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19.06.2017

Seit 70 Jahren auf der Mess’

Hermann Faul (links) überreicht Georg Huber eine Ehrenurkunde zu seinem 70-jährigem Jubiläum auf der Nördlinger Mess’. Der 82-Jährige betreibt den Marktstandt „Der billige Jakob“. „Es ist schon vorgekommen, dass ein Junge ein paar Extrarunden im Karussell gedreht und danach seine Eltern nicht mehr gefunden hat.“
Bild: Denis Dworatschek

Die Schausteller und Marktkaufleute treffen sich im großen Festzelt zur Beschickerversammlung. Zwei Mitglieder wurden geehrt – einer sogar für 70 Jahre.

Nördlingen Es ist morgens um 10 Uhr im großen Festzelt der Familie Papert. Der Boden ist frisch gewischt und glänzt richtig. Die Bierbänke stehen noch auf den Tischen und die Bühne ist verwaist. Doch an den Bierbänken sitzen schon gut 40 Leute, sie sind zur Versammlung des Bayerischen Landesverbandes (BLV) der Marktkaufleute und Schausteller gekommen.

Oberbürgermeister Hermann Faul steht am Rednerpult und erinnert sich: „Als Nördlinger Bub hatte man damals 50 Pfennig oder vielleicht mal eine Mark, um am Sonntag mit den Fahrgeschäften zu fahren.“ Der Nördlinger an sich sei stolz auf seine Mess’.

Zuvor hatte Manuela Müller-Manz, Vizepräsidentin des BLV, die Gäste begrüßt und betont, wofür ihr Verein steht: „Wir pflegen die bayerische Tradition und Lebensweise.“ Denn auch die Schausteller und Marktkaufleute würden den guten Ruf eines Volksfestes wie die Nördlinger Mess’ mitprägen.

Nach der Rede des Oberbürgermeisters spricht Jürgen Landgraf vom Ordnungsamt Nördlingen zu den Anwesenden. „Die Mess’ funktioniert nur, wenn alle zusammen arbeiten“, sagt er. Dazu gehörten auch Kleinigkeiten. Der Zeltmeister der Familie Papert, Jens Dirian, bekam ein Präsent vom Leiter des Ordnungsamtes für seine Mithilfe beim Aufbau der Bäume und Betonblöcke auf dem Festgelände. Das Thema Sicherheit spricht Landgraf auch an. Größeren Fahrzeugen ist es in den zehn Tagen Mess’ untersagt auf dem Gelände zu fahren. Erst in der Nacht zum Dienstag dürfen die Schausteller und Marktleute mit dem Abbau beginnen.

Falls mal ein Kind vermisst wird, befindet sich am Stand „Glückshafen“ des Bayerischen Roten Kreuzes eine Vermisstenstelle. „Es ist schon vorgekommen, dass ein Junge ein paar Extrarunden im Karussell gedreht und danach seine Eltern nicht mehr gefunden hat“, erinnert sich Landgraf. Auch das Spielzeug „Fidget Spinner“ beschäftigt den Leiter des Ordnungsamtes. Zwei Marktkaufleuten habe man die Erlaubnis gegeben, die kleinen Handkreisel zu verkaufen.

Beim Punkt zehn der Tagesordnung „Verschiedenes“ lobte ein Schausteller die Stadt für ihre Arbeit. „Alles harmoniert einwandfrei zusammen.“

Oberbürgermeister Hermann Faul ehrt zwei langjährige Mitglieder des BLV. Reinhard Olszynski für 50 Jahre und Georg Huber sogar für 70 Jahre. Ihm wird die Ehrenurkunde an seinem Stand „Der billige Jakob“ überreicht. Mit zwölf Jahren war der heute 82-jährige Senior erstmals auf der Nördlinger Mess’. Hermann Faul ist der fünfte Oberbürgermeister, dem Huber die Hand schüttelt.

Auf dem Rückweg zum Festzelt, es ist bereits 11 Uhr, hat sich vor einem Imbissstand einer Metzgerei bereits eine rund 15 Meter lange Schlange gebildet. „Das ist der Wahnsinn, da sieht man wie sehr die Leute die Mess’ mögen“, urteilt Oberbürgermeister Hermann Faul.

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