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Porträt

12.01.2020

Sie wollen Kinder auf ihrem Lebensweg begleiten

Marion und Johannes Böhm sind Teil der bunten INKI-Truppe.
Bild: Ronald Hummel

Plus Marion und Johannes Böhm repräsentieren den Verein Internationales Kinderfest. Was die beiden für die Zukunft planen.

1992 sind zwei Dinge zusammengefallen, die heute noch aktueller und dringlicher sind als damals: bürgerliches Engagement verbunden mit praktikabler Integration von ausländischen Mitbürgern. So wurde die Idee geboren, mit deutschen und türkischen Familien ein gemeinsames Fest zu feiern, um die Kulturen anzunähern. Es wurde ein Erfolg, bei weiteren Festen konzentrierte man sich darauf, mit den Erlösen Kinder und junge Familien bei der Integration und in Notfällen konkret zu unterstützen – mit Zuschüssen zu Sprachkursen und Hausaufgabenhilfen oder auch einmal einer Waschmaschine für besonders bedürftige Familien. Es war die Geburtsstunde des Vereins Internationales Kinderfest (INKI); die Kinderfeste auf dem Marktplatz und die Mitwirkung beim Stadtmauerfest sind mittlerweile Tradition.

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Johannes Böhm sprang ein, als zwei Organisatoren ausfielen

Als beim Stadtmauerfest 2016 zwei wichtige Organisatoren des INKI ausfielen, sprang Johannes Böhm in die Bresche, bislang bekannt als Betreiber der Nördlinger Kinos – in jenem Jahr hatte er Marion Böhm geheiratet und lebt mit ihr in Trochtelfingen. Seine Frau war und ist Schriftführerin bei INKI und zudem Stieftochter des bis heute im Vorstand aktiven Gründungsmitglieds Martin Sauset. Johannes Böhm wiederum hatte einen guten Draht zu Handwerkern, sein Bruder ist Landwirt und kann spontan größere Transporte bewerkstelligen und auch sonst kennt er Gott und die Welt. „Ich fragte, welche Hilfe benötigt wurde und motivierte entsprechende Leute aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis“, sagt Johannes Böhm. Dank dieser Vernetzung wurde er 2018 prompt zum Vorstand gewählt; damals ging es darum, die Entwicklung des kleinen Vereins mit etwas mehr als 20 Mitgliedern auf eine neue Stufe zu heben. „Unsere Spenden sollen nicht nur mehr punktuell in einzelne Familien fließen, sondern dorthin, wo viele Kinder sind“, so Böhm. Also wurden heuer mit dem Erlös aus dem letzten Jahr drei Kindergärten bedacht.

Förderprogramm für Schul- und Berufsanfänger

Böhm ist die gezielte Suche nach besonders effektiver Hilfe nach wie vor wichtig: „Wir halten Augen und Ohren offen, stoßen oft in der Zeitung auf geeignete Projekte wie einen privaten Kindergarten, der für seine kaum gestaltete Außenanlage ein Klettergerüst braucht.“ Die bestehende Kooperation mit Kinderschutzbund, Stadtmarketingverein und Verein Muskeltour will er unbedingt ausbauen, Vernetzung ist schließlich sein Ding. Künftig wolle man quasi die Kinder auf ihrem Lebensweg begleiten: „Nach dem Kinderfest 2020 steigen wir vielleicht in Förderprogramme für Schul- und Berufsanfänger ein“, sagt Marion Böhm. Dabei betont sie, dass es INKI nicht allein um finanzielle, sondern auch tatkräftige Unterstützung gehe – etwa Hilfe bei Prüfungsvorbereitungen, Behördengängen oder auch „Vorlese-Omas“, die der Verein nach Möglichkeit zum wöchentlichen Geschichtenlesen fahren könne. „Wir würden gerne bei weiteren Veranstaltungen der Stadt dabei sein, etwa beim Stabenumzug oder auf den Wochenmärkten“, fügt Marion Böhm hinzu.

Alle Pläne laufen darauf hinaus, mehr Mitglieder zu gewinnen, die ganz individuell entscheiden könnten, in welchem Umfang sie wo mithelfen wollen. Johannes Böhm zeigt sich schon von der bestehenden Truppe sehr beeindruckt: „Das sind bunt zusammengewürfelte Leute, die hoch effektiv arbeiten“, freut er sich und ist überzeugt, dass an die Vernetzung ständig angeknüpft wird.

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