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19.03.2008

Schwabinger Dampfspeicherlok mit dem Tieflader ins Ries

Kürzlich übernahm das Bayerische Eisenbahnmuseum in Nördlingen die 1912 gebaute Dampfspeicherlok von den Stadtwerken München. Am 29. Februar 1912 verließ die kleine Lok mit Fabriknummer 6601 die Werkshallen der Lokomotivfabrik Krauss & Comp.

Nördlingen (RN) - Kürzlich übernahm das Bayerische Eisenbahnmuseum in Nördlingen die 1912 gebaute Dampfspeicherlok von den Stadtwerken München, die 60 Jahre lang das Schwabinger Krankenhaus mit Kohle versorgte. Am 29. Februar 1912 verließ die kleine Lok mit Fabriknummer 6601 die Werkshallen der Lokomotivfabrik Krauss & Comp., die damals dort angesiedelt war, wo sich heute die Berufsschule in der Lindwurmstraße befindet, Besteller waren die städtischen E-Werke München.

Es handelt sich um eine sogenannte Dampfspeicherlok, deren Kessel mit 13 bar Dampf aufgepumpt wurde und mit diesem Vorrat einige Stunden ohne Rauch und Ruß die Arbeit verrichten konnte. Es war nicht nur eine umweltfreundliche Betriebsart, sondern auch noch kostengünstig, denn den Dampfvorrat bezog sie vom Heizwerk des Krankenhauses.

1904 mit Bau begonnen

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Mit dem Bau des städtischen Krankenhauses Schwabing am Kölner Platz wurde im Dezember 1904 begonnen, bis 1912 waren alle restlichen Bauten errichtet und in Betrieb genommen. Zur Versorgung des Heizwerks mit Kohle wurde ein rund 800 Meter langes Verbindungsgleis vom Güterbahnhof Schwabing gebaut, das die Leopoldstraße überquerte und durch die Heckscherstraße zum Krankenhausgelände führte.

Güterbahnhof abgebrochen

Die Beförderung der Kohlenwagen war Aufgabe der Dampfspeicherlok, die sie erledigte, bis genau 60 Jahre nach der Inbetriebnahme am 29. Februar 1972 ihre Abschiedsfahrt anstand. Grund für die Aufgabe der Kohlenheizung des Krankenhauses war die Umstellung auf modernere Heiztechnik. Vom ehemaligen Güterbahnhof in Schwabing, der südlich der Schenkendorfstraße lag, ist heute nichts mehr zu erahnen.

Zur Verabschiedung der Lokomotive wurde noch einmal eine Fahrt in den Schwabinger Güterbahnhof unternommen, bei der einige Gründungsmitglieder des Bayerischen Eisenbahnmuseums beteiligt waren.

Nach Abbau der Heizwerkanlagen blieb die Lok im Gewahrsam der Stadt München und diente als Anschauungsobjekt in einem Ausbildungszentrum in der Waltherstraße. Kleinere Umbauten ermöglichten dazu den Antrieb mit Druckluft. Nach einer Neuordnung der Ausbildungswerkstätten der Stadtwerke München wird das Gebäude abgebrochen, so dass für die Lok ein neuer Standort gesucht wurde.

16 Industrielokomotiven

Gut 36 Jahre nach ihrer Außerdienststellung findet die Lok nach einer Vereinbarung zwischen den Stadtwerken München (SWM) und dem Bayerischen Eisenbahnmuseum nun Aufnahme im Museums-Bahnbetriebswerk Nördlingen. Dort wird bereits eine weitere Lok der SWM erhalten. Mit jetzt 16 sogenannter Industrielokomotiven aller Art wird somit an die Zeit erinnert, als kleine Lokomotiven in jedem größeren Industriebetrieb und öffentlichen Einrichtungen benötigt wurden, um die tägliche Versorgung zu bewältigen.

Für den Abtransport der Lok, die im Hochparterre des Gebäudes stand, wurde eine Außenwand teilweise eingerissen und ein Gleis ins Freie verlegt, um die Lok mit zwei Kränen auf einen Tieflader hieven zu können.

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