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Dialekt

25.01.2020

Sie haben das Rieser Hörspiel entwickelt

Die zwei Protagonisten der Rieser Hörspielmanufaktur (von links): Florian Hager und Jochen Österlein.
Bild: Peter Urban

Plus Eine Räubergeschichte im Dialekt sorgt im Krater für Furore. Entwickelt haben sie Florian Hager, bekannt als DJ Haggis, und Jochen Österlein, Frontmann der „Los Bressackos“.

Es ist eine wirklich komplett handgemachte, hausgemachte, rein regionale Rieser Produktion – das Hörspiel auf CD, das schon seit Wochen Furore macht im Ries: „Drei wilde hoorige Raiber und zwoi grandig guggade Weiber“. Die Idee dazu hatte der Hochaltinger Jochen Österlein, besser bekannt als „Jürgen Bressacko“, Frontmann und Texter der Rieser Mundart-Band „Los Bressackos“. Weil er inzwischen Vater zweier Kinder ist und ihm deshalb Phänomene wie Bob der Baumeister nicht unbekannt sind, kam ihm die Idee, ein Hörspiel im Rieser Dialekt zu entwickeln.

Sein kongenialer Partner bei diesem Vorhaben, der Wechinger Florian Hager – auch er besser bekannt als „DJ Haggis“‘ oder von seinem Mundart-Musikprojekt „Vom Baalz“ – sprang ihm sofort zur Seite, und so entstanden gemeinsam die Texte und die Musik. „Wir sind natürlich brutal naiv an die ganze Geschichte herangegangen“, gibt Österlein offen zu, „wir wollten einfach mal eine Räubergeschichte machen, so wie man sie auf dem Nördlinger Stadtmauerfest am Lagerfeuer zuhauf hört. Einfach schräg, haarsträubend, aber doch auch unterhaltsam für Jung und Alt.“ Wahrscheinlich wären die beiden kläglich gescheitert, meint Hager, wären sie nicht auf den gelernten Schauspieler und Regisseur Nico Jilka gestoßen, der ja im Ries durch „Getoni“ oder die Schauspielmanufaktur auch kein gänzlich Unbekannter ist.

Es ist eine amüsante und abstruse Geschichte

„Mit ihm zusammen hat die Sache erst den richtigen Schwung bekommen, wir haben die Charaktere herausgearbeitet, an den Dialogen gefeilt und so eine Dramaturgie in die losen Ideen bekommen, die wir dann nur noch musikalisch untermalen mussten.“ Außerdem haben sie mit der Möttingerin Kerstin Hezner (geboren in Laub) und der Oettingerin Andrea Beranek, aufgewachsen in Harburg, zwei „grandig guggade Weiber“ gefunden, die den weiblichen Räuberinnenpart übernommen haben.

Entstanden ist eine überaus amüsante wie abstruse Geschichte von und mit dieser wilden Räuberbande, die sich um einen sagenhaften Schatz für eine Fürstenhochzeit dreht und in einem furiosen Finale auf der Burg Magerbein endet. Es geht um nichts weniger als Freundschaft, Zusammenhalt, Mut, Treue und Rieser Kulinarik, denn „alles, was ma ned essa ko, isch nix“. Dazwischen jede Menge Unsinn und haarsträubende original Rieser Dialoge vom „Glotzer“, vom „Ohraschorsch“ oder dem „Zenga“, die allen Freunden der Rieser Mundart (und denen, die es dadurch werden wollen) das Herz aufgehen lassen.

Es wird nicht "gschtrieeemt"

Wie gesagt, aufgenommen und produziert im Ries bei Arndt Pischke (Cold Water Productions, Huisheim), mit voller Absicht nur über CD vertrieben („bei oos werd net gschtrieeemt“), und auch nur in drei ausgesuchten Rieser Verkaufsstellen zu haben: Bücher Lehmann in Nördlingen, Hofladen Straß in Alerheim und Spielwaren Bork in Oettingen.

Die erste Auflage war nur über Mund-zu-Mund-Werbung in Null-kommanix vergriffen, die zweite Auflage ist gerade wieder erhältlich. Alle, die das Rieser Mundart-Hörspiel haben wollen, sollten sich beeilen, um nicht „grandig gugga“ zu müssen, wenn sie unter Umständen bis zur dritten Auflage warten müssen.

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