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Naturschutz

21.05.2015

Seltener Greifvogel schwebt über dem Ries

Die Wiesenweihe ist vom Aussterben bedroht. Dass die seltenen Greifvögel im vergangenen Jahr im Ries 40 Jungvögel großziehen konnten, verdanken sie einem Schutzprogramm, für das viel Einsatz nötig ist.
Bild: Norbert Estner

Die Wiesenweihe brütet nur an drei Standorten in Bayern, einer davon ist das Ries. Die Nester werden mit viel Aufwand geschützt

Die ersten Wiesenweihen sind aus ihren Überwinterungsgebieten in Afrika in ihre Brutgebiete zurückgekehrt. Die vom Aussterben bedrohte Greifvogelart hat in Bayern nur noch drei Brutvorkommen – das zweitgrößte davon bildet das Ries.

Mit der Ankunft der selten gewordenen Vögel, die jetzt ihre Reviere besetzen, beginnt für die Gebietsbetreuerin Judith Kronberg und den ehrenamtlichen Wiesenweihenbetreuer Konrad Bauer die Suche nach den Brutpaaren. Stundenlang muss beobachtet werden, bis die Standorte der Horste ermittelt sind. Der Aufwand ist nötig, um die Nester bestmöglich schützen zu können. „Der Name Wiesenweihe täuscht“, erklärt Judith Kronberg: „Wiesenweihen brüten heute vorwiegend in Getreidefeldern.“ Da die Bewirtschaftung der Flächen in den meisten Fällen mit dem Brutgeschäft der Weihen zusammenfällt, seien die Vögel auf Schutzmaßnahmen angewiesen.

Laut Kronberg helfen die Landwirte tatkräftig mit und lassen Restflächen um die ermittelten Gelegestandorte stehen. Diese Restflächen ernten sie erst im August ab – nachdem die Jungvögel flügge geworden sind. Für ihren Mehraufwand und den Ernteverlust erhalten die Landwirte eine Vergütung.

Auch dieses Jahr werden im Ries wieder Kopter eingesetzt, um aus der Luft feststellen zu können, wie viele Jungvögel geschlüpft sind. „An diesen Koptern sind kleine Kameras befestigt, die den Blick ins Nest an unseren Monitor übertragen“, beschreibt Konrad Bauer das Vorgehen. „So sparen wir uns den Weg ans Nest, durch den wir Spuren für Beutegreifer wie zum Beispiel den Fuchs legen würden.“

Durch ihre Schutzmaßnahmen erhoffen sich die Vogelschützer im Landkreis wieder eine ebenso gute Fortpflanzungsrate wie im Vorjahr. Denn im Jahr 2014 wurden im Ries 40 junge Wiesenweihen großgezogen. (pm)

der Gebietsbetreuung sind die beiden regionalen Naturschutzvereine Rieser Naturschutzverein und Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried sowie der Landkreis Donau-Ries. Unterstützt wird das Projekt durch den Bayerischen Naturschutzfonds (BNF).

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