lautete immer: „Man nimmt jedes Kind so an, wie es ist“ – diesen Geist trugen Cornelia Dambacher und das gesamte Kollegium mit. Doch auf Prinzipien allein gab man nicht viel, so bemühte sie sich an der Seite Molls auf unkonventionelle Weise um Zusatzkräfte, die ein differenzierteres Eingehen auf die Kinder erlaubten. Dem damaligen Rektor gelang es vor zwölf Jahren als erstem in Nördlingen, die organisatorischen Voraussetzungen zu schaffen, dass Absolventen des freiwilligen sozialen Jahres beziehungsweise ab 2015 des Bundes-Freiwilligen-Dienstes (Bufdi) nach Seminaren und Einarbeitung durch die Lehrer als pädagogische Hilfskräfte assistieren konnten.

Zunächst hatte die Diakonie, nunmehr die Stadt die Trägerschaft inne; Sponsoren, allen voran der Rotary Club Nördlingen, übernehmen die Kosten. So sind eine direkte Unterstützung einzelner Schüler im Unterricht, Hausaufgabenbetreuung am Nachmittag sowie zusätzlicher Deutsch-Unterricht möglich. Der Erfolg ist spürbar: „Migranten-Kinder wechseln regelmäßig aufs Gymnasium oder andere weiterführende Schulen“, sagt Cornelia Dambacher. „Wir möchten unsere Bufdis nicht mehr missen.“ Das Schulleitungs-Team konnte in ihrer Zeit aber noch weitere Neuerungen etablieren: In Verzahnung mit Kindergärten richtete man Sprachkurse für Vorschulkinder ein, die an drei Tagen in der Schillerschule und zwei Tage in den Kindergärten stattfanden. Heuer kommt vom Landratsamt noch ein „Sprachlotse“ an die Schule, später im Schuljahr wohl noch ein Jugendsozialarbeiter, der Familien und Kinder im außerschulischen Alltag unterstützt. „Es ist schön, dass im Laufe der Zeit immer mehr Unterstützung von staatlichen und anderen Stellen kommt“, freut sich Cornelia Dambacher, „schließlich sind Kitas und Schulen für Migrantenkinder der Ort, wo Integration am besten funktioniert.“

Durch Schule erfahren sie eine Tagesstruktur und lernen vor allem die deutsche Sprache, der Hauptfaktor für das Gelingen von Integration. „Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel Kinder da in zwei Jahren lernen.“ Als Schulleiterin will Cornelia Dambacher das, was sie mit Kurt Moll und ihrem hoch motivierten Kollegium aufgebaut hat, ausbauen: Jugend-Sozialarbeit will sie dauerhaft etablieren, Mittagsbetreuung ausweiten, so wie es generell in Schulen angestrebt wird; ein Medienkonzept für den Unterricht wurde bereits erarbeitet.

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